Startseite » Themen » Gebäudehülle & Innenraum »

Beruhigende Linien

Gebäudehülle & Innenraum
Beruhigende Linien

Mithilfe von Kalkspachtelmassen lassen sich vielfältige Steinoptiken erstellen. Eine Wanddekoration, die durch Linien geprägt ist, erinnert an einen meditativ geharkten japanischen Kiesgarten – und wirkt nicht zuletzt deshalb äußert beruhigend.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Dinova

Steinoptiken liegen im Trend. Neben den in den letzten Jahren nahezu inflationär angewendeten Betonoptiken sind auch Schiefer- oder Sandstein oder Granittechniken beliebt. Häufig muss der Stein auch gar nicht an eine konkrete Steinsorte erinnern, sondern einfach nur die Rauigkeit oder aber die Glätte, die Farbigkeit und das Glitzern oder die Porosität von Stein mit sich bringen.

Den Zen-Garten an die Wand bringen

Eine äußerst beruhigende, dabei aber keineswegs langweilige Kreativtechnik mit Kalkspachtelmasse präsentiert Dinova mit „Pietra Zen“. „Im Sinne der Zen-Kultur ist diese Verarbeitungstechnik ein Ausdruck von Gelassenheit und Harmonie – der gleitende Linienverlauf wirkt sanft und beruhigend zugleich und steht ganz im Einklang mit Individualisten, die den heimischen Gestaltungsfokus auf Wohlbefinden und zeitlose Eleganz legen“, erklärt Julia Zeuner, Produktmanagerin Kreativprodukte im Innenbereich bei der Meffert AG Farbwerke, zu der auch Dinova gehört. Da es von den Letztgenannten immer mehr geben dürfte, lohnt es sich, sich mit dieser Technik einmal genauer auseinanderzusetzen.

Die Hauptrolle bei dieser Technik spielt ein Putz auf Kalkbasis, Marmorpulver in unterschiedlicher Körnung und natürlichen Mineralien („Istinto“ von Dinova). Dieser kann für die Technik „Pietra Zen“ in nur einem Arbeitsgang verarbeitet werden, lässt uns Steffen Zschech, Anwendungstechniker bei Dinova, wissen und er ergänzt: „Das Standard-Auftragswerkzeug ist eine einseitig gezahnte Spezialkelle.“

Kalkputz in Bestform

Und mit eben dieser Kelle gelangt der Kalkspachtel an die Wand. Mithilfe der gezahnten Kellenseite wird das Material in gleichmäßiger Schichtstärke auf die Wand gezogen. Danach wird es sofort mit der glatten Seite eben gezogen. Seine eigentliche Struktur, also die Linien, erhält der Putz durch ein spezielles Strukturwerkzeug, das ein bisschen an ein Stück Kunstrasen mit Griff erinnert. Mit den groben Kunststoffborsten kämmt man den Kalkspachtel in der gewünschten Richtung geradlinig oder auch leicht wellig durch. „Der Fantasie des Handwerkskünstlers sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Julia Zeuner.

Nun lässt man den strukturierten Putz antrocknen, bis er nicht mehr weich ist, sich aber noch feucht anfühlt (das ist nach etwa 50 Minuten der Fall). In diesem Zustand wird die Oberfläche mit der Venezianischen Kelle verpresst. Die erhabenen Stellen des linierten Putzes werden dabei geglättet, während die Rauigkeit in den Rillen erhalten bleibt. Durch diesen Arbeitsschritt entsteht der Eindruck einer geschnittenen Oberfläche.

Mit Farbe zu mehr Tiefe

Nach einer Trocknungszeit von mindestens 24 Stunden kann die farbige Gestaltung erfolgen. Idealerweise verwendet man zwei Farbtöne, besonders edel wirkt die Technik, wenn eine Metallicfarbe eingesetzt wird. „Die metallische Dekorfarbe ist die ideale Ergänzung, den Effekt metallisch zu veredeln und den individuellen Charakter noch weiter zu unterstreichen“, weiß Julia Zeuner. Ihr Kollege Steffen Zschech erklärt die Vorgehensweise mit der Effektfarbe „Gioia“: „Gioia im Basisfarbton und mit 30 Prozent Wasser verdünnt vollflächig in Strukturrichtung mit einem Viskoseschwamm auftragen und nachreiben. Nach einer Trocknungszeit von mindestens 4 Stunden kann die zweite, andersfarbige Beschichtung erfolgen. Dazu wird Gioia besonders in die Vertiefungen eingebracht und sofort mit einem sauberen feuchten Schwamm von den Erhöhungen wieder entfernt. So verbleibt der zweite, in unserem Fall dunklere, Farbton nur in den Vertiefungen, die Erhöhungen bleiben heller stehen.“

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Durch die zweifarbige Gestaltung erhält der Putz noch mehr Tiefenwirkung, das metallische Glänzen unterstreicht den edlen Steincharakter. Und die linienförmige Struktur sorgt für die nötige Ruhe.

Ein Verarbeitungsvideo gibt es hier:
www.bit.ly/3uqRxIm


Foto: Dinova

Der Kalkputz wird in gleicher Schichtstärke mit einer einseitig gezahnten Spezialkelle auf die grundierte Wandfläche aufgetragen.


Foto: Dinova

Unmittelbar nach dem Auftragen auf die Wand wird das Material mit der glatten Seite der Spezialkelle geglättet.


Foto: Dinova

Die lineare Optik wird mit einem speziellen Strukturierwerkzeug erzeugt. Hierfür wird dieses geradlinig durch das nasse Material gezogen.


Foto: Dinova

Im halbtrockenen Zustand wird die Fläche mithilfe einer venezianischen Glättekelle gleichmäßig verpresst.


Foto: Dinova

Die metallische, verdünnte Effektfarbe im Basisfarbton wird vollflächig mit einem Schwamm in Strukturrichtung aufgetragen und nachgerieben.


Foto: Dinova

Nach einer Trocknungszeit des Basisfarbtons von mindestens 4 Stunden wird der zweite Farbton (vor allem in die Vertiefungen) aufgetragen.


Foto: Dinova

Der zweite Farbton wird sofort nach dem Auftragen mit einem sauberen feuchten Schwamm von den Erhöhungen entfernt.

Anzeige
Anzeige
Aktuelle Ausgabe
Titelbild Malerblatt 9
Ausgabe
9.2021
ABO
Anzeige

Malerblatt Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Malerblatt-Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Malerblatt-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Malerblatt-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de