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Messe Domotex 2017: Blick auf die Zukunft des Bodens

Messebericht Domotex 2017
Blick auf die Zukunft des Bodens

Als Gestaltungselement für Räume und Objekte hat der Boden in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnnen. Die Aussteller der Messe Domotex in Hannover zeigten Trends und Innovationen aus den Bereichen textile und elastische Bodenbeläge, Parkett, Laminat sowie Anwendungs- und Verlegetechnik.

Bärbel Bosch

Täglich treten wir den Boden mit Füßen. – Dabei beeinflusst er die Wirkung von Räumen maßgeblich. So sagt auch die Innenarchitektein Jana Vonofakos, VRAI Interior Architecture, Frankfurt: „Wenn wir einen neuen Raum betreten, ist es der Boden, den wir zuerst wahrnehmen, noch bevor wir Wände, Decke oder gar Möbel erfassen.“ Nicht nur optisch sorgt der Boden für Atmosphäre im Raum, auch haptische und akustische Eigenschaften beinflussen die Stimmung. Wir haben in Hannover einen Blick auf die Zukunft des Bodens geworfen.
Individuell und authentisch
Bei den Holzböden ist weiterhin ein möglichst natürlicher Charakter gefragt. Darüber hinaus liegen Hölzer und Holzoptiken mit einer auffallend lebendigen Maserung oder mit deutlichen Gebrauchsspuren weiterhin im Trend, die den einzigartigen Charme dieser Used-Look-Oberflächen ausmachen Ebenso bleibt der Trend zur Individualität: Farben, Formen und Strukturen lassen sich zu unterschiedlichsten Optiken zusammenstellen. Das Fischgrätmuster wird optisch neu interpretiert, beispielsweise in sehr kontrastreichen Kombinationen. Auch bei den Laminaten und elastischen Bodenbelägen gibt es eine reiche Auswahl an hochwertig gefertigten Fischgrätböden, etwa von Beaulieu International, Forbo Flooring sowie m-flor. Authentische Oberflächenstrukturen bei Designbelägen und naturnahe Muster bei den Teppichböden sind weiter auf dem Vormarsch.
Wertige Optik
Zudem gewinnen Teppichböden als Fliesen und Planken Beachtung. Dezente Metallic-Effekte spielen im Bereich Teppiche mit Licht und Schatten. Das umweltfreundliche Material Econyl, ein Recyclingprodukt aus alten Fischernetzen, wird zu einer metallisch schimmernden Oberfläche mit Streifenmustern oder geometrischen Motiven verarbeitet, die in Silber, Bronze oder Goldtönen changiert und dem Boden eine dreidimensionale, wertige Optik verleiht, etwa von Aquafil oder Tapibel. Als Kontrast dazu liegen bei den Teppichen naturnahe Töne im Trend, die an das Farbspektrum von Sand, Stein und Erde erinnern.
Nachhaltigkeit
Wie ein roter Faden durchziehen die Themen Natürlichkeit und Nachhaltigkeit alle relevanten Produktgruppen, angefangen bei den elastischen Bodenbelägen und Teppichen über Holz- und Laminatböden bis hin zu den Anwendungs- und Verlegetechniken, die zunehmend auf Lösungsmittel verzichten. Durch eine verblüffend naturnahe Optik und Haptik, die kaum noch von Echtholz zu unterscheiden ist, überraschen vor allem elastische Bodenbeläge mit Holzoberflächen. Der Grund dafür sind rasch fortschreitende Entwicklungen und Verbesserungen in der Drucktechnik: Besonders breite Druckfilme ermöglichen holztypische Farbkontraste und hervorstechende Nuancen in der Maserung – fast wie natürlich gewachsen. Darüber hinaus kann eine tiefe Prägung des Bodens präzise auf die Holzmaserung abgestimmt werden. So entstehen sehr schöne, strapazierfähige und pflegeleichte Bodenbeläge mit der warmen Anmutung einer Naturholz-Oberfläche, etwa von Designflooring, Unilin. Immer mehr elastische Böden, Design- und Teppichböden werden nachhaltig und umweltfreundlich gefertigt, bestehen aus Recyclingmaterial oder setzen auf Inhaltsstoffe, die die Umwelt nicht belasten wie Classen Holzkontor, Fletco. Ein weiterer Trend ist das Beimischen natürlicher Materialien, die als Reste abfallen, wie zerkleinerte Schalen von Kakaobohnen (Forbo), Reisschalen aus der industriellen Fertigung oder handgesenstes Almheu (Li & Co).
Auch bei den Anwendungs- und Verlegetechniken steht Nachhaltigkeit im Fokus. Richard Kille, Geschäftsführer/IFR Institut für Fußboden und Raumausstattung Köln, erklärt: „Flexibilität, Mobilität und Modularität bei Bodenbelägen spielen eine große Rolle. Sie sind schneller, einfacher, lösemittelfreier, nachhaltiger und umweltbewusster in den Anwendungen. Aktuelle Systeme ermöglichen eine einfache und schnelle Verlegung.“
Designtalente auf Trendsuche
Auch die Bodentrends der Zukunft nimmt die Messe ins Visier. Für den neuen Young Designer Trendtable haben sich fünf aufstrebende Designstudios aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande und der Türkei auf die Suche nach den Bodentrends von morgen begeben. Sie zeigen beispielsweise, wie sich traditionelles Handwerk in moderne Fertigungsprozesse integrieren lässt, wie Materialien wie Marmor oder Stein ungewöhnlich eingesetzt oder harte und weiche Oberflächen miteinander kombiniert werden können und welche Lösungen es für temporär genutzte Räume gibt. Hanne Willmann aus Berlin betont eine neue Authentizität des Bodens und möchte die Wertschätzung für den handwerklichen Prozess stärken. Deshalb bezieht sie den Handwerker bei der Realisierung kreativer Lösungen mit ein.
Mit Kreativität und intelligenten Lösungen bewies die Branche, dass sich auch 2017 ein genauer Blick auf den Boden lohnt.

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