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Kreative Bordüren

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Kreative Bordüren

Es müssen nicht immer Spezialprodukte sein, um Wände kreativ zu gestalten. Mithilfe von Pinsel und Farbe, etwas Phantasie und malerischem Geschick lassen sich beispielsweise individuell auf das Objekt zugeschnittene Bordüren herstellen. Malermeisterin Marion Tichy zeigt einige ihrer Ideen, die als Inspiration dienen können.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Marion Tichy

Bordüren gliedern Wände, verzieren Decken und setzen Akzente. Mit ihrer Hilfe kann beispielsweise eine interessante Trennlinie zwischen zwei Farbflächen geschaffen oder aber ein schöner Abschluss an einem Sockel gesetzt werden. Besonders attraktive Ergebnisse erzielt man mit – entweder frei Hand oder aber unter Zuhilfenahme einer Schablone – gemalten Bordüren. Diese können in Form und Farbe ganz individuell an die Vorlieben des Auftraggebers und die Objektbedingungen angepasst werden und haben deshalb stets Unikat-Charakter. Und auch wenn Bordüren schon seit Jahrhunderten in der Wandgestaltung Anwendung finden, so müssen sie auch heute keineswegs altmodisch sein. Malermeisterin Marion Tichy hat für das Malerblatt einige ihrer außergewöhnlichsten Bordürenideen zusammengetragen. Sie zeigen, welche enorme Gestaltungsvielfalt Bordüren bieten – von der einfachen Blockstreifenvariante bis zur künstlerischen Freihandmalerei.

Über die Wand streifen

Manchmal ist weniger mehr. Das gilt auch bei der Wand- bzw. Deckengestaltung. Oder hätten Sie vielleicht gedacht, dass ein paar Farbstreifen in verschiedenen Breiten und/oder Farben einem Raum ein geradezu nobles Ambiente verleihen können? Zugegeben: wichtig ist, wo und wie man die Farbstreifen setzt. Besonders interessant wird die Gestaltung dann, wenn die Streifen die Raumgrenzen auflösen, also beispielsweise von der Wand in die Decke hineinreichen. Als kreative(r) MalerIn füllt man den so entstandenen Deckenspiegel mit einer Tapete aus, stimmt die Streifen farblich auf diese ab – und wertet einen einst langweiligen Raum damit enorm auf. Die Umsetzung ist denkbar einfach: Wer des Streichens und Tapezierens mächtig ist, für den dürfte diese Gestaltung einfach von der Hand gehen. Für die breiten Farbstreifen empfiehlt es sich, ein Klebeband zu benutzen. Die dünneren Linien können auch mit dem Strichzieher unter Zuhilfenahme des Malerlineals klassisch gezogen werden.

Mal so richtig punkten

In der Mode haben Punkte es wieder einmal ganz nach vorne geschafft: Kleider mit sogenannten „Polka Dots“ stehen abermals hoch im Kurs. Mit diesen ist nichts anderes gemeint als das gute alte Pünktchenmuster. Kaum ein Modelabel verzichtet auf gepunktete Stoffe, verleihen sie Kleidern doch eine gewisse Leichtigkeit, lassen sie gleichzeitig verspielt und elegant wirken und machen sie in jedem Fall zu einem Hingucker.

Was bei der Mode funktioniert, kann doch auch an der Wand nicht ganz verkehrt sein, oder? Marion Tichy jedenfalls hat mit Punkten kräftig experimentiert und ganz unterschiedliche Wandgestaltungen kreiert. Die Bandbreite reicht von den typischen Polka Dots (hierbei sind die Punkte versetzt zueinander angeordnet und vorzugsweise schwarz oder weiß), über edle, metallisch glänzende Punkte in Gold oder Kupfer, die auf einer darunterliegenden Farbfläche zu liegen scheinen, bis hin zu bunten Punkten, die an Perlen erinnern, die auf einer Kette aufgefädelt sind. Mit Punkten lassen sich Wände folkloristisch, edel oder einfach nur fröhlich (man denke ans Kinderzimmer) gestalten. Auch die Kombination mit Streifen, Karos, etc. kann sehr reizvoll sein. Für die Umsetzung des Punktemusters kann man zu einer Schablone greifen (entweder selbst gemacht oder eine gekaufte Klebeschablone), kleine Schaumstoffstempel verwenden (wie es sie im Bastelgeschäft gibt) oder aber den guten alten Weinkorken als Stempel benutzen.

Dreiecke zum Leben erweckt

Wer es lieber eckig statt rund mag, könnte vielleicht an einer Dreiecksbordüre Gefallen finden. Zugegeben – diese Bordüre ist nur etwas für Menschen, die Humor haben. Einen bierernsten Zeitgenossen wird man damit wohl eher nicht begeistern können. Denn die Dreiecke wurden von Marion Tichy quasi „zum Leben erweckt“. Den mithilfe von Schablone oder Klebeband aufgemalten Dreiecken hat die Malermeisterin kurzerhand Augen verliehen. Dazu wurde ein simples Schaschlikstäbchen aus Holz zum Malwerkzeug. Das Weiß der Augen wird mit dem stumpfen (dickeren) Ende aufgetupft, das Schwarze erschafft die Stäbchenspitze. Und schon erinnern die Dreiecke (je nach Farbe) an Frösche (grün), Küken (gelb) oder Mäuse (grau), die fröhlich an der Wand entlang hüpfen bzw. huschen. Im Kinderzimmer dürfte diese Wandgestaltung sicherlich dem einen oder anderen kleinen Erdenbürger ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Wand in Tanzlaune

Doch nicht nur Kindern kann man mit der passenden Bordüre eine Freude machen. Wer gerne tanzt, weiß, welche Glücksgefühle Bewegung zu Musik auslösen kann. Vielleicht gelingt das ja auch beim puren Betrachten von Tänzerinnen, die über die Wand wirbeln? Falls nicht, so wurde die Wandfläche in jedem Fall sehr malerisch (fast schon künstlerisch) verziert und bietet ausgiebig Gelegenheit zum Betrachten (ob Marion Tichy diese Bordüre deshalb in einer Toilette umgesetzt hat?!). Jede der Tanzfiguren ist ein Unikat, denn sie wurden von der Malermeisterin frei Hand auf den zuvor erstellten Kontraststreifen gemalt. In der einen Hand mit einer Vorlage bewaffnet, lässt Tichy hierfür den Pinsel schnell über die Wand gleiten, verliert sich nicht in Details, überträgt die Tanzfiguren statt dessen nur schemenhaft auf die Wand. Ihr ganz persönlicher Gelingtipp: Beim Malen Salsa-Musik hören, dann kommt Schwung ins Handgelenk!

Übrigens, wer nicht ganz so künstlerisch begabt ist wie unsere Ideengeberin, braucht auf die Freuden des Lebens als Bordürenmotiv nicht zu verzichten. Im Hohenloher Freilandmuseum in Schwäbisch Hall werden die Wände in einem historischen Gasthof von einer Bordüre verziert, die typische Wirtshausszenen zeigt: Musik, Tanz und Gaumenschmaus. Auch diese Bordüre strahlt pure Lebensfreude aus – und das, obwohl sie nicht frei Hand gemalt, sondern schabloniert wurde.

Einfach königlich

Nach so vielen fröhlichen, lebenslustigen Bordürenmotiven, die eher zum Schmunzeln animieren, präsentieren wir zum Schluss noch eine Bordürenvariante, die dem Raum Würde verleiht. „Die Krone“ nennt Marion Tichy die Bordüre, die aus verschiedenen kreisförmigen Elementen entstanden ist. Zuerst wurden Halbkreise wellenförmig aneinandergefügt. Kleine Kreise auf und unterhalb der Wellenspitze verleihen dem
ursprünglich geometrisch-nüchternen Muster etwas Königliches. Die Goldfassung (egal, ob mit Goldfarbe getupft oder tatsächlich mit Blattgold belegt) setzt das Tüpfelchen auf das i. Und um dem Kronenmuster noch mehr Würde zu bescheren, wird es von einem doppelten Blockstreifen in eher zurückhaltenden Farben „getragen“. So erschafft man ein edles Ambiente – und das nicht nur für Prinzessinnen.

Weitere Fotos:
www.malerblatt.de

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