Gebäudehülle & Innenraum

Der Himmel als Hingucker

Eine Deckenmalerei nach historischem Vorbild ziert das Restaurant im Alten Bahnhof Zoo in Wuppertal.

Nina Voigt, Caparol

Ein zwischen Abenddämmerung und Morgenröte changierender Himmel breitet sich über den Gästen des Restaurants „Alter Bahnhof“ im Wuppertaler Villenviertel am Zoo aus. Eingefasst von einem historischen Deckenfries mit Blumenornamentik ist die kunstvoll gestaltete Decke des Hauptraums das unumstrittene Highlight in dem ehemaligen Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert – damals wie heute. „Ein Himmel öffnet die Räume“, sagt die Künstlerin Svantje Palmer, die das Deckengemälde gemeinsam mit den Wuppertaler Malerwerkstätten Orth rekonstruiert hat. „Und er wird immer schöner, selbst wenn er Patina ansetzt.“
Für Malermeister Udo Orth und sein Team war es bereits die zweite aufwendige Restaurierung des Alten Bahnhofs Zoo: 1990 hatte er gemeinsam mit weiteren lokalen Handwerksbetrieben das denkmalgeschützte Gebäude gekauft, das seit der Stilllegung des Fernbahngleises und dem Auszug der Deutschen Bahn dem Verfall preisgegeben war. Die Handwerker steckten damals ihre geballte Fachkompetenz in die Restaurierung nach historischem Vorbild und machten das Jugendstilhaus wieder zu einem Schmuckstück. Im April 2012 dann der Schock: Ein Feuer zerstörte große Teile des Dachstuhls und der Fassade, das Löschwasser der Feuerwehr ließ Decken und Wände aufquellen. Das ganze Gebäude musste erneut von Grund auf saniert werden.
Besonderes Augenmerk lag wie schon 20 Jahre zuvor auf der Wiederherstellung der einzigartigen Himmelsdecke, deren Gestaltung Udo Orth beim ersten Mal noch selbst übernommen hatte. Diesmal engagierte er zusätzlich Svantje Palmer, die gemeinsam mit Orths Sohn Thomas am „Institut Superieur de Peinture van der Kelen“ in Brüssel ausgebildet wurde. Die auf Illusionsmalerei spezialisierte Künstlerin hatte für die Arbeit an der Decke nun gleich zwei Vorlagen zur Verfügung: Bilder der historischen Bemalung und Fotos der Rekonstruktion aus den 90ern. Den Himmel malte sie allerdings frei Hand: „Man muss sich selbst mit einbringen, sonst hat das keine Poesie“ erklärt Palmer.
Nach alter Tradition verwendeten Orth und Palmer für das Deckengemälde Ölfarbe. Bevor Svantje Palmer Wolken und Morgenröte malte, bekam die Decke zunächst eine Grundierung mit einer Dispersion. „Ich mache das öfter, das geht wunderbar“, so Palmer, „dann scheint schon mal ein Grundton durch und das Bild bekommt mehr Leuchtkraft.“ Über Kopf zu arbeiten, sei anstrengend – aber lohnenswert, wenn man mit den richtigen Materialien zu Werke gehe, betont die Malerin, die auch schon Himmel in Tresorräumen von Banken oder auch in Arztpraxen gestaltet hat. Bei der Wahl der Farben für den Alten Bahnhof stand Caparol-Verkaufsberater Michael Trockel dem Malerteam beratend zur Seite.
Auch der umlaufende Fries unterhalb der Decke entstand mit Innenfarbe. Orth und Palmer reihten mit Hilfe der Kunststoff-Schablonen, die Orth glücklicherweise noch aufbewahrt hatte, Ornamente aneinander, die sich durch exakte Wiederholung zu Blumengefäßen und Ranken zusammensetzen. Diese Art der Verzierung ist typisch für den Jugendstil an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, in der auch das Bahnhofsgebäude entstand. Orth ist mit Recht stolz darauf, dass sein Betrieb zu solchen Oberflächenveredelungen in der Lage ist. „Hier sieht man, dass auch Restauratoren im Malerhandwerk viel leisten können“, betont er. Ein kleines Stück der Schmuckbordüre ließen die Maler so, wie sie sie bei der ersten Restaurierung vorgefunden hatten – als Sichtfenster in die Vergangenheit des Alten Bahnhofs.

praxisplus

Auftraggeber und Verarbeiter:
Malerwerkstätten Orth
Simonshöfchen 4a
42327 Wuppertal
Svantje Palmer
Künstlerin, Düsseldorf
Verwendete Produkte:
CapaSilan Innenfarbe

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