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Ein Hauch von Zerstörung

Gebäudehülle & Innenraum
Ein Hauch von Zerstörung

Waren Rostimitationen einst allenfalls bei der Kulissenmalerei gefragt, werden sie derzeit auch bei der Gestaltung moderner Wohn- oder Gewerberäume immer beliebter.

Susanne Sachsenmaier-Wahl

Normalerweise versucht der Maler, den Rost zu verhindern. Mit Schleifgeräten und Rostschutzanstrichen rückt er ihm zu Leibe, um Geländer und Co. wieder im alten Glanz erscheinen zu lassen. Und nun soll der Maler plötzlich mit der „Produktion“ von Rost sein Geld verdienen?!
Ja, denn Rost ist zum Gestaltungsmittel avanciert. Schon seit einigen Jahren ist ein Trend zur Authentizität auszumachen. Da sind plötzlich wieder (künstlich hergestellte) Sichtbetonoberflächen in Innenräumen zu finden, Hölzer werden künstlich vergraut, Wände dürfen – mithilfe von Farbe und Kreativität künstlich erschaffen – gerne ein bisschen antik und „abgewohnt“ aussehen. Und in dieses Bild passt eben auch der Rost. Da echte Rostflächen aber viel zu unpraktisch wären (Abfärbungen, Abrieseln, etc.), greift man auch dabei wieder zur Imitation. Und hierfür ist der Maler mit Sicherheit der richtige Ansprechpartner.
Aller Anfang ist schwarz
Es beginnt alles ganz unspektakulär: Im ersten Arbeitsgang wird die Fläche schlicht deckend schwarz gestrichen. Dann heißt es: rühren! Denn nun werden der transparenten Lasur neben Volltonfarben in Oxidbraun (ca. 30 Prozent), Oxidorange (ca. 5 Prozent) und Schwarz (ca. 5 Prozent) feiner (ca. 40 Prozent) sowie grober Quarzsand (ca. 30 Prozent) beigemischt. Diese Mischung ergibt später den Grundfarbton für die „oxidierte Stahlfläche“. Das dunkelbraune Gemisch wird mit der Lasurbürste satt auf die schwarz vorbeschichtete Fläche aufgebracht und wild strukturiert. Gleichmäßigkeit ist hier völlig fehl am Platze. Das Farb-Quarz-Gemisch soll ruhig „Quarznester“ bilden, auch senkrechte „Läufer“ sind durchaus erwünscht und unterstreichen den authentischen Charakter der fertigen Rostfläche.
Highlights setzen
Nun kommt Farbe ins Spiel. Aber Vorsicht: weniger ist hier mehr. Mit Oxidorange und Oxidocker werden leuchtende Roststellen auf die braune Fläche aufgetupft. Besonders echt wirken die Rosthighlights, wenn sie z.B. eine „ablaufende“ Struktur erhalten. Sollte mal etwas zu viel frischer Rost aufgemalt worden sein, ist das kein Grund zur Panik: mit dem braunen Farb-Quarz-Gemisch können die leuchtenden Stellen schnell wieder abgeschwächt werden. Das Übertupfen mit der braunen Farbe trägt sogar noch zur Authentizität der Fläche bei. Weil der Quarzsand entlang der Roststellen wulstig wirkt, erweckt dies den Eindruck, dass der „Stahl“ an dieser Stelle schon vom Rost unterwandert ist und Blasen wirft.
Sauber und fugenlos
In nur drei Arbeitsschritten ist aus einer schlichten Wandfläche eine sehr realistisch wirkende verrostete Stahlfläche entstanden. Doch nicht nur die unkomplizierte „Rostproduktion“ hinterlässt einen positiven Eindruck. Der Kunde wird auch zu schätzen wissen, dass die Rostimitation nicht abrieselt oder abfärbt und dass jede gewünschte Fläche, egal in welcher Form und Größe, schnell mal „verrostet“ ist.
Konkurrenz fürs Original
Immer mehr Kunden wünschen sich eine außergewöhnliche Wandgestaltung. Die Nachfrage nach kreativen Techniken ist daher ungebrochen hoch. Selbstverständlich müssen auch Kreativtechniken ständig an den Zeitgeist angepasst werden und den Betrachter immer wieder verblüffen. Doch nicht immer sind es Produktneuentwicklungen, die innovative Effekte versprechen. Matthias Schmucker, Produktmanager im Bereich Dekorative Innenwandtechniken bei Caparol, weiß: „Unser Anspruch ist es, dem Malerhandwerk immer wieder neue Ideen und Techniken an die Hand zu geben, um damit trendgerechte Oberflächen zu erzeugen. Üblicherweise führt man dafür neue Produkte in den Markt ein. Dabei vergisst man mitunter, wie viel Potenzial bereits in den vorhandenen Materialien schlummert.“ Diese Erkenntnis veranlasste Schmucker und seine Kollegen dazu, auf der Basis von Caparol-Produktklassikern 16 neue Kreativtechniken zu entwickeln. Darunter sind neben der beschriebenen Rostoptik auch weitere Imitationen, wie etwa eine Schieferoptik, ein gemalter Travertin oder eine „Brettschalung“ zu finden. Techniken, die mit Sicherheit den aktuellen Trend zur Authentizität bestens bedienen. Und das mit alt bewährten Produkten.


praxisplus

„Die neuen Kreativen – Produktklassiker neu interpretiert – optisch absolut authentisch“ lautet der Titel einer Broschüre, in der Caparol 16 neue Kreativtechniken, die mit bewährten Produkten ausgeführt werden, vorstellt. Die hier beschriebene Rostoptik etwa basiert auf Histolith AntikLasur.
Die Broschüre kann unter Angabe der Best.-Nr. 869525 bei „werbemittelservice@caparol.de“ angefordert werden.
Auf der Caparol-Website finden Interessierte zu jeder der 16 neuen Kreativtechniken unter dem jeweiligen Foto der Technik einen Link auf das Datenblatt sowie das jeweilige Video mitallen Informationen zum Produkt.
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