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Fassadensanierung an ehemaligem Pfarrhof

Fassadensanierung
Sanierungsfall wird Kleinod

Fassadensanierung: Vor über 300 Jahren erbaut, bekommt der lange vernachlässigte Pfarrhof im bayerischen Großhausen eine neue Chance – und eine neue mineralische Hülle mit bauzeitlicher Gliederung. Eine hoch wasserdampfdurchlässige Fassadenfarbe schützt das historische Gebäude nun vor der Witterung.

Autor: Armin Scharf | Fotos: Martin Baitinger/Sto

Zwischen Augsburg und Ingolstadt, im kleinen Dorf Großhausen, befindet sich seit über 300 Jahren ein Pfarrhof. Bis 1969 als Pfarrhaus bewohnt, zerfiel der barocke Bau zusehends, die Diözese Augsburg als Eigentümerin schien keine rechte Verwendung mehr dafür zu haben. Inzwischen präsentiert sich das zweigeschossige Gebäude in einem Top-Zustand. Eine junge Frau aus Aichach hat den Pfarrhof vor ein paar Jahren gekauft und arbeitet seitdem an dessen Wiederbelebung. Mit dabei sind zwei Profis, die beiden Stuckateurmeister Peter und Robert Held, Vater und Großvater der neuen Eigentümerin.

Das barocke Kehlbalkendach ist gereinigt und ertüchtigt, die Eindeckung erneuert. Auch die Fassaden sind wieder in Bestform, zweifarbig gefasst und mit ungewöhnlichen Faschen versehen. „Die Faschen waren verschwunden, wurden aber vom Gutachter gefunden und dokumentiert. Also haben wir sie wieder realisiert“, so Held. Das hat auch das zuständige Landesamt für Denkmalpflege so gesehen, das sich intensiv mit den Helds um konstruktive Lösungen bemüht hat.

Fassadensanierung: Bauzeitlicher und neuer Putz

So erhielten die Fassaden schließlich auch einen neuen Putzaufbau – zumindest fast. „Die Maßgabe war, dass wir den bauzeitlichen Originalputz dort erhalten, wo er tragfähig und fest ist“. So konnte man rund 40 Prozent des historischen Putzes bewahren. Die abgenommenen Bereiche wurden neu aufgebaut, alles vollflächig mit einem Wärmedämmputz überarbeitet, der für ein angenehmes Innenklima sorgen wird. Auf diese sechs Zentimeter starke Unterputzschicht folgte die Armierungsschicht aus einem mineralischen Leichtmörtel und einem eingebetteten Glasfasergewebe. Der Oberputz besteht aus einem feinstkörnigen mineralischen Oberputz, der bei der Verarbeitung eingewaschen und somit kaum strukturiert wurde. „Wir wollten das alles so mineralisch wie möglich ausführen, auch weil es der Bauphysik des alten Gebäudes am ehesten entspricht“. Für die zweifarbige Deckbeschichtung nutzten die Stuckateure eine matt auftrocknende Fassadenfarbe, die auf Silikat-Kieselsol basiert, ohne bioziden Filmschutz auskommt und hoch wasserdampfdurchlässig ist – optisch und funktional also ideal für ein historisches Gebäude.

Geritzte Trennlinie

Auch die Faschen sind wieder da – sie sind nicht nur farblich abgesetzt, sondern auch durch eine per Lanzette eingeritzte Linie von den anderen Flächen separiert. Diese Ritzlinie findet sich überall dort, wo die beiden Farbtöne aufeinandertreffen, und unterstützt die einfache, aber prägnante Fassadengliederung. Es ist die Liebe zum Detail, die diese Restaurierung kennzeichnet.

Jetzt, da die Hülle fertig ist, geht es an den Innenausbau mit Kalkputz an den Wänden, die zuvor eine wassergeführte Wandheizung erhalten. Auch die ehemaligen Stuckornamente an den Decken der Stuben stehen auf der Wiederherstellungsliste.

„Wir haben die Sanierung auf fünf Jahre angesetzt und sind voll im Plan“, sagt Peter Held zum Halbzeit-Stand. Vor einigen Jahren hat er seinen Betrieb verkauft und widmet sich nun der Sanierung: „Wir lernen immer wieder dabei, das sehe ich sehr positiv. Dass uns viel Arbeit erwartet, wussten wir, aber auch, dass man aus dem Gebäude etwas machen kann“.


PraxisPlus

Für die Fassadensanierung des Pfarrhofs Großhausen kamen folgende Produkte von Sto zum Einsatz:

  • StoMiral (Wärmedämmputz)
  • StoLevell Novo (mineralischer Leichtmörtel)
  • Sto-Glasfasergewebe
  • StoMiral MP (mineralischer Oberputz)
  • StoColor Silical (Fassadenfarbe auf Silikat-Kieselsol-Basis)

Informationen zu den Produkten:

www.sto.de

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