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Fünf-Sterne-Ausbau

Gebäudehülle & Innenraum
Fünf-Sterne-Ausbau

Planung und Ausbau von gehobenen Hotels sind anspruchsvoll. Gäste erwarten eine hochwertige Innenarchitektur mit vielfältigen Gestaltungselementen. Zusätzlich jedoch ein Höchstmaß an Ruhe und Privatsphäre, gewährleistet durch Räume mit hervorragendem Schallschutz. In diesem Spannungsfeld bewährt sich der Trockenbau als leistungsstarke Bauweise.

Doris Pfeffermann

Bei der Wahl eines Hotels achten die meisten Gäste auf die Lage, die Architektur und die Gestaltung. Doch haben sie erst einmal eingecheckt, werden andere Punkte wichtig. Herausragender Service und ungestörte Nachtruhe sind für den Gast während seines Aufenthalts am wichtigsten. Diese Kriterien tragen wesentlich zur Kundenzufriedenheit bei und bewirken eine hohe Weiterempfehlungsquote. Lärm und Geräuschbelästigung dagegen führen häufig dazu, dass anspruchsvolle Gäste ein Haus nie wieder buchen und ihre negativen Erfahrungen auch im Internet weitergeben.
Somit ist der Schallschutz beim Innenausbau von Hotels ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Alles, was den Schallschutz beeinflusst, sollte konsequent geplant und in der Ausführung akribisch überwacht werden. Am Anfang steht die Festlegung der Anforderungen an den baulichen Schallschutz. Darüber sollten Planer und Bauherren-Vertreter ausführlich diskutieren. Studien zeigen nämlich, dass das Ruhebedürfnis der meisten Gäste in Hotels sogar höher ist als in den eigenen vier Wänden. Für den Innenausbau bedeutet dies, dass die Schallschutz-Anforderungen nach DIN 4109, die nur Mindestanforderungen darstellen, den Bedürfnissen der Gäste nicht gerecht werden. Daher sollten im Hotelbau unbedingt erhöhte Anforderungen vereinbart werden. Grundlage dafür könnten die Mindestanforderungen nach DIN 4109, Beiblatt 2 sein. Da das Ruhebedürfnis von Hotelgästen jedoch durchaus mit dem Wunsch von Wohnungseigentümern nach Ruhe vergleichbar ist, können sich Planer auch an den Vorschlägen der VDI-Richtlinie 4100 für den Wohnungsbau orientieren. Oft wird im gehobe- nen Hotelbau ein resultierendes Schalldämmmaß von Rw = 55 dB (nach DIN 4109, Beiblatt 2) oder 56 dB (nach VDI 4100 SSt II) zwischen den Hotelzimmern und zwischen Hotelzimmern und Fluren gefordert. Die Rw.R-Werte der gewählten Systeme müssen natürlich noch höher liegen, damit das gewünschte resultierende Schalldämmmaß im eingebauten Zustand erreicht wird. Hier sind z.B. Doppelständerwände mit CW- oder MAXI-TEC-Profilen von Protektor mit Rw.R-Werten von 58 bis 63 dB die richtige Wahl.
Genauso wichtig ist es, dass der Planer die Anordnung von Wandeinbauten wie Sicherungskästen oder Einbauleuchten in schalldämmenden Wänden vermeidet, denn diese können den Schallschutz erheblich beeinträchtigen. Bei der Ausführung ist darauf zu achten, dass alle Decken-, Wand- und Bodenanschlüsse sorgfältig mit Dämmstreifen versehen werden. Wandabzweigungen werden z.B. mit LWI-Profilen von Protektor ausgebildet, um Schallbrücken zu vermeiden.
Architektur und Brandschutz
Ein zweiter Punkt hat im Hotelbau in den letzten Jahren aufgrund von Unglücksfällen noch an Bedeutung gewonnen: der Brandschutz. Flur- und Hotelzimmerwände sind heute schon angemessen ausgebildet, wenn man wie oben beschrieben eine Doppelständerkonstruktionen mit 2 x 12,5 Millimetern GKF und der entsprechenden Dämmschicht gewählt hat. Eine solche Konstruktion ist als F 90 klassifiziert und entspricht so allen Anforderungen. Dies gilt aber nur, wenn auch alle Anschlüsse ordnungsgemäß ausgeführt wurden und keine unzulässigen Einbauten in die Wände integriert wurden. Auf diese Aspekte wird in der Praxis oft nicht ausreichend geachtet.
Schwierig sieht es auch in den repräsentativen Bereichen aus. Foyers, Bankettbereiche und Ballsäle werden meist großzügig angelegt und weisen oft eine eindrucksvolle Raumhöhe auf. So benötigt man hier Wände, die trotz einer übergroßen Höhe alle Anforderungen an den Brand- und an den Schallschutz erfüllen müssen. Hier sind zum Beispiel dreilagig beplankte Einfachständer-Konstruktionen einsetzbar, mir denen Wandhöhen bis zu neun Metern realisiert werden können.
Perfektion und Belastbarkeit
Auch in einem dritten Punkt unterscheidet sich der Hotelbau von anderen Bereichen. In der Hotellerie verlangt man zu jeder Zeit eine perfekte Optik der Räume. Gleichzeitig werden die Bauteile, z.B. durch das Gepäck der Gäste oder die Rollwagen des Service- und Reinigungspersonals, ständig stark beansprucht. Beim Innenausbau sollte der Planer daher möglichst durchgängig mit Zubehörprofilen arbeiten, die die Kanten vor Beschädigungen schützen, Stöße abfangen oder Schwachstellen der Konstruktion sichern.
Im anspruchsvollen Hotelbau ist daher der Bauleiter besonders gefordert. Er muss auf die strenge Einhaltung der Vorgaben achten, die durch den Schall- und Brandschutz gesetzt sind und auf den konsequenten Einbau von Zubehörprofilen achten. Es ist die Mühe wert, denn so wird das Ergebnis hochwertig und kann auch künftige Gäste begeistern.

praxisplus

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76554 Gaggenau
Tel.: (07225) 977-0/Fax: -111
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