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Kalkputz für natürlich anmutende Oberflächen in Innenräumen

Kalkputz
Schlichte Eleganz

Puristische, natürlich anmutende Oberflächen, die sich angenehm anfühlen, sind gefragt. Mithilfe eines Kalkputz mit reflektierenden Mineralzuschlägen lassen sich hochwertige Oberflächen im Innenbereich in Stein- bzw. Betonoptik in wenigen Arbeitsschritten schaffen.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Dinova

Manchmal ist weniger mehr: Wandflächen, die zwar edel und hochwertig aussehen, dabei aber eher im Hintergrund bleiben, sind beliebt. Sie eignen sich auch für die Gestaltung größerer Flächen oder als „schmückendes Beiwerk“ für kleinere Akzentflächen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Eine solche ruhige, nicht um Aufmerksamkeit buhlende „Hintergrundtechnik“ lässt sich z. B. mit dem Kalkputz „Muro“ von Dinova erzielen, dem grobe Mica-Glimmer zugesetzt sind. Die reflektierenden Mineralzuschläge beleben die Fläche dezent. Je nach Blickwinkel wird das Licht unterschiedlich zurückgeworfen und es ergibt sich eine andere Stimmung. Insbesondere in modernen Grau-, erdigen Braun-, gedeckten Orange- und „rostigen“ Rottönen lassen sich mit dem Kreativputz reizvolle Wandflächen, die garantiert im Trend liegen, schaffen.

Abgetönt wird das weiße Basismaterial durch Zugabe von Farbkonzentraten. Der Hersteller gibt im Katalog hierfür Mischungsverhältnisse für 169 Farbtöne an. Außerdem besteht die Möglichkeit, Glimmerzusätze in Silber („Argento“) oder Bronze („Bronzo“) manuell hinzuzufügen. Durch das Einritzen von „Fugen“ kann der Steincharakter noch unterstrichen werden.

Nur eine Schicht genügt

Der nach Wunsch abgetönte Kalkputz wird mit dem Spachtel vollflächig auf den grundierten Untergrund aufgetragen. Die Schichtdicke sollte möglichst gleichmäßig, die Oberfläche weitgehend glatt sein. Wenn der Putz matt wird, ist es an der Zeit, die Oberfläche mit der Kelle zu glätten.

Nach etwa eineinhalb bis zwei Stunden beginnt der Putz heller zu werden. Jetzt muss die Oberfläche verfestigt werden, die Wand gleichzeitig ebener und unebener, also leicht fleckig gemacht werden. Kurz gesagt, die „natürliche“ Wand soll kreiert werden, die dieser Technik auch ihren Namen gab: „Muro naturale“. Hierfür wird die halbtrockene Fläche mit der Kelle unter Verwendung von aufgesprühtem Wasser abgeglättet. Mit der dabei entstehenden Schlämme werden die Poren zugezogen.

Durch diesen Arbeitsschritt verschwinden die Glimmerpartikel kurzzeitig, werden im nächsten Schritt, genauso wie ein Teil der Poren, aber wieder zum Vorschein gebracht. Im fast trockenen Zustand wird die Putzoberfläche deshalb mithilfe eines Lammfellhandschuhs aufpoliert. Das Ergebnis ist eine glatte, weich zu berührende Oberfläche, die einen leichten Glimmerglanz und feine Poren aufweist. Sind Fugenlinien gewünscht, werden diese nun mithilfe eines geeigneten Werkzeugs eingezogen. Soll die Oberfläche noch glatter und glänzender sein, kann noch einmal mit der Kelle poliert werden. Dann lässt man den Putz etwa zwei weitere Stunden vollständig durchtrocknen.

Oberflächenveredelung mit Kalkputz

Wo höchste Natürlichkeit und Offenporigkeit gewünscht ist und die Oberfläche nicht geschützt werden muss (etwa im Schlaf- oder privaten Wohnbereich), belässt man die Oberfläche in dem nun erreichten Zustand. Zum Schutz vor möglichen Flecken, Schmutz oder Wasser können alternativ verschiedene Versiegelungen aufgebracht werden.

Die natürlichste Anmutung erzielt man mit „Savon d´Eau“, einer Marseiller Seife, die dünnschichtig mit einem Schwamm appliziert wird. Die Seife bewirkt nur einen leichten Glanz an der Oberfläche, verleiht dieser jedoch eine angenehme Haptik. Wenn die Seife trocken ist, reibt man die Oberfläche mit einem weichen Tuch ab. So bleibt genau die Menge Seife stehen, die benötigt wird, um Schmutz oder Wasser abzuweisen.

Noch mehr Schutz und insbesondere Glanz verleiht dem Kalkputz „Cera del Vecchio“, ein Bienwachs, das mit Seife vermischt wurde. Dieses wird zweimal dünnschichtig mit dem Schwamm aufgetragen und nach dem Trocknen mit einem Tuch abgerieben.

Wo ein erhöhter Schutz vor Wasser gefordert ist, z. B. in der Küche oder im Bad (Dinova empfiehlt „Muro“ nicht für die Anwendung im direkten Spritzwasserbereich, also etwa in der Dusche), sollte ein wasserverdünnbarer Schutzüberzug gewählt werden. Der Klarlack „Vetro“ wird für den ersten Auftrag mit Wasser verdünnt (acht Teile Wasser, zwei Teile Lack) und mit dem Schwamm aufgewischt. So ist gewährleistet, dass das Material tief in den Putz einzieht. Der zweite, unverdünnte Auftrag (ebenfalls mit dem Schwamm) bildet dagegen eine Schutzschicht an der Oberfläche. Die natürlichen Eigenschaften des Putzes gehen dadurch verloren, weshalb der Klarlack wirklich nur dort zum Einsatz kommen sollte, wo er unabdingbar ist. Wasser wird auf dem transparenten Harz jedoch zuverlässig abgewiesen. Ein Video, in dem die Verarbeitung der Schutzbeschichtungen sowie ihre Eigenschaften gezeigt werden, finden Sie hier: bit.ly/3kdwPtD.

Verarbeitungsvideo zur Technik: bit.ly/3tOQwLJ

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