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Matt bleibt matt

Gebäudehülle & Innenraum
Matt bleibt matt

Matte Innenfarben in intensiven Tönen galten lange Zeit als zu anfällig für Nutzungsspuren, wie etwa Kratzer, Handabdrücke oder sonstige Berührungen. Eine neue Generation matter Innenfarben lässt eine zufriedenstellende Entfernung solcher Spuren zu.

Rainer Jütte, Brillux

Wer schon einmal Wandflächen in stark frequentierten Flur- oder Foyerbereichen in dunklen und intensivfarbigen Tönen zu beschichten hatte, der wird in der Regel von matten Innenwandbeschichtungen abgeraten und diese Flächen mit einer mindestens seidenglänzenden Beschichtung versehen haben; bei sehr hohen Belastungen sind sicherlich zum Teil auch Acryllacke zum Einsatz gekommen oder farblose Überzüge ausgeführt worden.
Grund für diese Vorgehensweise war die bisher nicht vorhandene Belastbarkeit von matten, dunklen Intensivfarbtönen. In der Regel reichte es schon aus, wenn man mit einem weichen Mantel an dieser Fläche entlangstreifte, um diese Stelle als dauerhaften grauen Streifen zu markieren. Gleiches passierte, wenn man mit einem Finger oder der Hand über die Fläche strich, es zeichnete sich sofort eine nicht reversible Markierung ab. Versuche, die Markierungen zu beseitigen, scheiterten immer daran, dass sich die matten oder stumpfmatten Flächen bei etwaigen Reinigungsversuchen regelmäßig aufpolierten und so bei seitlicher Betrachtung aus einem flachen Winkel, unschöne Glanzstellen erkennen ließen. Ursache für die Abzeichnungen ist zum einen ein direktes Aufpolieren, wenn man mit Kleidungsstücken an der Wand entlangstreift, zum anderen ein Hautabrieb, der auf der Fläche verbleibt und bei Entfernungsversuchen dann auch wieder eine Polierstelle ergibt. Wenn man mit harten Gegenständen wie z.B. Fingernägeln über die Fläche kratzt, dann zeichnet sich eher ein Füllstoff-/Pigmentbruch ab – der sogenannte Schreibeffekt.
Neue Generation matter Farben
Diesen Erscheinungen wurde nun auf verschiedene Weise von den Farbherstellern entgegengewirkt, da der Trend zu möglichst matten Oberflächen einerseits und zu intensivfarbigen Wandflächen andererseits ungebrochen anhält. Die neue Generation der matten Innenfarben ist, was die Entfernbarkeit dieser Spuren anbelangt, den herkömmlichen, matten Innendispersionsfarben deutlich überlegen. Aber auch hier gilt noch: Wunder sind nicht zu erwarten. Die Aufpolierstellen sind deutlich reduziert und auch die Pigmentbrüche zeigen sich nur noch in deutlich abgeschwächter Form. Auf glatten Untergründen mit extremem Streiflicht weisen diese Beschichtungen in punkto Oberflächenbild allerdings noch Abweichungen gegenüber den total matt erscheinenden „Streiflichtfarben“ auf. Es gilt also abzuwägen, was am Objekt höher gewertet wird. Eine hohe Oberflächenbelastbarkeit oder eine, auch im Streiflicht, stumpfmatt erscheinende Oberfläche.
Ideal für den Objektbereich
Auf 450 Quadratmetern matter, rotbrauner Wandfläche in einem Bankfoyer hatten zahlreiche Besucher und Mitarbeiter im Laufe der Jahre deutliche Spuren hinterlassen. Hier kam eine Renovierung mit einer strapazierfähigen, seidenglänzenden Wandfarbe nicht infrage, da einige unmittelbar angrenzende Wandbereiche mit einer Wandmalerei auf dem vorhandenen matten Rotbraun ausgestaltet waren. Die Renovierung erfolgte hier in zwei Arbeitsgängen mit einer matten Innenfarbe der neuen Generation. Auch dieser Anstrich zeigte bereits nach wenigen Tagen erste Nutzungsspuren, die sich nun aber problemlos beseitigen ließen. Für den ausführenden Maler schloss sich direkt ein Folgeauftrag an, denn die hauseigene Bauabteilung war von dem Ergebnis im Foyer derart überzeugt, dass sie noch weitere hochbeanspruchte Wandflächen im Bereich der Tiefgarage auf die gleiche Weise renovieren ließ.
Auch im privaten Wohnbereich
Als Problemlöser können die neuen Funktionsbeschichtungen auch im Privatbereich punkten. So waren etwa die dunklen Wandflächen in einem Wohnzimmer ursprünglich mit einer matten Innendispersion im Farbton Schwarzbraun (RAL 8022) beschichtet und zeigten schon nach wenigen Wochen deutliche Oberflächenstörungen, die von der Hausherrin so nicht akzeptiert wurden. Alle zwei Monate neu streichen oder die Kinder aussperren, waren für sie keine Alternative, als sie den befreundeten Malermeister auf ihr Problem ansprach. Gefordert war eine schnelle, unkomplizierte Renovierung mit einer matten Oberfläche, die eine deutlich höhere Belastbarkeit aufweisen sollte. Die vorhandene Rollstruktur des dunklen Altanstriches wurde akzeptiert, sodass die Flächen nicht vorher geglättet wurden; es erfolgte lediglich ein zweimaliger Anstrich mit einer innovativen, matten Innenfarbe, um die Flächen aufzuwerten.
Die hier gezeigten Objektfotos wurden vier Wochen nach der Anstrichausführung gemacht. Erste Oberflächenstörungen hatten die Kinderhände schon im Bereich der Wandflächen und besonders an den Lichtschaltern hinterlassen. Diese konnten nun – ganz im Gegensatz zum vorherigen Anstrich – mit einem feuchten Mikrofasertuch entfernt werden, bevor die ersten Fotos geschossen wurden.

kompakt
Eine matte Innenfarbe, die keinen Schreibeffekt aufweist und herkömmlichen matten Innenfarben deutlich überlegen ist, was die Entfernbarkeit von Spuren anbelangt, wird von Brillux unter der Bezeichnung „Vetrolux ELF 3100“ angeboten. Grundsätzlich kann Vetrolux in jedem Farbton – von hell bis dunkel – hergestellt werden. Die Vorteile dieser Funktionsbeschichtung werden allerdings im dunklen Intensivfarbtonbereich am deutlichsten erkennbar, da die vorgenannten Oberflächenstörungen auf hellen Farbtönen oder Weiß kaum sichtbar sind und somit der Mehrwert nicht deutlich zum Tragen kommt.
Bedingt durch die eingesetzten Funktionsfüllstoffe und den hohen Bindemittelanteil, ergibt sich die Zuordnung in die Nassabriebklasse 1.
Weitere Informationen:
Brillux
Tel.: (0251) 7188-0/Fax: -105
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