Startseite » Themen » Gebäudehülle & Innenraum »

Silikatputz: Natürlich elegant

Silikatputz
Natürlich elegant

Silikatputz punktet durch seine natürlichen Inhaltsstoffe. Doch auch optisch kann er einiges hermachen, wie ein dekorativer Innenputz beweist: Dank einem enthaltenen Natursteingranulat, das im Wechsellicht dezent perlmuttfarben glitzert, entsteht ein eleganter Terrazzo-Effekt.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl I Fotos: Alligator

Kreativtechniken wird gerne nachgesagt, dass sie mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden sind. Das mag für einige zutreffen, aber es gibt auch andere Beispiele. Ein Innenputz auf Silikatbasis etwa erzeugt durch ein untergemischtes Natursteingranulat eine Wandoberfläche, die natürlich und elegant zugleich wirkt. „Der Putz überzeugt durch eine besondere Finesse des Designs, das der Oberfläche durch feine eingestreute Körnungen einen Hauch Terrazzo verleiht“, schwärmt Vanessa Aurin. Die Maler- und Lackierermeisterin arbeitet als Technikerin für Dekorative Innenwandtechniken innerhalb des DAW-Profivertriebs in Deutschland auch für die Marke Alligator, von der der Putz angeboten wird. Doch ein Faible für „Art Nobile“, wie der Putz heißt, hatte sie schon vor ihrer Zeit bei Alligator: „Ich kenne Art Nobile seit mehr als zehn Jahren sehr gut, denn es war das Produkt, mit dem ich mein Meisterstück gemacht habe“, erinnert sich Vanessa Aurin. Ihre Kenntnisse im Umgang mit dem Putz gibt sie heute gerne in Seminaren an Malerkollegen weiter.

Ein Arbeitsgang genügt

Vanessa Aurins Begeisterung für den dekorativen Silikatputz begrenzt sich aber nicht ausschließlich auf die natürlich anmutende Optik. Die Fachfrau weiß, dass auch seine unkomplizierte Verarbeitung den Einsatz des Produkts extrem interessant macht: „Art Nobile wird in nur einem Arbeitsgang, individuell, mit einer rostfreien Venezianerkelle aufgetragen. Nach einer Ablüftzeit von circa 30 bis 60 Minuten (je nach Schichtstärke, Untergrund und Raumklima ist auch eine längere Ablüftzeit denkbar) kann die Oberfläche nachgeglättet werden.“ Je nach Länge der Ablüftzeit entsteht an der Oberfläche beim Glätten eine rauere oder eine glattere Optik. Hier muss sich der Verarbeiter etwas herantasten, um exakt den Look zu erzielen, der gewünscht ist. Auch die Art und Weise, wie die Glättkelle geführt wird, hat Einfluss auf das Ergebnis. „Die individuelle Verarbeitung, also die Handschrift jedes Verarbeiters, beeinflusst die Optik maßgeblich“, bestätigt Vanessa Aurin. „Natürlich kann auch mit anderen Werkzeugen gearbeitet werden – man muss nur seiner Kreativität freien Lauf lassen.“ Der Fantasie sind bei der Oberflächengestaltung also keine Grenzen gesetzt: „Von sehr feinen, glatten Flächen bis zu gesetzten Spachtelschlägen, Graten und Unebenheiten ist möglich, was gefällt“, sagt die Malermeisterin und gibt noch einen besonderen Gestaltungstipp: „Das Ineinander-Spachteln mehrerer Farbtöne kann für zusätzliche Lebendigkeit sorgen.“

Auf guten Grund

Doch bevor der Putz aufgezogen und gestaltet werden kann, muss der Untergrund vorbereitet werden. „Egal ob organisch oder mineralisch – der Untergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein“, stellt Vanessa Aurin klar und erklärt, was in Sachen Untergrundvorbehandlung zu tun ist: „Der Untergrund ist vorab planeben zu spachteln, sodass keine Unebenheiten, Löcher oder Lunker vorhanden sind.“ Zu genau muss man es damit allerdings nicht nehmen. „Kleinere Unebenheiten werden durch den Materialauftrag ausgeglichen“, beruhigt die Malermeisterin. Nach dem Spachteln folgt die Grundierung. „Gipshaltige Untergründe sind mit Multi-Grund 3 in 1 zu grundieren, teilgespachtelte Flächen erfordern eine zweimalige Beschichtung mit Multi-Grund 3 in 1. Es kann sonst zwischen dem Kaliwasserglas und dem Gips zu einer chemischen Reaktion und somit zu einer Farbveränderung kommen“, warnt Aurin. Die lösemittelfreie, pigmentierte Spezialgrundierung sorgt nicht nur für eine gute Haftung, sondern verlängert auch die Offenzeit der nachfolgenden Beschichtung deutlich.

Die Eigenschaften von Silikatputz überzeugen

Der dekorative Silikatputz ist aufgrund seiner edlen Optik für den gehobenen Wohnbereich sowie für repräsentative Innenräume bestens geeignet. Über den Tönautomaten lassen sich aus dem naturweißen Materialfarbton des Putzes 34 weitere Farben ausmischen. Sämtliche Farbtöne unterstreichen die äußerst natürliche Ausstrahlung. Die Palette reicht von Gelbtönen über Orange und gedeckte Rottöne bis hin zu Blau und Grün.

Die Optik erfüllt also voll und ganz den Wunsch nach Natürlichkeit. Doch spiegelt sich die Natürlichkeit auch in der Rezeptur wider? „Art Nobile ist ein mineralischer Putz auf Silikatbasis. Er ist frei von Lösungsmitteln, Weichmachern und Konservierungsstoffen, was ihn nicht nur in Sachen Umweltschutz zum Highlight macht, sondern auch zum Putz der Wahl für Allergikerhaushalte“, freut sich Vanessa Aurin. „Weitere entscheidende Vorteile sind die sehr hohe Diffusionsfähigkeit, wie auch die optimale Aufnahme und Abgabe der Raumluftfeuchtigkeit. Auf diese Weise wird der Entstehung von Schimmelpilzen vorgebeugt, und es ergibt sich zusätzlich ein angenehmes Wohnklima. Diese Eigenschaften machen Art Nobile perfekt für den Einsatz in Wohn- und Nassräumen. Aber Achtung, der Putz ist nicht für den Spritzwasserbereich geeignet!“, warnt die Technikerin. Gemeint ist damit der Bereich, der direkt vom Wasserstrahl getroffen wird, wie z.B. der Innenbereich von Duschen. Auf Wandflächen hinter Waschbecken, wo in der Regel nur einzelne Tropfen auf den Putz treffen, kann dieser dagegen angebracht werden. Hier empfiehlt Alligator allerdings die Überarbeitung mit einer Hydrophobierung. „Die Art-Deco- Imprägnierung schützt mit Art Nobile gestaltete Flächen zuverlässig vor Spritzwasser. Das Material bildet eine hoch hydrophobe, abperlende, nicht vergrauende Oberfläche und trocknet farblos auf. Die Wasserdampfdiffusion des Untergrundes wird nicht beeinträchtigt“, erklärt Vanessa Aurin. Dafür verändere die Hydrophobierung die Optik etwas: „Durch den Auftrag wird der Farbton intensiver.“

Wandgestaltung im Natur-Hotel

Die gelungene Kombination von natürlich edler Optik einerseits und wohngesunden Eigenschaften andererseits, machte den dekorativen Silikatputz auch bei Umbauarbeiten im Natur-Landhaus Krone in Maierhöfen im Allgäu (www.naturlandhaus-krone.de) zur ersten Wahl. Das Hotel lädt mit Wellness oder Yoga, Basenfasten oder Soulfood-Menü im biozertifizierten Restaurant seine Gäste zum Entspannen ein. In einem historischen Stallgewölbe entstand vor Kurzem eine großzügige Panorama-Feuerlounge mit heimeligen Sitznischen, in denen man mit einem spannenden Buch und/oder einem Glas guten Weins zum Knistern des Feuers trefflich die Seele baumeln lassen kann. Um dem besonderen Anspruch des Hotels in Sachen Hochwertigkeit, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit auch in der neuen Lounge Rechnung zu tragen, setzte man bei der Wandgestaltung auf Art Nobile. Die natürlich-dezente Wandgestaltung trägt heute ihren Teil zur Rundum-Wohlfühl-Atmosphäre des neuen Raumes bei. „Die Lounge ist ein echtes Schmuckkastl geworden“, resümiert Hotel-Inhaber Frank Übelhör. „Unsere Gäste verbringen dort gerne entspannte Stunden und wir freuen uns über das super Feedback.“

Ein Verarbeitungsvideo finden Sie hier: bit.ly/3OZXaIv


Foto: Alligator

Um den Untergrund vorzubereiten, empfiehlt sich eine pigmentierte Grundierung, die die Offenzeit verlängert, für eine gute Haftung sorgt und Reaktionen zwischen Gipsspachtelungen und silikatischen Folgebeschichtungen vermindert.


Foto: Alligator

Nachdem der Putz noch einmal kräftig aufgerührt wurde, zieht man ihn mit einer rostfreien Venezianer-Kelle auf. Anstelle eines Farbtons können auch zwei gleichzeitig nebeneinander auf die Kelle gegeben werden.


Foto: Alligator

Das Besondere an dem dekorativen Silikatputz ist, dass er in nur einem Arbeitsgang appliziert wird. Ob der Putz dabei möglichst glatt oder bewusst rau und mit Spachtelgraten aufgebracht wird, ist der Fantasie des Verarbeiters überlassen.


Foto: Alligator

Nach einer Ablüftzeit von ca. 30 bis 60 Minuten (je nach Schichtstärke, Untergrund und Raumklima auch länger) wird die Oberfläche nachgeglättet. Der Zeitpunkt entscheidet auch darüber, ob die Oberfläche mehr oder weniger aufreißt.


Foto: Alligator

Für den direkten Spritzwasserbereich ist der Putz nicht geeignet. Überall dort, wo er gelegentlichen Wasserspritzern ausgesetzt ist, kann die Oberfläche durch eine farblose Hydrophobierung geschützt werden.


Vanessa Aurin. Technikerin für Dekorative Innenwandtechniken bei DAW

„Durch das Wechselspiel von glatten und leicht rauen Flächen changiert die Farbigkeit zusätzlich.“

Anzeige
Malerblatt Wissenstipp
Anzeige
Aktuelle Ausgabe
Titelbild Malerblatt 8
Ausgabe
8.2022
ABO
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]

Malerblatt Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Malerblatt-Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Malerblatt-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Malerblatt-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de