Schlanke Alternative

Der spezielle Materialaufbau aus heterogenem Vinyl macht diese Designböden strapazierfähig und bietet eine sehr geringe Aufbauhöhe. Designböden bieten deshalb insbesondere bei der Renovierung deutliche Vorzüge gegenüber anderen Belagsarten.

Autor: Simon Heuermann I Fotos: Brillux

Häufig sind es Malerbetriebe, die im Zuge einer Renovierung mit der Verlegung von Designböden betraut werden. Grund genug, sich mit Designbelägen und deren Verlegung auseinanderzusetzen. Welche Besonderheiten gilt es bei der Verlegung zu beachten? Welche Anforderungen stellt das Material an Untergründe und Verarbeitung? Und auf welches Werkzeug sollten Maler zurückgreifen?

Akklimatisierung des Materials

Designböden sind für ihre authentische Optik und ausgereifte Warenqualität bekannt. Allerdings erfordern die Materialeigenschaften einige Besonderheiten in der Behandlung. Vor allem die Temperierung spielt bei der sicheren und optimalen Verlegung eine große Rolle. In der Basis bestehen Designböden aus Polyvinylchlorid, das unter Temperatureinfluss zu geringen Dimensionsschwankungen neigt. Aus diesem Grund ist eine ausreichende Temperierung des Bodenbelags vor Verklebung zwingend notwendig, das heißt:

  • Der Bodenbelag sollte mindestens 24 Stunden vor der Verlegung akklimatisiert werden.
  • Die Raumtemperatur darf für die Verlegung 18 Grad Celsius nicht unterschreiten.
  • Der Bodenbelag sollte dabei unbearbeitet in der geöffneten Verpackung, im Raum verteilt liegend, gelagert werden.

Untergrundvorbereitung

Designböden sind dampfdichte Beläge. Auch wenn die Fugenkonstruktion theoretisch ein Diffundieren von Untergrundfeuchte zulässt, so sind die Regeln der Technik zur Bestimmung der Untergrundfeuchtigkeit zwingend einzuhalten: Zum Beispiel darf ein beheizter Zementestrich eine maximale Restfeuchtigkeit von 1,8 CM Prozent (lt. BEB Merkblatt) nicht überschreiten. In der Renovierung ist die Untergrundfeuchtigkeit in vielen Fällen unkritisch. Gerade aus diesem Grund sollte sich der Verarbeiter aber nicht zu sicher fühlen und zumindest orientierend die Restfeuchte beurteilen. Der praxisgerechte Folientest gibt hier einen ersten Aufschluss. Gemäß ATV DIN 18365 ist allerdings grundsätzlich eine ergänzende CM-Messung durchzuführen.

Im Systemaufbau ist es grundsätzlich erforderlich, die Bodenflächen zu spachteln. Mit den richtigen Werkzeugen und der korrekten Arbeitsweise können so glatte Bodenflächen erstellt werden. Für den definierten Schichtauftrag kommt ein Zahn- oder Stiftrakel zum Einsatz. Der Verlauf der Spachtelmasse wird mit der Entlüftungswalze zusätzlich angeregt. Gemäß dem Stand der Technik gilt, dass sichtbare Kellenschläge im Oberbelag nicht zu tolerieren sind – letztlich handelt es sich dabei um handwerkliche Fehler.

Verlegung

Für die Verlegung des Designbodens ist es hilfreich, die erste Planke/Fliese anhand einer Schlagschnur auszurichten. Die erste Reihe wird dann immer im Versatz folgend verlegt. Somit ist gewährleistet, dass jede Planke/Fliese zwei Anlageflächen hat (Kopfnaht und Seitennaht). Mit dieser Technik vermeidet der Verarbeiter Bogenverzüge und kann alle nachfolgenden Reihen problemlos und passgenau legen.

Designbeläge unterliegen geringen Maßschwankungen. Für eine sichere Verklebung kommen daher in der Regel Nassbettkleber mit harter Klebstofffuge zum Einsatz. Diese sollten eine gute Anfangshaftung haben, damit eine Fugenbildung vermieden wird. Je nach Dekor und Gestaltung können zusätzlich Akzentstreifen bei der Verlegung mit verklebt werden.

Bei der Verklebung sollten die einzelnen Fliesen/Planken nicht gegeneinander gepresst, sondern mit leichtem Druck gegeneinander gestoßen werden.

Während der Verlegung walzt man den Designboden immer wieder mit der Andrückrolle an.

Für das Zuschneiden ritzt man den Designboden an der Oberfläche mithilfe eines Profi-Verlegemessers mit Trapezklinge mit sanftem Schnitt ein, knickt den Belag dann und schneidet nach.

Generell müssen Bodenbeläge nach der Verklebung mit Nassbettklebern mit der Andruckwalze nachgewalzt werden, um einen optimalen Haftungsverbund zu erzielen. Auch hier spielt die Raumtemperatur eine entscheidende Rolle: 72 Stunden nach der Verklebung bis zur vollständigen Aushärtung des Klebers muss die Raumtemperatur konstant bleiben.

Abschließende Reinigung

Der neu verlegte Designboden sollte vor der Benutzung grundgereinigt werden, um verlege- und baubedingte Rückstände und Verschmutzungen zu entfernen. Dafür die Reinigungslösung auf der Bodenfläche verteilen und nach einer Einwirkzeit von circa zehn Minuten reinigen, am besten mit einer Einscheibenmaschine mit Schrubbbürste oder rotem Pad. Anschließend den Schmutz mit einem saugfähigen Wischmopp oder einem Sprühsauger mit Hartbodenadapter aufnehmen. Danach die Bodenflächen mit klarem Wasser neutralisieren, bis alle Reinigungsmittelreste vollständig beseitigt sind.

Weitere Fotos:
www.brillux.de/designboden


Foto: Brillux

Die erste Designboden-Planke bzw. -Fliese wird anhand einer Schlagschnur ausgerichtet. Die folgenden Reihen werden jeweils im Versatz verlegt.


Foto: Brillux

Für die Verklebung kommen in der Regel Nassbettkleber mit harter Klebstofffuge zum Einsatz. Diese sollten eine gute Anfangshaftung haben, damit eine Fugenbildung vermieden wird.


Foto: Brillux

Je nach Dekor und gewünschter Gestaltung können bei der Verlegung Akzentstreifen mit verklebt werden.


Foto: Brillux

Bei der Verklebung sollten die einzelnen Fliesen/Planken nicht gegeneinander gepresst, sondern mit leichtem Druck gestoßen werden.


Foto: Brillux

Während der Verlegung walzt man die einzelnen Designboden-Elemente mit einer kleinen Andrückrolle an.


Foto: Brillux

Zum Zuschneiden ritzt man den Designboden an der Oberfläche mithilfe einer Trapezklinge sachte ein, knickt den Belag und schneidet nach.


Foto: Brillux

Nach der Verklebung wird der Designboden
mit der Andrückwalze nachgewalzt, um einen
optimalen Haftungsverbund zu erzielen.