. Schutz und Ästhetik - Malerblatt Online

Gebäudehülle & Innenraum

Schutz und Ästhetik

Speziell beschichtete Trockenbauplatten besitzen nicht nur eine hohe Schutzfunktion. Durch die vielen Dekore und die Möglichkeit der Individualisierung ist auch das gestalterische Potenzial solcher Platten sehr hoch. Das Anwendungsspektrum reicht daher von rein funktionalen Bauten und hoch frequentierten Gebäuden bis hin zu architektonisch anspruchsvollen Privathäusern.

Susanne Sachsenmaier-Wahl

Überall dort, wo hohe Ansprüche an die Wandbekleidungen bestehen, wie etwa in Kliniken, Pflegeheimen, Schulen, Hotels oder Labors sowie in den Nassräumen der genannten Objekte, stößt der Standard-Trockenbau in Verbindung mit einer herkömmlichen Beschichtung häufig an seine Grenzen. Anforderungen an Rammschutz, Graffitischutz, Lösungsmittelresistenz, schnelle und einfache Reinigung und vor allem Brandschutz können nicht immer ausreichend gewährleistet werden. Fermacell hat sein Portfolio deshalb nun weiter ausgebaut und bietet seit kurzem oberflächenfertig beschichtete Gipsfaserplatten und zementgebundene Nassraumplatten für den Wandbereich an, die hoch belastbar, stoß- und abriebfest, reinigungsmittelbeständig sowie graffitifest sind. Die mineralisch beschichteten Platten sind in den Baustoffklassen A2 für Lösungen im baulichen Brandschutz sowie B1 für Lösungen bei weniger anspruchsvollen Brandschutzanfordrungen verfügbar. Doch das sind nicht die einzigen Gründe, die die neuen Platten äußerst attraktiv machen, weiß Stefan Klein, Produktmanager bei Fermacell: „Ein weiterer Grund zum Einsatz von Fermacell Design ist neben den ganzen funktionellen Eigenschaften die Möglichkeit, aus einer Vielfalt von Farben und Dekoren auswählen und somit sein Farbkonzept durch das ganze Projekt verwirklichen zu können.“ Nahezu jede gewünschte Farbvariante, dazu kommen Holz-, Stein- oder Reliefdekore, aber auch beliebige Prints mit Wunschmotiven können realisiert werden.
Auch für die Nasszelle
Als Basis für die Beschichtungen dienen je nach Anforderung Gipsfaser-Platten oder zementgebundene, wasserfeste Platten. Letztere erlauben den Einsatz der Design-Platten sogar im direkten Spritzwasserbereich, also beispielsweise als Auskleidung von Duschen. Doch nicht nur das Material an sich trägt dazu bei. „ Das Produkt hat den Vorteil, dass durch große Formate der Fugenanteil stark reduziert werden kann, z. B. bei einem Plattenmaß in der Dusche von 2600 x 1000 Millimetern,“ ergänzt Stefan Klein. Da sich die Oberflächen laut Hersteller mit gängigen Mitteln zuverlässig reinigen lassen, dürfte auch das spätere Sauberhalten der Nasszelle unproblematisch sein.
Integriert oder aufgesetzt
Der Hersteller bietet, je nach Anforderung, zwei Varianten der Wandbekleidung an: entweder als integriertes oder als aufgesetztes System. In der Variante „integriertes System“ werden die Platten als zweite Lage bündig in der Trockenbauwand montiert. Als „aufgesetztes System“ können die Platten direkt auf allen festen Untergründen verarbeitet werden. Massive, verputzte Wände oder Stahlbetonwände sind hier ebenso geeignet wie Trockenbausysteme. Diese Lösung spart aufwendige und kostenintensive Unterkonstruktionen ein. Die nicht sichtbare Montage erfolgt schnell und dauerhaft mit einer geprüften Systemkleberverbindung. Ein umfangreiches Sortiment an passenden Eck-, Verbindungs- und Abschlussprofilen in Edelstahl runden das System ab.
Einfache Verarbeitung
Das Produkt könne von jedem Handwerker verarbeitet werden, der mit dem Trockenbau vertraut ist, da ist sich Stefan Klein sicher: „Die Montage ist mit Hilfe von Saughebern gut und einfach durchführbar. Die Gipsfaserplatte lässt sich mühelos vor Ort an die baulichen Gegebenheiten mithilfe von Diamantwerkzeugen (Diamantsägeblatt) anpassen.“ Zur Montage der Wandbekleidungen wird zunächst ein Doppelklebeband vertikal auf dem Untergrund oder plattenrückseitig im Abstand von 300 bis 400 mm fest aufgeklebt. Anschließend kann der systemzugehörige Montagekleber in Dreiecksraupen in gleichmäßigen Abständen aufgetragen und die Platte lot- und fluchtgerecht montiert werden. Die Platte wird fest auf den Untergrund angedrückt und das Verbindungsprofil seitlich in die Nut eingeschoben, mit Montagekleber fixiert und verschraubt. Innenecken werden in der Regel stumpf gestoßen und mit elastischem Versiegelungsmaterial verfugt. Bei Wandabschnitten mit Außenecken beginnt man am besten an denselben mit der Montage.
Als Vorarbeit genügt das vollflächige Grundieren des festen, ebenen Untergrunds bei allen Anwendungen mit Ausnahme von Nasszellen. In spritzwasserbeanspruchten Zonen sind die Randanschlüsse (Wand/Wand oder Wand/Boden) sowie Bewegungs- und Anschlussfugen sowie Durchdringungen mit zum System gehörenden Dichtbändern, Dichtecken beziehungsweise-Dichtmanschetten zu versehen.
Auf den ersten Blick zählen die beschichteten Platten nicht gerade zu den „malerfreundlichen“ Produkten, da sie nicht beschichtet werden müssen. Die klassischen Malerarbeiten fallen also weg. Welche Argumente sprechen dennoch dafür, dass der Maler die Verarbeitung des Produkts in Erwägung ziehen sollte? „Fermacell Design ist ein Ergänzungsprodukt zu den klassischen Malerarbeiten, in den Wandbereichen, die einer hohen Beanspruchung standhalten müssen,“ erklärt Klein. „Durch die integrierte Verarbeitung können die hoch beanspruchten Bereiche wie beispielsweise in Krankenhausfluren in unteren Wandbereichen mit dem Produkt ausgeführt werden, während die restlichen Wandbereiche klassisch ausgeführt sein können. Die Gipsfaserplatte gibt es auch als spachtelfertige Q4-Oberfläche, die Fugenausbildung ist herkömmlich, das großflächige Spachteln entfällt, sodass recht zügig Maler- oder Tapezierarbeiten ausgeführt werden können. Durch die angebotenen RAL- und NCS-Töne können die unterschiedlichen Wandbereiche sogar in gleichen Farben ohne Unterschied ausgeführt werden.“ Die werksseitigen Beschichtungen selbst sind außergewöhnlich langlebig und verlängern so den Sanierungszyklus auf Jahrzehnte, was dem Kunden einen deutlichen Zusatznutzen bringt und die Zufriedenheit erhöht.
Bleibt die Frage, wie sich die Platten renovieren lassen, sollte dies trotz extremer Robustheit notwendig sein. Auch hier hat Stefan Klein eine Lösung parat: „Fermacell Design kann aufgrund seiner Eigenschaften wie Graffitischutz und Lösungsmittelresistenz später zwar nicht mehr erneut beschichtet werden. Durch die Art der Montage mit Kleber (nur teilflächig) ist es aber möglich, die Platten später bei Bedarf relativ unproblematisch auszutauschen.“

praxisplus
Ein neues Verarbeitungsvideo zeigt, was bei Planung und Verarbeitung von Fermacell Design beachtet werden muss. Dabei stellt der moderne animierte Verarbeitungsfilm die einzelnen Arbeitsschritte anschaulich dar und bietet grundlegende Hinweise zur professionellen Verarbeitung. Das Video ist abrufbar unter

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