Kalk-Lehmputz mit Schablonenornament im Shabby-Chic-Stil

Shabby-Chic mit Schablone

Neben zahlreichen technischen Innovationen wartete die FAF 2019 selbstverständlich auch mit Highlights für die Wandgestaltung auf. In Verbindung mit einem Kalk-Lehmputz und nach Wunsch mit einer Veredelung durch pigmentierte Seife ermöglichen beispielsweise großformatige Schablonen mit klassischen Mustern ein Wandkleid im gefragten Shabby Chic.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Schablonen sind im Malerhandwerk allgegenwärtig. Man denke nur an gemalte Hausnummern oder an Markierungen, etwa in Parkhäusern oder auf Parkplätzen. Diese Arbeiten werden in der Regel mithilfe einer Schablone ausgeführt. Neben den „nützlichen“ Schablonen sind jedem Handwerker, der sich schon einmal mit klassischen Malertechniken befasst hat, vor allem aber Musterschablonen ein Begriff. Egal ob Blumenranken, Mäanderbänder oder die derzeit beliebten Schriftzüge – mithilfe von Schablonen lassen sich einzelne Wandbilder, endlose Muster oder Schmuckbordüren schnell und relativ einfach an die Wand (oder auch an die Decke oder den Boden) bringen.

Mit Schablone zum Shabby Chic

Trotz aller Vorteile von Schablonen war es in der Innenraumgestaltung in den letzten Jahren ruhig geworden um die einst so beliebten Malvorlagen. Statt schönen Mustern stand die Materialität im Vordergrund. Man denke nur an die unzähligen Kreativtechniken, mit deren Hilfe sich Beton, Stein oder gar Rost und Kupferpatina imitieren lassen. Der Industrial Style hat Einzug in die Wohnwelt gehalten. Mit diesem Stil bekennt man sich gerne zum unperfekten Schönen. Auch der ebenfalls beliebte Shabby Chic setzt auf den Charme des Unperfekten. Allerdings zeichnet sich letzterer im Gegensatz zum Industrial Style durch eine verspielte, feminine Note aus. Und, mal ehrlich, wer entscheidet denn größtenteils, wie die Wohnung eingerichtet wird? Richtig, die Frau!

Auf der FAF in Köln präsentierte der schwäbische Farben- und Lackprodukzent Jaeger eine Kreativtechnik, die verspielte Muster und Putzflächen mit deutlicher Patina gekonnt verbindet. Und die Muster, wer hätte es geglaubt, entstehen mithilfe von fünf großformatigen Schablonen.

Von prachtvoll bis exotisch

Die fünf Schablonenmotive sind ganz unterschiedlichen Stilrichtungen entlehnt: Mit der Schablone „India“ lässt man den prachtvollen Glanz der Maharadschas wieder aufleben, mit „Africa“ und „Oriental“ holt man sich aufregend exotisches Flair in die vier Wände, „Arabic“ zaubert traumhafte Arabesken und mit „Italia“ wird der unvergleichliche Charme venezianischer Paläste nachempfunden. Letzterer erinnert beispielsweise an Omas Spitzendeckchen, wie Lorenz Vogt, Bereichsleiter Marketing bei Jaeger augenzwinkernd sagt.

Die Schablonen im stattlichen Format von 50 x 70 cm – die Schablone „Italia“ mit ihrem Kassettenmuster bzw. Spitzendeckchen-Design ist sogar 50 x 100 cm groß – sind aus stabilem Kunststoff gefertigt und lassen sich selbstverständlich nach der Reinigung mit Wasser wiederverwenden. Sie werden in den verarbeitungsfertigen Kalk-Lehmputz „Calce Argilla“ eingebettet. Dank der Materialkombination aus feinem Marmormehl mit Natursanden, hohem Lehmanteil und integrierten Cellulosefasern sind mit dem Putz auch hohe Schichtdicken möglich. Ein Aspekt, der sich beim Arbeiten mit den Schablonen äußerst positiv auswirkt. Denn so treten die Muster extrem plastisch hervor. Das hohe Standvermögen des Putzes erlaubt außerdem extrem scharfe Musterkanten, die beim Abnehmen der Schablone nicht verwischt werden.

Ganz bewusst nicht ganz perfekt

Die Verarbeitung ist einfach, sofern man mit Traufel und Kelle umzugehen weiß. Die erste Schicht des Kalk-Lehmputzes wird glatt aufgezogen. Nach einer Trocknungszeit von etwa 12 Stunden bringt man eine zweite Schicht auf. Diese muss nicht gleichmäßig sein, Fehlstellen oder Unebenheiten sorgen bereits jetzt für die spätere charakteristische Patina der Technik. Direkt nach dem Aufziehen bettet man in den frischen Putz die Schablone ein. Diese wird, ganz nach Wunsch, komplett überspachtelt, oder, um den nicht ganz perfekten Charakter zu unterstreichen, nur partiell in den Putz gedrückt. So erscheint das Muster später bruchstückhaft. Nach dem Abheben der Schablone kann der Putz jederzeit noch nachbearbeitet werden. So kann ein Teil des Musters wieder glatt gezogen werden, um so eine ausgebesserte Wandstelle zu imitieren. Diese Methode macht die Kreativtechnik übrigens auch so unproblematisch in der Umsetzung, verrät uns Michael Jägersküpper, Leiter der Anwendungstechnik. Wurde das Muster versehentlich beim Abheben der Schablone verwischt oder die Putzfläche vor der Trocknung zufällig beschädigt, verzieht man den Putz an dieser Stelle einfach und „baut eine erwünschte Ausbesserungsstelle ein“. Das funktioniert übrigens auch prima bei einem fortlaufenden Muster, wie etwa dem Kassettenmuster, wenn die Schablone nicht exakt angesetzt wurde.

Kreativtechnik mit Mehrwert

Da der Kalk-Lehmputz mit den Mineralfarbkonzentraten des Herstellers in Pastelltönen eingefärbt werden kann, bleiben auch farblich bei der neuen Kreativtechnik keine Wünsche offen. Die anscheinend über Jahrzehnte in Würde gealterte Optik der Putzoberflächen mit Schablonenmuster kann man durch eine Veredelung mit eingefärbter Wachsseife noch verstärken. Hierzu wird die Seife, der bis zu drei Prozent Farbkonzentrat beigemischt werden kann, mit dem Pinsel auf die trockene Putzoberfläche aufgetragen. Beim anschließenden Abreiben mit einem Baumwolltuch verbleibt die Seife nur in den Vertiefungen und betont dadurch einerseits den dreidimensionalen Effekt, andererseits verleiht sie dem Putz seine Patina.

Auch wenn die besondere Optik der Putztechnik im Vordergrund steht, so verbessert diese ganz nebenbei auch noch das Wohnklima. Bekanntlich sorgen Lehmputze für ein besonders gesundes Raumklima, da sie Feuchtigkeit aus der Raumluft puffern können. Dank seiner Alkalität, die auf den Kalkanteil zurückzuführen ist, weist der Putz außerdem einen natürlichen Schimmelschutz auf. Laut Hersteller wird sogar Formaldehyd aus der Raumluft gefiltert und abgebaut.

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Foto: Susanne Wierse

Auf die erste vollflächig applizierte Lage Kalk-Lehmputz bringt man nach der Trocknung eine zweite Lage auf. Diese darf ganz bewusst Fehlstellen und Unebenheiten aufweisen.


Foto: Susanne Wierse

In den frischen Putz wird die Kunststoffschablone eingelegt und mit Putz überzogen.


Foto: Susanne Wierse

Die Schablone muss dabei nicht vollflächig überzogen werden; Fehlstellen lassen das Muster bruchstückhaft und damit antik erscheinen.


Foto: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Das mithilfe der Schablone „Italia“ entstandene Kassettenmuster wirkt durch nachträglich geglättete Partien wie ausgebessert und strahlt durch die Veredelung mit Seife eine elegante Patina aus.



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