Gebäudehülle & Innenraum

Tief durchatmen

Bei der Wand- und Deckengestaltung setzen immer mehr Menschen auf die Kraft der Natur und suchen nach ökologischen und nachhaltigen Produkten. Viele Baustoff-Hersteller werben deshalb mit Schlagworten wie wohngesund, ökologisch oder umweltfreundlich für ihre Produkte. Tonputz erfüllt diese Versprechen tatsächlich.

Autorin: Bärbel Bosch I Fotos: Emoton

Die Branche gibt sich grüner, als sie ist. Sicherheit erhalten Verbraucher nur bei Volldeklaration der Inhaltsstoffe“, urteilt Norbert Kaimberger, Geschäftsführer des Tonputzherstellers Emoton. Und diese ist bei Baustoffen nicht selbstverständlich: „Die Volldeklaration ist freiwillig und wird selten umgesetzt. Denn damit gibt man Herstellerwissen preis“, so Norbert Kaimberger. Oft erscheinen auf der Verpackung deshalb Sammelbegriffe wie Trockenstoffe, Zusätze zur besseren Verarbeitung oder klassierte Zuschläge, hinter denen sich jede Menge Chemie verbergen kann. Selbst auf das Prädikat „lösemittelfrei“ ist nicht immer Verlass. Hersteller tricksen hier mit Ersatzstoffen, deren Siedepunkt bei mehr als 200 Grad Celsius liegt und die damit nicht mehr als Lösemittel gelten. Die darin enthaltenen schädlichen Substanzen verflüchtigen sich zwar nicht so schnell, gasen aber trotzdem über Monate und Jahre hinweg aus. „Auch höher siedende Lösemittelersatzstoffe sind Nervengifte, die sich im Körper anreichern“, warnt Norbert Kaimberger.

Tonputz erweist sich vor diesem Hintergrund als eine besonders wohngesunde und naturverträgliche Option: Er ist als natürlich vorkommendes Material frei von chemischen Zusatzstoffen, kann Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Zudem unterstützt Ton die Ionisation der Raumluft und absorbiert Gerüche. Mit seiner antistatischen Oberfläche kann der Putz die Staubbildung in Innenräumen deutlich reduzieren.

Auch Malermeister Jörg Held, Geschäftsführer bei Steuernagel & Lampert, schätzt das Material Tonputz. Er kam durch dessen besondere Reinheit auf den Werkstoff: „Auf Wunsch eines Kunden suchte ich nach einem Tonputz für die Wandgestaltung und stieß auf den österreichischen Hersteller Emoton, der Putze, Spachtel und Farben anbietet. Das Material überzeugt in Verarbeitung, durch die positiven bauphysikalischen Eigenschaften und die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten.“

Inzwischen hat der Baustoff Ton den Sprung aus der Ökonische geschafft und kommt auch bei großen Prestigeobjekten zum Zug: So kamen beim Umbau des 50 Meter hohen ehemaligen Wasserturms von Radolfzell zum Hotel Tonspachtelungen zum Einsatz. Auch Schulen, Kindergärten, Büros, Hotels, Frisörsalons, sogar eine Kunst- und Konzerthalle wurden mit Ton als ebenso gesundem wie wirtschaftlichem Wandmaterial ausgestattet.

Natürliche Raumklimatisierung

Fast 1.800 Meter über dem Meeresspiegel und direkt unterhalb des Arlbergpasses im Zentrum des renommierten Fremdenverkehrsortes St. Christoph steht das traditionsreiche Hospiz-Hotel, dessen Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Heute umfasst das

5-Sterne-Hotel weitere Gästehäuser mit luxuriösen Suiten und eine unterirdische Kunsthalle mit Kammermusiksaal. Sowohl die Kunsthalle als auch der Konzertsaal sind die höchstgelegenen in Europa. Die außergewöhnliche Anforderung im Berg liegt in der Klimatisierung der Räume. Dieses Problem wurde hier auf biologisch-physikalische Weise durch Flächentemperierung und Tonputz gelöst. Mit Tonputz und Tonspachtel als Oberfläche wird dieser Effekt aufgrund der besseren Wärmeleitfähigkeit und insbesondere wegen der Eigenschaft der Luftfeuchteregulierung noch verbessert.

Zusatzfunktionen

Richtig aufgebaute Wände mit Tonputz, Tonspachtel und Tonfarben können das Raumklima dauerhaft positiv beeinflussen. Ton reguliert die Luftfeuchte in hohem Maße und kann einen Beitrag zur Entgiftung der Raumluft leisten. Zudem entsteht eine antistatische Oberfläche, die den Feinstaubgehalt der Raumluft deutlich reduziert. Der Innenputz erhält also über die ästhetische Gestaltung hinaus eine Reihe von Zusatzfunktionen, die von herkömmlichen Wandmaterialien kaum oder gar nicht geleistet werden.

Aus diesem Grund wurden die komplette Kunsthalle und der Konzertsaal mit Tonputz ausgestattet. Gerade bei den unterirdisch angelegten Räumen ist die Feuchteregulierung elementar wichtig, vor allem, um Exponate und Musikinstrumente vor starker Feuchte zu schützen. Dies gilt besonders bei ganzjährig kalten Felswänden ohne Sorptionsfähigkeit, wie es hier der Fall war. Hohe Besucherzahlen bringen ebenfalls eine hohe Luftfeuchte mit sich, die kurzfristig in den Wänden gepuffert werden muss. Diese bautechnischen Vorteile waren für den Tiroler Architekten Jürgen Kitzmüller und den Hotelier Florian Werner, neben den ökologischen, entscheidend.

Vielfältig verarbeitbar

Den höchsten Effekt für das Raumklima erzielt man, wenn man zusätzlich zu den Tonoberflächen auch einen Ton-Grundputz aufbringt. Im Unterschied zu herkömmlichen Lehmunterputzen wird Tonputz dünnlagiger mit zehn bis 15 Millimetern in nur einem Auftrag verarbeitet. Dies wirkt sich günstig auf den Verarbeitungspreis aus, zudem verkürzt es die Trocknungszeiten. Auch bei der Gestaltung bieten sich viele Möglichkeiten: Der Tonspachtel kann eine elegante, glatte Oberfläche bilden, es lassen sich aber auch reizvolle Struktureffekte erzielen. Von puristisch-modern bis gediegen-rustikal eröffnet sich dem Verarbeiter ein breites Spektrum. Es existiert ein Farbsystem mit fünfzig Farbvarianten für die verschiedenen Spachtelmaterialien. Auch die Tonfarbe kann vielfältig farbig gestaltet werden. Grundsätzlich können Tonspachtel, Tonfarben und Tonstreichputze fast auf jedem Untergrund aufgebracht werden: auf vorhandenem Mauerwerk und Ziegeln genauso wie auf Gipskarton- und Gipsfaserplatten.

Mehr zum Thema Tonputz:
bit.ly/2KretUK


PraxisPlus

Das Institut für Qualitätsmanagement und Umfeldhygiene hat für den Tonputz von Emoton auf einer Skala von eins bis fünf einen nahezu optimalen Qualitäts-, Umwelt- und Humanverträglichkeits-Faktor von 1,33 ermittelt.

www.emoton.at

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