Gebäudehülle & Innenraum

Unerwünschte Gerüche vermeiden

Der Trend nach hellen Lack- und Lasuroberflächen auf Holzbauteilen im Innenbereich hält an. Die Anforderungen bei den Beschichtungsarbeiten können sehr unterschiedlich sein. Was zu beachten ist, darüber informiert das Malerblatt-Interview mit Peter P. Jaeger, der als Produktbetreuer für Lacke und Lasuren bei Caparol tätig ist.

Was fällt unter Holzbeschichtungen im Innenbereich? Das Spektrum ist vielfältig. Holztüren, -decken, Wandverkleidungen oder auch Holzböden sollen in neuem Glanz erstrahlen. Neben rohen Holzuntergründen findet der Maler industriell gefertigte Holzoberflächen oder auch unterschiedlichste Altbeschichtungen vor. Hier kann mit etwas Nitroverdünnung am Lappen und einem Anreiben festgestellt werden, ob es sich um einen Dispersions- oder Alkydharzlack handelt. Der Dispersionslack quillt und wird weich, der Alkydharzlack nicht. Das muss man wissen, denn mit einem Alkydharzlack kann nicht auf Dispersionslacke beschichtet werden.

Welche Beschichtungsarten sind möglich? Zunächst entscheidet man über Farbton und Optik. Dann ist die Frage zu beantworten, ob lasierend oder deckend beschichtet wird. Anschließend ist nach der Untergrundprüfung festzulegen, ob mit lösemittelhaltigen oder wasserverdünnbaren Werkstoffen gearbeitet wird. Vor dem Lackieren sind Fett, Öl und Schmutz mit speziellen Reinigern vom Untergrund zu entfernen. Zu beachten ist, dass Schleifen eine ordentliche Reinigung nicht ersetzen kann. Umgekehrt erfordert die Untergrundvorbereitung auch immer Schleifarbeiten. Hier stehen dem Handwerker verschiedene Materialien zur Verfügung (Vlies oder klassisches Schleifpapier). Um sicherzustellen, dass die neue Beschichtung gut haftet, ist ein komplett mattes Schleifen von besonderer Bedeutung. Schäden und Risse sind zu entfernen und entsprechend der gewünschten Oberfläche zum Beispiel mit dem Capadur Repair System zu bearbeiten. Grundierungen und Vorlack sowie Airless-Füller sind nach Bedarf einzusetzen.
Welche Produkte werden bevorzugt verwendet, und worauf ist zu achten?
Alkydharzlacke kommen in Innenräumen nach wie vor zum Einsatz. Viele Handwerker haben damit positive Erfahrungen bei der Verarbeitung gemacht. Denn Alkydharzlacke reagieren reversibel, wodurch Ansätze besser vermieden werden. Mitunter sind die Objektbedingungen und Voraussetzungen nicht gegeben, einen Dispersionslack aufzutragen. Dann muss mit Alkydharz-Produkten gearbeitet werden. Auch wenn sie lösemittelarm und aromatenfrei sind, lassen sich hierbei Geruchsbildungen nicht vollständig vermeiden, was sensible Menschen nach Lackierarbeiten bisweilen beanstanden.
Dass Lacke riechen, weiß jeder. Ja, bei der Trocknung des Lackes verdunstet zunächst das Lösemittel, dessen Geruch je nach Belüftungssituation innerhalb kurzer Zeit verschwindet. Danach riecht man die Pflanzenöltrocknung des Bindemittels, die für den typischen Ölfarbengeruch verantwortlich ist. Diese Eigenschaft ist für Alkydharzlacke materialtypisch und vom Hersteller unabhängig – stellt also keinen Produktmangel dar.
Was kann man tun, wenn mit Alkydharz-Produkten beschichtet wurde und der Geruch stört? Dann kann man mit Luftreinigern entgegenwirken. Caparol hat bereits vor kurzer Zeit mehrere solcher Reiniger getestet. Neben der subjektiven Wahrnehmung der Geruchsentwicklung wurde auch die praxisorientierte Handhabung wie Transport, Bedienbarkeit und Geräuschentwicklung einbezogen. Die Geräte können schon beim Ausführen der Lackierarbeiten eingesetzt werden. Den Resultaten zufolge ist ein Aufstellen bzw. die Inbetriebnahme der Luftreiniger im Durchschnitt zehn bis 14 Tage erforderlich. Welche Geräte getestet wurden, kann der Handwerker zum Beispiel über den Caparol-Außendienst erfragen. Die Geräte können gemietet, geleast oder gekauft werden.
Wie werden wasserverdünnbare Produkte im Unterschied zu Alkydharzlacken verarbeitet? Der Handwerker hat für das Verarbeiten wasserverdünnbarer Produkte heute eine so große Auswahl an speziellen Pinseln und Walzen wie nie zuvor. Bewährt hat sich auch die nebelarme Spritztechnologie (NAST) von Caparol. Damit können rationell Türen, Rahmen, Treppengeländer und vieles mehr lackiert werden. Überall, wo ein Spritzen aufgrund der Flächen und der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich ist, gelingt damit wirtschaftliches Arbeiten. Mit den wasserverdünnbaren NAST-Produkten und der NAST-Spritztechnik hat der Handwerker beste Möglichkeiten, mit geringem Aufwand hervorragend gleichmäßige Lackoberflächen zu erschaffen. Dies bereits bei kleinen Flächen (zum Beispiel einer Tür).
Kann man mit wasserverdünnbaren Produkten auf inhaltsstoffreichen Holzuntergründen und Verfärbungen beschichten? Bei weißen und sehr hellen Beschichtungen auf Holzoberflächen kann es besonders bei Verwendung von wasserverdünnbaren Lacken und Holzfarben stellenweise zu Gelb- und Braunfärbung kommen. Bei diesen Verfärbungen handelt es sich um Holzinhaltsstoffe wie Harze, Gerbsäuren oder Lignin-Bestandteile, die zu den natürlichen Holzinhaltsstoffen zählen. Besonders in Nadelhölzern, Eiche und manchen Tropenhölzern können diese Inhaltsstoffe in beträchtlichen Mengen vorhanden sein. Üblicherweise werden sie beim Verwenden mit speziellen Absperrfarben eingebunden. Gelegentlich kommt es vor, dass die Inhaltstoffe auch das Molekulargefüge von sehr dicht vernetzenden Lacken durchdringen. Besonders Aststellen wirken dabei wie Drainagen, die den Transport der Inhaltstoffe unter die Beschichtungsoberfläche kanalisieren. Die Inhaltsstoffe treten hier also in besonders hoher Konzentration auf, was zu einem hohen Penetrationsdruck führt.
Um dem entgegenzuwirken, gibt es spezielle Produkte wie zum Beispiel Capalac Aqua Multiprimer und Capacryl Holz-IsoGrund. Nach jeder Beschichtung mit diesen Produkten ist auf eine ausreichende Trocknungszeit zu achten, bevor Lackierungen erfolgen, damit die Holzinhaltsstoffe kationisch im Film ausreichend eingebunden werden. Die Wartezeit liegt bei zwölf bis 24 Stunden.
Caparol hat in den Technischen Informationen seit Kurzem Klassifizie- rungen der Einsatzbereiche definiert. Was bedeutet das fürs Lackieren in Innenräumen? Sowohl Außen- als auch Innenflächen unterliegen je nach Lage und Nutzungsart unterschiedlichsten klimatischen Belastungen, die bei der Auswahl geeigneter Beschichtungsstoffe und -Systeme berücksichtigt werden müssen. Eine pauschale Auslobung zwischen Innen- und Außenanwendung ist nicht immer präzise genug, um die Eignung der Produkte für den jeweiligen Einsatzbereich zu bestimmen. Gerade in Innenräumen können je nach Nutzung Beanspruchungen durch Temperatur, Wasserdampf und Kondensfeuchte unterschiedlicher Intensität auftreten. Während das Raumklima in einem herkömmlichen Wohnraum beispielsweise durchweg konstant und unkritisch ist, kann das in einer Produktionshalle oder Großküche ganz anders aussehen. In beiden Fällen handelt es sich jedoch um einen Innenraum. Die neue Zuordnung von Caparol ermöglicht dem Handwerker auch beim Lackieren eine sichere Produktauswahl für die unterschiedlichsten Gegebenheiten.

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