Ungewohnte Perspektiven

Jaeger Ausbau gestaltet ein eindrucksvolles Gebäude in der deutschen Kulturlandschaft. Der fertiggestellte Neubau der Kunsthalle Mannheim schärft den Blick für Kunst im urbanen Kontext.

Für den hochwertigen Innenausbau des neuen Ausstellungshauses der Kunsthalle Mannheim war die Jaeger Ausbau Zwickau verantwortlich. Mit ihren Leistungen überzeugten die Mitarbeiter die Juroren der 11. Rigips Trophy 2017/2018, die das Ausbauteam um Projektleiter Felix Schlotter zum Sieger in der Wettbewerbskategorie Trockenbau kürten.

Große Fensterfronten gewähren ungewohnte Ausblicke auf die Mannheimer Innenstadt und den in eine Jugendstilanlage eingebetteten Wasserturm, das Wahrzeichen Mannheims. Der Neubau besticht durch das Spiel mit neuen Perspektiven auf die Umgebung der Kunsthalle und dem innovativen Raumkonzept mit seinen hellen, transparenten Ausstellungsflächen.

Hand in Hand

Rund 100 unterschiedliche Handwerksunternehmen arbeiteten Hand in Hand, um den eindrucksvollen Neubau zu errichten. Für Projektleiter Felix Schlotter und sein Team begannen die Ausbauarbeiten im Juni 2016. „An den gesamten Trockenbau wurden bezüglich der einzuhaltenden Toleranzen und der Maßgenauigkeit höchste Anforderungen gestellt“, erinnert sich der Projektleiter. Über ein Jahr war sein bis zu 40 Mann starkes Team mit dem Innenausbau beschäftigt. Rund 7.500 m2 Wandflächen und 6.000 m2 Deckenflächen warteten auf die fachkundige „Behandlung“ durch die Bauprofis, die ihrerseits ihr Können unter Beweis stellen durften: Einfach- und Doppelständerwände, Brandwände, Schallschutzwände, gleitende Deckenanschlüsse, abgehängte Decken, teils aus Rigips-Formteilen erstellte Deckenfriese, Integration von Lichtbändern, Lichtvouten und Nischen, unzählige Deckenausschnitte für diverse Einbauten – das Aufgabenheft der Monteure war gut gefüllt.

„Die größten Herausforderungen fanden sich in den Ausstellungsräumen und dem Atrium des Neubaus. Dort erhielt zum Beispiel die Unterseite einer Brücke eine abgehängte Decke aus Rigips Bauplatten RB – und das in einer Höhe von mehr als 16 Metern. Darüber hinaus waren in dem glasüberdachten Atrium, genauso wie in den Ausstellungskuben, höchste Oberflächenqualitäten gefragt. Wegen der großen Glasflächen mussten die Wände und Decken in diesen hellen Räumen also absolut glatt ausgeführt werden. Jede Unebenheit wäre sofort störend sichtbar geworden“, so Felix Schlotter.

Halt für teure Kunst

Um an den bis zu 6,5 Meter hohen Wänden auch schwere Kunstwerke an jeder beliebigen Stelle sicher befestigen zu können, sollten Unterkonstruktion und Beplankung so ausgelegt sein, dass sie Gewichte von bis zu 150 kg/m beziehungsweise 80 kg Punktlast sicher tragen. „Für den überwiegenden Teil der Vorsatzschalen waren bodenstehende, wandgehaltene Unterkonstruktionen aus verzinkten Stahlblechprofilen vorgesehen. Diese haben wir dann mittels Montagewinkeln mit Langlochbefestigung an die dahinter liegende Stahlbetonwand montiert. Darüber hinaus wurden noch wandhängende Unterkonstruktionen mit Direktabhängern an den Stahlbetonwänden befestigt.

Die Beplankung aller Vorsatzschalen sollte ursprünglich einheitlich mit einer 22 mm starken Mehrschichtholzplatte erfolgen, auf die als zweite Lage eine Hartgipsplatte montiert werden sollte. Felix Schlotter überzeugte die Planer und Bauherrenvertreter jedoch schnell von einer anderen Idee. „Als erste Lage haben wir die massive Trockenbauplatte „Rigips Habito“ montiert. Diese extrem robuste und sehr harte Platte gewährleistet für sich genommen bereits die –geforderte Lastabtragung. Trotz ihrer hohen Oberflächenhärte lassen sich die Platten aber so einfach verarbeiten wie normale Hartgipsplatten. Für die strahlend helle Optik der Wände haben wir dann mit der zweiten Beplankungslage gesorgt.“ Hierfür nämlich wählte das Ausbauteam die Designplatte „Rigips Die Weiße“. Der Vorteil: Die Platten verfügen über einen hochweißen Karton, sodass quasi schon in der Bauphase ein nahezu fertiger Raumeindruck entsteht. Darüber hinaus zeichnet sich die Oberfläche der neuen Designplatte durch eine äußerst hohe Resistenz gegen Schimmelbildung und Vergilben aus.

Innovative Kombination

Für die Jury der 11. Rigips Trophy 2017/2018 gab es keine Zweifel: Die Jaeger Ausbau war für sie der klare Sieger in der Wettbewerbskategorie Trockenbau. Neben dem Umfang und der Vielfalt der auszuführenden Trockenbauarbeiten verbunden mit einer komplexen Baustellenlogistik und der kontinuierlichen Abstimmung mit zahlreichen parallel arbeitenden Gewerken erkannten sie vor allem die Innovationsleistung: Schlotter und sein Team haben die Stärken unterschiedlicher Systeme innovativ genutzt, um so den speziellen Anforderungen eines Kunst- und Kulturgebäudes gerecht zu werden. Sorgt –„Rigips Habito“ im Verborgenen für den sicheren Halt der Kunstwerke, so unterstützt „Rigips Die Weiße“ die Atmosphäre in den hellen, lichtdurchfluteten Räumen.