Gebäudehülle & Innenraum

Von der Scheune zum Schwimmbad

Eine alte Landgutscheune wird in eine Schwimmhalle mit Schwimmbecken, Whirlpool, Sauna und Dampfbad umfunktioniert. Die Außenansicht sollte weitestgehend in ihrer bisherigen Form belassen werden. Eine große Herausforderung stellte der effiziente Wärme- und Feuchteschutz der außergewöhnlichen Schwimmhalle dar.

Autor: Dipl.-Ing. Andreas Köpke

Die alte Bausubstanz war natürlich nicht für die hohe Feuchtebelastung einer Schwimmhalle geeignet. Sowohl der Wärmeschutz als auch der Feuchteschutz mussten auf zeitgemäßes und sicheres Niveau gebracht werden. Die massiven Wände wurden mit einer 10 Zentimeter dicken Innen-Wärmedämmung mit Aludampfsperre ausgeführt. Man entschied sich für ein System, das direkt auf der Alu-Dampfsperre weiterbeschichtet und verputzt werden kann. So erzielte man eine bauphysikalisch sichere und gleichzeitig energiesparende Lösung, während außen die ursprüngliche Gestaltung erhalten bleiben konnte. Die hermetische Innendämmung sorgt dafür, dass überall, auch in den Raumecken, die Oberflächentemperatur nur minimal von der Raumtemperatur abweicht. Kalte Stellen und Wärmebrücken werden sicher vermieden.

Alu-Dampfsperre als Lösung

Bei Innendämmung und Dampfsperre denken viele Praktiker spontan an Folien und Unterkonstruktionen, die leicht verletzt werden können. Derartige Risiken sind aber im Schwimmbad strikt zu vermeiden. Deshalb ist hier eine direkt verputzbare Alu-Dampfsperre die sicherste Lösung. Sie wird seit mehr als 40 Jahren erfolgreich im Schwimmhallen-Bau eingesetzt. Es handelt sich dabei um eine Innendämmung aus EPS-Hartschaum mit werkseitig aufkaschiertem Alu-Dünnblech. Diese Sandwichlösung kann direkt auf der Aluoberfläche raumseitig systemgerecht weiterbeschichtet werden. Hierfür wird, passend zum System, ein spezieller Haftgrundanstrich und eine systemgerechte Gewebearmierung mit Feuchtraum-Spachtel angeboten. Auf diesem kann dann individuell weitergearbeitet werden. Putze, Fliesen, Tapeten und weitere Gestaltungen sind möglich.

Hermetisch dichte Ausführung

Das System hat den großen Vorteil, dass gerade in Feuchträumen vorhandene Wärmebrücken sicher überdeckt und hochwertig gedämmt werden. Außenwände, Innenwände und die Decke werden hochwärmedämmend und hermetisch dicht ausgeführt. Dadurch bleibt die Konstruktion auch bei höheren Luftfeuchten von 60 und 70 Prozent auf Dauer trocken. Die Systemdämmung kann auf nahezu jedem Untergrund – somit auch auf Holzbeplankung am Dach und auf vorhandenen Fliesen – verlegt werden. Da auch sämtliches Zubehör für Befestigung und Abdichtung vom Hersteller geliefert wird, gibt es keine Probleme hinsichtlich der Gewährleistung. Hilfreich ist außerdem der bewährte Werksservice, denn Anschlussdetails müssen sicher gelöst werden. Dazu bietet der Hersteller des Systems entsprechende Regeldetails z. B. für den Fensteranschluss, den Wand-Boden- und Wand-Deckenanschluss sowie Hilfen zur Elektroinstallation an. Die erforderliche Dicke der Isolierung wird anhand der vorhandenen Bausubstanz ermittelt.

Abgehängte Decke

Die Decke zum Dachgeschoss der Scheune aus Holzbalken mit obenliegender Brettschalung war in drei Metern Höhe bereits vorhanden. Sie konnte komplett erhalten werden. Von unten wurden die Balkenzwischenräume vollständig mit Dämmstoff gefüllt und an der Unterseite eine stabile OSB-Spanplattenfläche hergestellt. Dann erfolgte die Montage einer fünf Zentimeter dicken Aludampfsperre. Alle Anschlüsse zu den Wänden wurden systemgerecht dampfdicht abgeklebt.

Die direkte Beschichtung war hier nicht gefordert, denn die Schwimmhalle erhielt eine komplett abgehängte Decke, die dann auch die Beleuchtung aufnahm. Alle Bauteile wurden dabei auf das hochfeuchte Schwimmhallenklima ausgelegt und alle notwendigen Durchdringungen der Dampfsperre wurden systemgerecht abgedichtet. Auf diese Weise bleibt das angenehme feuchte Klima im dafür vorgesehenen Bereich und alle angrenzenden Räume und Bauteile bleiben davon unberührt und auf Dauer trocken. Die fugenlos verputzte Decke wurde komplett in Schwimmbad-Qualität aus einem Feuchtraum-Paneel hergestellt. Diese nur acht Millimeter dicke Platte ist etwa halb so schwer wie übliche Zementplatten, was die Balken-Konstruktion entlastet. Die Verarbeitung erfolgt wie im Trockenbau üblich und stellt keine besonderen Anforderungen an den Handwerker.

Behagliche Stimmung

Für die Illumination hat man neben der Becken- und Whirlpool-Beleuchtung effektvolle Bodenstrahler eingebaut. Diese lassen die erhabene Wandgestaltung gut zur Wirkung kommen. Die abgehängte Decke wurde mit rundumlaufender Schattenfuge und indirekter LED-Beleuchtung versehen. So kann jederzeit die gewünschte Lichtstimmung im Raum erzeugt werden. Über die Schattenfuge wird die Abluft elegant abgeführt, sodass kein Lüftungsgitter nötig ist. Auf diese Weise spielen alle Komponenten der Schwimmhalle optimal zusammen und die Schwimmhalle bleibt sowohl im Sommer als auch im Winter ein Ort der Ruhe und Entspannung.

Weitere Fotos:
www.malerblatt.de


Die raumhohen Dämmelemente ermöglichen eine rationelle Verlegung.


Zur Befestigung werden dampfdichte Dübel eingesetzt.


Fotos: Iso

Sämtliche Plattenstöße und Durchdringungen werden systemkonform abgedichtet.


PraxisPlus

Realisiert wurde der Umbau der Scheune zum Schwimmbad mit dem Iso-plus-System. Bereits 1974 wurde mit dem Iso-plus-System die erste Schwimmhalle mit einer alukaschierten Verbundplatte ausgestattet.
Das System wurde kontinuierlich mit dem praktischen Einsatz verbessert und erweitert, sodass heute die Komplett-Problemlösung für den sicheren Innenausbau von Schwimmhallen zur Verfügung steht.

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