Technik & Werkstoffe

Berliner Barockfassade

Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses stellt keine Rekonstruktion im klassischen Sinne dar. Es wurde ein Neubau in der Kubatur des alten Schlosses errichtet. Die Handwerker hatten dabei einiges zu beachten.

Derzeit gilt das Projekt als größte Kulturbaustelle Europas. Im künftigen Keller wird man später in einem archäologischen Fenster tatsächlich auf die historische Bausubstanz des Berliner Stadtschlosses schauen können. An verschiedenen Stellen wurden noch aufgefundene und gut erhaltene Sandsteinplastiken der ehemaligen Bausubstanz verwendet und nach restauratorischer Aufarbeitung eingebaut.

Historisches Mörtelrezept

Der Neubau wurde als zweischaliges Mauerwerk aus Betonbau mit gemauerter Vorsatzschale und innen liegender mineralischer Dämmung konzipiert. In Anlehnung an die historische Bausubstanz wurde auf Basis einer speziellen historischen Rezepturvorgabe ein geeigneter Mörtel als Sondermischung für das Objekt gefertigt und verwendet.

Die äußere Ziegelschale bindet unmittelbar an die neuen Sandsteinele-mente der nachzubildenden barocken Fassadenelemente an. Es verbleiben insbesondere an den äußeren Fassadenflächen wenige Felder, die zu verputzen sind.

Der Innenbereich – als klassischer neuer Betonbau – wurde fast zeitgleich zu den Mauerarbeiten im Außenbereich verputzt. Die Grundierung der Betonflächen besteht aus Baumit-BetonContak., Ein lassischer Gipsputz rundet die Wandfläche letztendlich ab.

Um den historisierenden Charakter der Außenfassade beizubehalten, wurden auch in Bezug auf den Außenputz besondere Anforderungen an den Putzmörtel gestellt. Unter Berücksichtigung bauzeitlich vergleichbarer Befunde wurde eine speziell angepasste (historische) Rezeptur gefordert. Mit dieser vorgegebenen Rezeptur als Sondermischung – bezogen auf Bindemittel und -gehalte, Sieblinie sowie Farbigkeit – konnten die Putzarbeiten ausgeführt werden.

Steinnachbildung

Die im Mauerwerk bereits vorgegebenen Bossen neben den Fenstergewänden wurden in einer Art Sandsteinnachbildung erstellt. Steinnachbildungen können handwerklich in verschiedenen Ausführungen hergestellt werden. Klassische Steinputze, die im ausgehärteten Zustand eine sehr hohe Festigkeit erreichen, werden nach dem Materialantrag auch steinmetzartig scharriert. Steinputze benötigen daher auch sehr feste und massive Untergründe.

Fassadengestaltung

Bei weicheren Untergründen, wie es im Regelfall ein modernerer Ziegeluntergrund darstellt, kann ein vergleichbares optisches Erscheinungsbild durch spezielle Putzmörtel erzielt werden. Dieses Material wird in frischem Zustand mit einer gesondert hergestellten Ziehklinge gezogen. Bei Einsatz dieser Handwerkstechnik ist es möglich, auch die Festigkeit im Putzmörtel entsprechend zu reduzieren und sowohl dem Untergrund als auch dem angrenzenden Flächenverputz besser anzupassen. Diese Putzflächen besitzen, entsprechend der vorgegebenen Putzrezeptur, eine natürlich wirkende, erdig-sandige Optik. Die abschließende Farbigkeit der Fassadengestaltung wird durch einen lasierend aufgetragenen Anstrich erzielt.

Nach Fertigstellung zeigt der Neubau des Berliner Schlosses die größte Barockfassade nördlich der Alpen. Alle umliegenden historischen Gebäude erhalten ihre maßstäblichen und inhaltlichen Bezugspunkte wieder zurück: Der Berliner Dom ebenso wie die Museumsinsel mit dem Alten Museum am Lustgarten. Die Prachtstraße Unter den Linden wird wieder auf die Schlossfassaden führen. Gleichzeitig erhält die europäische Kunst und Kultur mit den außereuropäischen Sammlungen im Humboldtforum eine ideale Ergänzung.

Weitere Informationen:
www.baumit.de



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