Fassadenreinigung: Reinigungsverfahren im Überblick

Technik & Werkstoffe

Fassadenreinigung: Reinigungsverfahren im Überblick

Fassaden sind jeden Tag Wetter- und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Wenn die Fassadenreinigung vernachlässigt wird, kann es zu Schäden kommen. Hier einige Reinigungsverfahren im Überblick.

Katja Scholz

Saubere Fassaden wirken einladend und versprechen ein gepflegtes Inneres. So verschieden die Ansprüche der Fassaden dieser Welt sind, so vielfältig sind die Reinigungsverfahren:

Der Heißwasserhochdruckreiniger hat sich als effektive und wirtschaftliche Methode bewährt, bedingt durch seinen geringen Wasserverbrauch und eine hohe Reinigungskraft, die durch die Faktoren Wassermenge, Druck, Temperatur und Reinigungsmittel bestimmt werden. Hochdruckreiniger erreichen auch schwer zugängliche Stellen. Der Anwender kann flexibel auf Material und Zustand der Fassade sowie die unterschiedlichen Schmutzarten reagieren, indem er die einzelnen Parameter anpasst.

Heißwasserreinigung

Ein entscheidender Faktor für das Ergebnis einer Hochdruckreinigung ist die Wassermenge: Wird mit einer großen Wassermenge (bis zu 1000 Liter/Stunde) gearbeitet, entstehen nach dem Austritt aus der Düse große Wassertropfen, die mit einer hohen Schlagkraft auf die Fassade auftreffen und damit den Schmutz ablösen. Durch die Schwemmwirkung wird der gelöste Schmutz anschließend schnell abtransportiert. Zusammen mit der Wassermenge bestimmen der Düsendruck und der Aufprallwinkel (in der Regel 40 Grad) den Aufpralldruck (Kraft/Fläche) – die mechanische Wirkung auf der Fassadenoberfläche. Diese wird bei Einsatz einer Powerdüse noch verstärkt. Der Hochdruckstrahl bleibt nach Austritt aus der Powerdüse länger gebündelt, was die Reinigungsleistung gegenüber einer herkömmlichen Flachstrahldüse um 40 Prozent erhöht. Zudem nimmt die effektive Aufprallkraft zu den Rändern nicht ab, es muss nicht überlappend gearbeitet werden.

Öl, Fett und Ruß entfernen

In der Regel wird in einem Temperaturbereich zwischen 60 und 80 Grad Celsius gearbeitet. Dies führt zu einem schnelleren Aufbrechen von Schmutzkrusten und Ablagerungen, sodass Öl, Fett oder auch Ruß leichter entfernt werden können. Außerdem wird eine bessere Tiefenwirkung erreicht, insbesondere etwa in Bezug auf die Wurzelrückstände von Flechten und Moosen, wodurch ein Wiederaufwachsen vermindert wird. Zudem trocknet die Fassade nach einer Heißwasserreinigung schneller ab, sodass nachfolgende Reparatur- und Anstricharbeiten im Anschluss begonnen werden können. Den vierten Parameter bei der Hochdruckreinigung stellt das Reinigungsmittel: In besonders hartnäckigen Fällen verstärkt es die Reinigungswirkung.

Durch eine Reduzierung der Wassermenge um die Hälfte, sorgt bis zu 155 Grad Celsius heißer Dampf (im Heizsystem) für eine intensive und oberflächenschonende Reinigung, mit der selbst hartnäckige Verschmutzungen wie Farben oder Bitumenanstriche – meist sogar ohne Vorbehandlung wie Abbeizen – entfernt werden können. Durch die reduzierte Wassermenge entsteht ein niedrigerer Arbeitsdruck, auch empfindliche Fassaden werden nicht angegriffen.

Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Natursteinfassaden wie Travertin, hat der Anwender alternative Verfahren zur Hochdruckreinigung zur Auswahl. Auch aus anderen Gründen, etwa wenn wassersparende Reinigungsverfahren vorgeschrieben sind, kein Reinigungsmittel verwendet werden darf oder keine zu großen Schmutzwassermengen anfallen dürfen, kann er auf andere Verfahren zurückgreifen.

Partikelstrahlverfahren

Graffiti, Schmutzkrusten, Versinterungen oder Zementschlämme – mit dem Partikelstrahlverfahren ist die Fassade schnell von Verunreinigungen befreit. Im Gegensatz zur Hochdruckreinigung ist das Trägermaterial beim Partikelstrahlverfahren komprimierte Luft: Ein Baukompressor sorgt für die notwendige Druckluft (min. vier Kubimeter /Minute ), der das Strahlmittel zugeführt wird. Lediglich eine geringe Wassermenge (bis zu 120 Liter /Stunde) sorgt an der Düse beim Austritt des Luft-Strahl-Gemisches für die Staubbindung. Durch die sachgerechte Auswahl von Strahlmittelart und -menge sowie der Höhe des Luftdrucks lässt sich die Wirkungsweise des Verfahrens an die jeweilige Oberfläche anpassen. Vorher sollten Funktion und Wirkungsweise an einer Probefläche getestet werden. Bei der Auswahl des Strahlmittels ist es wichtig, dass dessen Härte geringer ist als die der Fassadenoberfläche. Zur Graffitientfernung hat sich das sehr feine Strahlmittel Calciumcarbonat in gerundeter Form bewährt.

Trockeneisstrahlen

Trockeneisstrahlen ist schonend, effektiv, umweltfreundlich und bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten: Ob zur Entfernung von Öl, Fett, Klebstoffen oder Bindemitteln von diversen Fassadenmaterialien, zum Entgraten oder Entschlacken empfindlicher Oberflächen oder zum Entschichten etwa von Farbanstrichen auf Metall – das Verfahren ist immer dann sinnvoll, wenn andere Methoden nicht oder nur ineffizient eingesetzt werden können oder nicht zum gewünschten Erfolg führen. Das Strahlmedium bei diesem Verfahren sind Trockeneispellets: gefrorenes CO2 mit einer Temperatur von –79 Grad Celsius. Für eine effiziente Reinigung ist es empfehlenswert, immer frisches Trockeneis zu verwenden – denn schon nach nur einem Tag sinkt die Effektivität der Pellets um bis zu 20 Prozent. Das Trockeneisstrahlen bietet enorme Vorteile: Es entstehen keine Abwässer oder Rückstände von Strahlmittel. Lediglich der Schmutz am Boden muss nach der Reinigung aufgesaugt oder weggekehrt werden. Zudem ist das Verfahren kaum abrasiv, sodass auch sehr empfindliche Materialien damit bearbeitet werden können.

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