Technik & Werkstoffe

Innovative Farbe

Farbe mit einem nanobasierten Bindemittel schützt Fassaden bestens vor Verschmutzung.

Andreas Götz, Anwendungstechnik Akzo Nobel Deco, und Oliver Wagner, Marketing Polymerdispersionen für Anstrichmittel, BASF

Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Nanotechnologie für eine Fassadenfarbe mit einzigartigen Vorteilen zu nutzen, war der Antrieb für die Forschungslabors von BASF und AkzoNobel. Auf der Basis des nanobasierten Bindemittels COL.9 wurde Herbol-Symbiotec entwickelt. Die Nano-Farbe schützt Fassaden nachweislich besser vor Verschmutzung. Bis jetzt wurden mehr als 65.000 Quadratmeter Fassadenfläche mit der innovativen Farbe beschichtet und damit zum Werterhalt hochwertiger Fassaden beigetragen.
Die Nanotechnologie gilt als die Schlüsseltechnologie der Zukunft, da sie die Produktion von Materialien mit völlig neuen Eigenschaften erlaubt. Auf Basis des Nano-Bindemittels COL.9 aus der BASF Forschung und Entwicklung nutzt Herbol-Symbiotec diese Technologie, um eine anspruchsvolle Verbindung aus anorganischer und organischer Chemie zu schaffen. Das Ergebnis ist eine Kombination von vorteilhaften Eigenschaften organischer Farben (Elastizität, Verarbeitungsfreundlichkeit ) mit denen anorganischer Farben (Härte und Dauerhaftigkeit). Die Nanotechnologie bringt quasi das Beste aus zwei Welten zusammen. Das angesehene Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam bescheinigt dem innovativen Werkstoff einen hohen Anteil fest eingebundener Silika-Partikel in Nano-Größe. Dies führt zu gänzlich neuartigen Farbeigenschaften: Die Nano-Fassadenfarbe schützt vor schneller Verschmutzung, hält den Farbton deutlich länger stabil und weist eine sehr geringe Kreidung auf. Für jeden Auftraggeber wird der Wunsch nach einer dauerhaft sauberen und geschützten Fassade damit zur Wirklichkeit.
Ursachen der Verschmutzung
Neben zahlreichen Umwelt- und Witterungseinflüssen (globale Erwärmung, Stickstoffoxide (NOx), Ozon, VOC) ist die Luft der größte „Fassadenverschmutzer“, da sie sowohl Träger aller Arten von Sporen und Pollen ist als auch nicht unerhebliche Mengen an Feinstaub unterschiedlichster chemischer Zusammensetzung enthält. In zahlreichen, langjährigen Bewitterungsversuchen stellten AkzoNobel- und BASF Forschung und Entwicklung bei der Nano-Farbe eine deutlich geringere Anschmutzneigung als bei Siliconharz- und Silikatfarben fest. Das hat Gründe: Bei der Herstellung des Bindemittels COL.9 werden die anorganischen Nanopartikel homogen in die organischen Polymerteilchen der wässrigen Dispersion verankert und bilden dort ein dreidimensionales Netzwerk, das mit außergewöhnlichen Eigenschaften aufwartet.
Hydrophile Oberfläche
Die extrem harte, aber hydrophile (wasserfreundliche) Oberfläche ermöglicht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Feuchteschutz und Wasserdampfdiffusion. Nach Trocknung der Beschichtung bildet sich an der Oberfläche eine sogenannte Nanostruktur. Diese feine Oberfläche bildet sich aufgrund der Verwendung des Nanokomposit Bindemittels, welches bei Trocknung ein anorganisches Nano-Netzwerk bildet. Wassertropfen oder Tauwasser treffen so auf ein hartes anorganisches Netzwerk, von dem sie mehrfach gespreitet werden. Die Oberfläche wird also vollkommen benetzt. Die möglichst gleichmäßige Verteilung von Regen- und Tauwasser auf eine möglichst große Oberfläche führt zu einer schnelleren Abtrocknung und einem gleichmäßigen Oberflächenbild. Zahlreiche Tests haben bewiesen, dass die neue Nano-Fassadenfarbe eine weitaus geringere Verschmutzungsneigung aufweist als viele Siliconharzfarben, insbesondere solche mit Abperleffekt, die nach einigen Jahren deutliche Schmutzabläufer entwickeln können.
Geringe Thermoplastizität
Handelsübliche Dispersions-Fassadenfarben werden bei Erwärmung z. B. durch Sonneneinstrahlung weich und klebrig (Thermoplastizität). Schmutz aus der Umgebung kann daran haften bleiben. Anders bei Herbol-Symbiotec: Da die harte, aber elastische Oberfläche der Nano-Beschichtung eine äußerst geringe Thermoplastizität aufweist, bleibt kaum Oberflächenschmutz daran kleben. Selbst bei starker Sonneneinstrahlung und den damit verbundenen hohen Temperaturen wird der Farbfilm nicht klebrig. Folge: Die Fassade sieht länger wie neu aus.
Hohe Farbtonstabilität
Ein weiterer Vorteil dieser innovativen Technologie ist die sehr hohe Farbtonstabilität. Durch den hohen Bindemittelanteil werden die Pigmente und Füllstoffe fest in das dreidimensionale Netzwerk eingebunden und vor dem Abbau geschützt. Das gewährleistet eine extrem hohe Farbtonstabilität, die über einen langen Zeitraum erhalten bleibt, und schützt auch vor dem Herauslösen der Pigmente (Kreidung).
Geeignet für alle Fassaden
Die Verarbeitung ist einfach und unproblematisch. Der Verbrauch ist mit 150–200 ml pro Quadratmeter relativ niedrig und die Einsatzgebiete reichen von Glattputzen über Beton und Altbeschichtungen bis hin zu diversen Putzuntergründen und Wärmedammverbundsystemen. Die Verbindung von Polymertechnologie und Nanotechnologie wird in Zukunft weitere attraktive Anstrichprodukte entstehen lassen – und der Markt wird sie annehmen, wenn sie solch klare Produktvorteile bieten.

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