Leiterunfälle vermeiden
Besonderes Augenmerk sollte auf einem rutschfesten Untergrund und einem trittsicheren Halt, vor allem auf der Stehfläche, liegen. Foto: pixabay

Tipps für den sicheren Umgang mit Leitern

Die Leiter ist im Malerbetrieb unverzichtbares Arbeitsgerät, doch der Umgang mit ihr erfolgt oft allzu sorglos. Gemäß einer von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführten Untersuchung gab es zwischen 2009 und 2016 insgesamt 49 Abstürze von Leitern mit tödlichem Ausgang. Wie lassen sich solche Unfälle verhindern?

Gründe für Leiterunfälle

Obwohl der Gesetzgeber in der Unfallverhütungsvorschrift BGI 694 festgelegt hat, dass auf Leitern eine Betriebsanweisung aufgeklebt wird, kommt es immer wieder zum fehlerhaften Umgang mit Leitern. Viele Stürze von der Leiter erfolgen, weil das Arbeitsgerät auf lockerem oder unebenem Untergrund aufgestellt wurde. Eine weitere Unfallursache stellt das Abrutschen von Leitersprossen dar, die durch frische Farbkleckse verschmutzt wurden. Hastiges Absteigen und ungeeignetes Schuhwerk können ebenfalls dazu führen, einen Tritt zu verpassen und auszurutschen. Die Arbeitsposition selbst birgt Gefahren. Wer sich seitlich zu weit herauslehnt, kann durch die Gewichtsverlagerung schnell von der Leiter kippen oder es kommt zur Überlastung einzelner Leiterholme und diese knicken ein. Bei Anlegeleitern entstehen durch zu flache Winkel gefährliche Situationen.

Arbeitgeber sind für Zustand verantwortlich

Die Unfallverhütungsvorschrift BGI 694 legt auch fest, dass Leitern durch einen Fachmann überprüft werden müssen. Das Zeitintervall für die Prüfungen richtet sich individuell nach den Verhältnissen im Betrieb und kann bei entsprechender Nutzung täglich vorgeschrieben sein. Entscheidend für die Sicherheit ist die Dokumentation aller Leitern im Betrieb und ihr Nachweis im Leiterprüfbuch. Eine aktuelle Prüfplakette an der Leiter selbst gibt dem Nutzer Sicherheit. Die Angestellten sollten zudem in regelmäßigen Abständen auf den sachgemäßen Umgang mit den Leitern hingewiesen werden. Ein Arbeitgeber ist verpflichtet, für den ordnungsgemäßen Zustand der Leitern Sorge zu tragen.

Wie sich Leiterunfälle vermeiden lassen

Vor jedem Gebrauch muss ein Nutzer die Leiter auf Mängel überprüfen und ein beschädigtes Exemplar sofort kennzeichnen und aus dem Verkehr ziehen. Besonderes Augenmerk sollte auf einem rutschfesten Untergrund und einem trittsicheren Halt, vor allem auf der Stehfläche, liegen. Die Spannung zwischen den Ketten oder Gurten mit den Leiterholmen muss ausreichend fest sein. Abhängig von der auszuführenden Arbeit muss die passende Leiter gewählt werden, bei Anlegeleitern ist auf den richtigen Winkel von 65° bis  75° zu achten. Die Leiter sollte nicht mit schweren Arbeitsmaterialien zusätzlich belastet werden, da die Sprossen sonst das Gewicht nicht tragen können. In diesem Fall ist ein Gerüst die bessere Alternative. Bei der Arbeit auf einer Leiter sind rutschfeste, flache Schuhe zu tragen.