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Bodenbeläge

Bodentrends 2022
Nachhaltigkeit, Innovation und Design

Die Nachfrage nach Bodenbelägen mit authentischer und natürlicher Optik ist groß. Die Beläge sollen einen zeitlosen und hochwertigen Stil haben und dabei langlebig, nachhaltig und vielfältig zu kombinieren sein. Diesen Trend spiegeln die Stimmen der Fußbodenhersteller wider, die das Malerblatt nach Tendenzen und Strömungen gefragt hat.

Autorin: Bärbel Bosch

Wohnräume werden zu einem multifunktionalen Ort, der private und berufliche Zwecke gleichzeitig erfüllen muss. Das hat spätestens die Pandemie gezeigt. In den letzten Monaten war das Zuhause gleichzeitig Schule, Büro und natürlich immer noch ein gemütlicher Rückzugsort und Treffpunkt für die Familie. Zunehmend investieren Menschen in ihr Zuhause.

Der Trend zu organischen Materialien und natürlichen Texturen wie Holz und Kork ist laut dem Verband der mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge (Multilayer ModularFlooring Association e. V. – MMFA) ungebrochen. Die Hersteller setzen für ihre Bodenbeläge auf Echtholzimitate, die die natürlichen, unvollkommenen Strukturen von Rohholz hervorheben. MMFA-Mitglieder sehen zudem eine hohe Nachfrage nach Farben, mit denen die natürlichen Komponenten des Holzmaterials herausgestellt werden. Häufig werden mineralische Werkstoffe wie Granit, Zement, Schiefer, Marmor, Terrazzo, Travertin oder Kalkstein eingesetzt und mit Holz kombiniert. Durch den Mix unterschiedlicher Fußbodenbeläge und Dielengrößen werden Raumbegrenzungen geschaffen, die sich als besonders praktisch erweisen. So lassen sich etwa Privat- und Büroflächen trennen.

Die EPLF-Mitglieder, EPLF – Verband der Europäischen Laminatbodenhersteller e.V., stellten fest, dass Menschen vermehrt dazu bereit sind in höherwertige Produkte zu investierten. Kunden wünschen sich einen Fußbodenbelag, der so naturnah wie möglich ist, weshalb viele Hersteller kontinuierlich daran arbeiten, das Aussehen und die Haptik ihrer Laminatfußböden zu verbessern, damit sie sich kaum noch von Echtholz unterscheiden lassen. Die Hersteller haben durch die Verwendung von natürlichem Eichenmaterial mit Ästen und Rissen neue Maßstäbe dabei gesetzt, ein unvollkommenes, handgearbeitetes Erscheinungsbild für die Bodenbeläge zu schaffen.

Nachhaltige und hygienische Bodenbeläge

Neben den ästhetischen Eigenschaften und den Funktionsanforderungen fließen in zunehmendem Maße Nachhaltigkeitsaspekte in die Kaufentscheidung von Bodenbelägen ein. Erwägungen zur Kreislaufwirtschaft wie die Wiederverwendung und das Recycling von Materialien liegen derzeit im Trend und dürften in den nächsten Jahren eine noch größere Rolle spielen.

Dabei gibt es verschiedene Nachhaltigkeitsstrategien. Carl Ruland, Vorstandsmitglied des Verbands MMFA sagt dazu: „Für Fußbodenhersteller, Großhändler und Verleger wird echte Kreislaufwirtschaft die zentrale Herausforderung der Zukunft. Die Produkte müssen nicht nur möglichst nachhaltig produziert werden, darüber hinaus werden eine gesetzliche Rücknahmeverpflichtung alter Ware sowie verbindliche Recyclingquoten für Neuprodukte erwartet. Nur Unternehmen, welche in ihrem jeweiligen Geschäftsmodell hierfür Lösungen anbieten können, werden auf Dauer im Wettbewerb bestehen können.“ Und der Verbandsvorsitzende des EPLF, Max von Tippelskirch: „Nachhaltigkeit ist eine Priorität für unsere Kunden. Wir sind davon überzeugt, dass die Zukunft den Bodenbelagsherstellern gehört, die in der Lage sind, sichere, umweltfreundliche und gesunde Produkte anzubieten. Unsere Mitglieder stellen Laminatfußböden aus Holz her, einem nachwachsenden und damit eines der nachhaltigsten Rohstoffe. Nachhaltigkeit ist und wird auch im Mittelpunkt unserer Produktentwicklung in den nächsten Jahren stehen.“

Angesichts der Pandemie haben gesundheitliche Aspekte und insbesondere die antibakteriellen Eigenschaften der Bodenbeläge an Bedeutung gewonnen. Auch die Langlebigkeit ist nach wie vor ein Schlüsselkriterium für Hersteller, die innovative Lösungen anbieten wollen, um den Erwartungen ihrer Kunden zu entsprechen, zum Beispiel wenn es um wasserdichte Produkte geht. Annika Windmöller, Leitung Unternehmenskommunikation wineo, erklärt, dass das Thema Wohngesundheit auch beim Endverbrauchter in den Fokus gerät: „Wohngesundheit und Nachhaltigkeit bekommen beim Endverbraucher definitiv einen höheren Stellenwert. Das belegen aktuelle Umfragen. Darin haben sich 38 Prozent der Befragten klar geäußert, dass das Thema seit Beginn der Coronakrise an Bedeutung zunimmt. Die wichtigsten Wohnbereiche sind dabei naturgemäß Schlaf,- Wohn- und Kinderzimmer. Das können wir so bestätigen. Auch beim Homeoffice ist eine steigende Tendenz zu beobachten.“ Und Maria Nehring, Head of EFP Category Marketing bei Egger, ergänzt: „Das Thema Healthy Living gewinnt an Bedeutung und nachhaltiges Konsumentenverhalten ist auch im Bereich Inneneinrichtung immer spürbarer. Die Nachfrage nach natürlichen und ressourcenschonenden Produkten steigt.“

Immer mehr Kunden hinterfragen die Herstellungsprozesse von Fußbodenbelägen und entscheiden sich für natürliche Produkte wie Kork, Holz, Linoleum- oder recycelte textile Produkte.

Linoleum

Die überarbeitete Bodenbelagskollektion Linoleum Originale von Tarkett entspricht dem Cradle-to-Cradle-Gold-Kriterien für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Bei dieser Zertifizierung werden Aspekte wie Materialgesundheit, Wiederverwertung von Materialien, erneuerbare Energien und CO2-Management, verantwortlicher Umgang mit Wasser und die Einhaltung sozialer Standards herangezogen und geprüft. Punkte, die nicht zuletzt auch mit dem Tarkett Human-Conscious-Design Ansatz einhergehen und das Engagement sowie den hohen ökologischen Anspruch, die das Unternehmen bereits seit vielen Jahren an seine Bodenbelagslösungen stellt, untermauern. Über Rohstoffgewinnung, Transport und Produktion hinaus zeigt der Boden auch nach Ablauf seiner Nutzungsphase eine durchweg positive Ökobilanz. Denn der Verschnitt aus Produktion und Verlegung sowie jetzt auch des gebrauchten Belages sind im Rahmen des unternehmenseigenen ReStart-Programms recycelbar. Sie werden als Rohstoff für die Herstellung neuer Bodenbeläge wiederverwertet. Die Recyclingfähigkeit von gebrauchten Böden schließt den Kreis. Insgesamt werden heute am Standort Narni in Italien etwa 1.600 Tonnen Linoleum jährlich recycelt.

Textiles

Object Carpet hat nachhaltige Teppichböden aus einer ressourcenschonenden, recycelten „grünen“ Faser entwickelt und arbeitet zusammen mit der Initiative Healthy Seas, die es sich zum Ziel gemacht hat, ausgediente Fischernetze aus dem Meer zu bergen. Bis heute konnte die Initiative mit rund 200 freiwilligen Tauchern bereits 585 Tonnen Geisternetze aus den Ozeanen fischen. Dieses Material und weitere Plastikabfälle dienen dann als Grundlage für neue Teppichkreationen. Die Netze werden anschließend von Aquafil zu ECONYL-Garn, einem zu 100 Prozent recycelten Nylongarn, verarbeitet. Eine Faser, die aus 100 Prozent Polyamid besteht und später erneut recycelt werden kann. „Unser langfristiges Ziel ist es, unsere Bodenbeläge nicht nur ressourcenschonend herzustellen, sondern sie auch wieder zu 100 % zu recyceln“, hebt Daniel Butz, Geschäftsführer bei OBJECT CARPET, hervor. „Bereits jetzt bestehen 70 Prozent der Teppiche von Object Carpet aus einer nachhaltigen Faser und sind die Grundlage für gesundheitsfördernde und moderne Bodenbeläge.

Der Hersteller erklärt zum Thema Bodenbeläge und Zukunft: „Der Boden ist eines der wichtigsten architektonischen Elemente: Jeder Raum hat einen Boden – und den gilt es zu bespielen. Denn nur mit einer durchdachten Gestaltung gelingt ein rundum stimmiges Raumkonzept, das den Nutzern einen Mehrwert bietet und eine einladende Atmosphäre zum Wohlfühlen schafft.“

Mehr zum Thema:
www.malerblatt.de

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