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Wohnsiedlung, Halle/Saale

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Wohnsiedlung, Halle/Saale

Die Hallesche Wohnungsgenossenschaft Freiheit hat ihre Bestände fast vollständig saniert.

Neben der energetischen und funktionellen Aufwertung legt sie dabei größten Wert auf das Erscheinungsbild der Wohngebäude. Eine gelungene Farbgebung bedeutet Sympathiegewinn drinnen und draußen.

Der Straßenzug Moskauer Straße 2–38 in der Südstadt von Halle stammt aus den 50er-Jahren und wurde als Typenbau IW 58 in Blockbauweise errichtet, weiß die technische Leiterin der Halleschen Wohnungsgenossenschaft, Beate Hempel, zu berichten. Die Wohnungen entsprachen dem damaligen Standard und erfuhren im Jahre 2000 eine Grundsanierung. Dabei lag die Priorität damals eindeutig auf energetischer und technischer Aufwertung. Die Farbgebung fiel schlicht und einfach aus. Nach mehr als einem Jahrzehnt war die Schönheit dahin. Durch das Fehlen einer fungiziden Komponente hatten die Fassaden der von viel Grün umgebenen Gebäude Algen angesetzt, denen mit einer einfachen Reinigung nicht beizukommen war. Der langgestreckte Straßenzug brauchte dringend ein neues Erscheinungsbild. Dirk Neumann, Vorstand der Halleschen Wohnungsgenossenschaft, machte dies zur Chefsache: „Heute legen wir in eine Farbgestaltung mehr Herzblut als wir das vor einem Jahrzehnt gemacht hätten“. Das sei man den Bewohnern schuldig, die vom ersten Tag an in diesen Häusern gewohnt und der Genossenschaft die Treue gehalten hätten. Zu bedenken sei aber auch, dass eine Lösung gefunden werden musste, die sowohl von den jetzigen als auch von künftigen Mietern akzeptiert wird. Denn die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt, so Neumann, mache eine optimierte Drei-Raum-Wohnung mit modernem Bad bzw. Waschcenter im Flur für junge Familien wieder attraktiv.

Auf der Balkonseite gaben bauliche Gegebenheiten den Rhythmus vor. Farbe wurde über die in Gelb gehaltenen Rückwände und sparsame Farbtupfer eingebracht.


Das Farbdesign

Die Wohnungsgenossenschaft hatte in der Vergangenheit mehrfach die Kompetenz von Dipl.-Ing. Eva Helterhoff vom Caparol FarbDesignStudio in Anspruch genommen und war damit gut gefahren. Sie entschied sich auch in diesem Fall für die Farbdesignerin. „Frau Helterhoff besitzt ihre eigene unverkennbare Handschrift und weiß, wie wir ticken“, bescheinigte ihr Dirk Neumann. Gefragt war ein Entwurf, der Bewohnerschaft, Quartier und Umfeld gerecht wird. Was die Gestalterin in Halle vorfand, war eine in die Jahre gekommene Straßenzeile, die wenig Ausstrahlung besaß und den Bezug zur Umwelt vermissen ließ. In der Baugleichheit der Gebäude und nur einem Eigen-tümer sah sie die Chance, die vier nebeneinander stehenden Häuser über die Farbgebung in ein ansehnliches, lebendiges Wohnensemble zu verwandeln. Das war mit einer klassischen, nur von wechselnden Farbtönen getragenen Gestaltung nicht zu machen. So empfahl sie die Verwendung von weiteren spezifischen Gestaltungselementen. In den Entwürfen setzen die zwischen den Eingangsbereichen angeordneten, über zwei Fensterbreiten reichenden Farbbänder in Gebäudehöhe die farblichen Akzente auf der im Grundton weißen Fassade, in die als Gestaltungselemente farblich kräftigere Quadrate eingestreut sind. „Sie durften nicht zu kleinteilig sein, um ihren Rhythmus nachvollziehbar zu machen“, beschrieb die Designerin ihre Überlegungen. Zu berücksichtigen war außerdem, dass es im Sommer durch Bäume zu Sichteinschränkungen kommt, was eine Kleinteiligkeit der Elemente verbot. Der von der Gestalterin gewählte Farbkreis von Orange über Gelb nach Grün gestand jedem der vier Häuser ein bestimmtes Maß an Individualität zu, verband sie aber andererseits wie gewünscht zu einem harmonisch in die Wohnlandschaft eingepassten Ensemble. Eingeleitet wird die Farbgestaltung jedes Hauses mit einem Paukenschlag: Die fensterlosen Giebel erhielten einen vollflächigen Farbanstrich. Auf der straßenfernen Seite bestimmen die vorhandenen Putzbänder und Balkonbrüstungen die Farbwahl. Alle Balkonrückwände sind als verbindendes Element in einem Gelbton abgesetzt.

Die zwischen den Eingangsbereichen angeordneten Farbflächen geben den Häusern eine individuelle Note und vereinen sie zugleich zu einem Wohnensemble.


Gestaltungselemente

Die der Wohnungsgenossenschaft vorgelegten Entwürfe wurden einer gründlichen Prüfung unterzogen, ehe die Entscheidung zugunsten der beschriebenen, von Grüntönen dominierten Variante fiel. Frische und Freundlichkeit überzeugten ebenso wie Lebendigkeit der mit leichter Hand eingefügten quadratischen Gestaltungselemente. Der Entwurf entspreche im Übrigen der ökologischen Grundeinstellung der Genossenschaft und sei im Grün-Gestalteten mit den Unternehmensfarben identisch, war ergänzend zu hören. Den Zuschlag für die Malerarbeiten erhielt die Leipziger Niederlassung der renommierten Firma Heinrich Schmid, die das vorgegebene Farbkonzept exakt umsetzte. Nach einer Hochdruckreinigung der Fassade wurde eine fungizide Grundierung aufgetragen, ehe der zweimalige Anstrich mit Thermosan den Schlusspunkt setzte. „Mit der Moskauer Straße ist uns ein guter Wurf gelungen“, schätzte Vorstand Neumann zufrieden ein.

Die vollflächige Beschichtung der fensterlosen Giebelwände leitet die Farbgebung jedes Hauses mit einem Paukenschlag ein.


Wohnungsneubau

Nachdem die Sanierung des Bestandes nahezu vollständig abgeschlossen ist, steht der Wohnungsneubau auf der Tagesordnung der Genossenschaft. Auch dabei wird ihr der Ober-Ramstädter Hersteller als kreativer und professioneller Partner zur Seite stehen.

Die Hausnummern wurden in das Gestaltungskonzept einbezogen, was im eher unauffälligen Eingangsbereich farblich einen „Aha-Effekt“ erzielt.

Wolfram Strehlau, Caparol
Fotos: Caparol FarbenLacke Bautenschutz/Martin Duckek
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