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Leinölfarben nachhaltig und umweltverträglich herstellen

Leinölfarben
„Wir müssen nachhaltig denken“

Gunnar Ottosson stellt in seiner Farbenfabrik in Schweden auf äußerst umweltverträgliche Weise nachhaltige Leinölfarben her. Im Interview erklärt er, weshalb Leinölfarben wieder so beliebt sind, was eine gute Leinölfarbe auszeichnet und wie in seinem Unternehmen produziert wird.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Herr Ottosson, Sie produzieren hochwertige Leinölfarben, die auch in Deutschland vertrieben werden. Wie lange stellen Sie schon Leinölfarben her und warum haben Sie sich gerade für Leinölfarben entschieden?

Ich stelle seit 1989 Leinölfarben her. Für Leinölfarben habe ich mich entschieden, weil sie angenehm zu verarbeiten sind und weil sie das schönste Aussehen besitzen.

Wie sind Sie auf Leinölfarben gekommen?

Während meines Studiums an der Kunstschule hatten wir Materialunterricht und dort lernten wir unter anderem, wie die alten Meister Rubens, Rembrandt und andere ihre eigene Farbe herstellten. Das hat mich sehr beeindruckt. 1988 wurde ich von einem Bauunternehmer kontaktiert, der Leinölfarbe an seinen Gebäuden einsetzen wollte – und 1989 gründete ich meine Firma.

Was ist bei der Herstellung von Leinölfarben besonders wichtig?

Das Wichtigste ist, Rohstoffe von höchster Qualität zu verwenden. In Südschweden gibt es optimale Bedingungen für den Anbau eines Leinöls mit den besten Eigenschaften. Die Qualität der Farbpigmente ist ebenfalls von größter Bedeutung.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften einer guten Leinölfarbe?

Eine Leinölfarbe sollte bei hoher Dichte leicht dünn zu verteilen sein. Ein Liter einer guten Leinölfarbe wiegt etwa zwei Kilogramm.

Welche Rohstoffe werden für Ihre Leinölprodukte verwendet?

Wir verwenden ausschließlich Leinöl, das in Schweden angebaut und gepresst wurde. Die Zusammensetzung der Leinölfettsäuren in nördlichen Klimazonen bietet die beste Zusammensetzung. Das hängt von unserem Klima hier und unseren langen hellen Sommertagen ab. Des Weiteren verwenden wir zu 90 Prozent anorganische Mineralpigmente, die bei Sonnenlicht stabil sind, sich also nicht verändern.

Das Umweltbewusstsein nimmt eine wichtige Rolle in Ihrem Unternehmen ein. Welche Auswirkungen hat dies auf Ihre Geschäftsräume und Produktionsprozesse?

Wir entwickelten sehr früh ein Umweltkonzept und installierten 2008 eine kleine Windkraftanlage, die bei der Stromversorgung half. Später haben wir in Solarzellen investiert und produzieren jetzt 60.000 kWh pro Jahr, was bedeutet, dass wir für unsere Fabrik und Produktion autark sind. Beheizt wird die Fabrik mit Geothermie.

Auch für die Maschinenreinigung haben Sie eine umweltfreundliche Strategie entwickelt. Können Sie uns das Vorgehen im Detail erklären?

Wir verwenden kein Wasser oder Lösungsmittel, wenn wir unsere Maschinen reinigen. Statt dessen reinigen wir mit Leinöl. Das benetzte Papier lassen wir anschließend trocknen. Dies bedeutet, dass wir keine Emissionen in Luft und Wasser haben. Auch unsere Hände waschen wir mit hausgemachter Leinölseife.

Sie sind in Ihrem Unternehmen sehr umweltbewusst. Haben Sie auch einen Einblick in die Arbeitsweise Ihrer Rohstofflieferanten und die Transportwege? Wie steht es hier um die Ökologie?

Das eingesetzte Leinöl wird vor Ort angebaut und in nur etwa 40 Kilometer Entfernung von der Fabrik raffiniert. Die Transportwege sind also kurz. Unsere anderen Lieferanten sind hauptsächlich in Europa ansässig. Wir versuchen, soviel wie möglich vor Ort einzukaufen.

Warum sind Leinölfarben Ihrer Meinung nach wieder so beliebt geworden? Warum ist dieses „alte“ Material gleichzeitig so modern?

Leinöl ist Teil des natürlichen Kreislaufs und reversibel. Diese Eigenschaften sind heute gefragt, da wir die Belastung und die Umweltzerstörung des Bodens reduzieren wollen. Die Leinölfarbe hat auch große technische Vorteile in einer nachhaltigen Gesellschaft und Konstruktion. Sie „kümmert“ sich um das Holz, schützt es. Außerdem ist sie ästhetisch ansprechend und angenehm zu arbeiten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft für den Lackmarkt im Allgemeinen und für Ihre eigene Lackproduktion?

Die Bedingungen sind gegeben. Wir müssen langfristig und nachhaltig denken. Dazu passt die Leinölfarbe perfekt! Mein Unternehmen verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Herstellung und der Umsatz wächst rasant.

Ich hoffe, dass die Menschen auch in Zukunft vernünftige Entscheidungen treffen werden – dann mache ich mir keine Sorgen, sondern sehe eine sehr gute Zukunft für unser Geschäft.

Herr Ottosson, herzlichen Dank für dieses interessante Gespräch.

Vertrieb der Leinölfarben in Deutschland: www.deffner-johann.de

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