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Haus Steineck, Bonn

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Haus Steineck, Bonn

Nach seiner Sanierung gehört das Haus Steineck wieder zu den Top- Adressen unter den repräsentativen Bonner Villen.

Geschichte

Das Haus Steineck in erster Rheinlage im Bonner Stadtteil Mehlem hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Erbaut wurde die Villa im Stil der französischen Renaissance Ende des 19. Jahrhunderts von dem Kölner Bankier Raoul Stein, der sie mit seiner Familie als Sommersitz nutzte. Im Ersten Weltkrieg war das Gebäude zeitweise Kuranstalt. In den Jahren 1933 bis 1945 wurde es zum Erholungsheim für Parteizwecke umfunktioniert. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es in den Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen über und diente später vorwiegend als Tagungsort; in den 70er-Jahren beherbergte es das European Study Center. 1982 schließlich erwarb das Königreich Saudi-Arabien die inzwischen denkmalgeschützte Villa, um dort die Residenz seines Botschafters in der Bundesrepublik einzurichten. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Gebäude schon einmal im baufälligen Zustand und musste aufwendig saniert werden. Erst im Jahre 1987 konnte es vom saudi-arabischen Botschafter, seiner Familie und seinem Stab bezogen werden, die es bis zum Wegzug der Botschaft nach Berlin im Jahre 1999 bewohnten.

Danach fiel die in einem schönen Park mit altem Baumbestand gelegene Villa in einen neunjährigen Dornröschenschlaf. Leider hatten der Zahn der Zeit und der lange Leerstand an dieser schlafenden Schönheit jedoch heftig genagt, sodass eine Kölner Projektentwicklungsgesellschaft im Jahre 2008 praktisch wieder einen Sanierungsfall erwarb. Man erkannte aber das Potenzial des Anwesens in direkter Rheinlage mit Blick auf das Siebengebirge und errichtete in dem weitläufigen Parkgelände fünf Häuser mit 23 Eigentumswohnungen. Auch die Villa wurde im Zusammenhang mit dem Neubauprojekt mit dem klangvollen Namen „Rheingold“ saniert, dabei aber nicht in mehrere Wohneinheiten aufgeteilt, sondern als Solitär für die gehobene Wohnnutzung erhalten.

Die zahlreichen raumhohen Türen auszubauen und in die Werkstatt zu bringen wäre ein zu hoher Aufwand gewesen. Die Sanierung erfolgte deshalb vor Ort mit einem zweischichtigen Airless-Lack-System.

In schlechtem Zustand

Zu den Highlights im Inneren der Villa gehören die fast raumhohen Fenster, die zur Rheinseite hin einen atemberaubenden Blick auf den Fluss und den sich darüber erhebenden Drachenfels eröffnen. Leider waren die Holzfensterrahmen durch Verschleiß und Witterungsbelastung in einem ziemlich bemitleidenswerten Zustand. Ähnliches galt für die aufwendig strukturierten historischen Kassettentüren. Hier war nicht nur der Lack im Lauf der Jahre stark abgeblättert; das Holz wies auch zahlreiche, zum Teil recht tiefe Risse auf.

Um die Türen von Grund auf zu überarbeiten, wurden alle losen Alkydharz-Lackschichten sorgfältig entfernt und die gesamte Fläche gründlich angeschliffen. Zur Sanierung größerer Risse wurde ein spezielles Vlies eingesetzt, das zugleich als stabiler und sicherer Anstrichträger diente. Für die Beschichtung der Türen wurde ein geruchsarmes und hochleistungsfähiges Anstrichsystem auf Wasserbasis gesucht, mit dem sich ein hochwertiges Finish erzielen lässt. Darüber hinaus sollte es sich zügig und rationell verarbeiten lassen. Dabei rückte das Airless-Spritzen als eine besonders rationelle und unkomplizierte Methode für die serielle Beschichtung von Bauteilen wie Türen und Türstöcken in den Fokus. Denn im Vergleich zur Handapplikation mit Pinsel oder Rolle ist dabei eine deutliche Zeitersparnis möglich – und das bei einem exzellenten Oberflächenfinish.

Das Team des ausführenden Malerbetriebes Manfred Klotz KG entschied sich für den Einsatz eines zweischichtigen Airless-Lack-Systems. Dieses Material war für die Verarbeiter zwar noch neu in der Anwendung, da man bei dem Bonner Malerbetrieb aber für weiterführende technische Entwicklungen immer aufgeschlossen ist und die 30 qualifizierten Mitarbeiter durch ständige Fortbildung dafür gut geschult sind, gab es auch hier keine Berührungsängste, die zweckentsprechende Produktentwicklung einzu-setzen.

Auch die raumhohen Fenster, deren Rahmen durch Verschleiß und Witterung stark angegriffen waren, wurden von Grund auf saniert. Dabei kam ein Eintopfsystem auf Acrylbasis zum Einsatz.


 

Neues System getestet

Das spritznebelreduzierte System besteht aus einem Grund- und Vorlack und einem Decklack für die rationelle Verarbeitung anspruchsvoller Schlussbe-schichtungen. Der stark füllende universelle Grund- und Vorlack für den Innenbereich bildete nach fachgerechter Grundierung eine sichere Basis für die anschließende Decklackierung mit dem seidenglänzenden Speziallack. Bei einem Standvermögen von bis zu 300 µm konnte auch in diesem Fall eine kratz- und abriebfeste Deckbeschichtung in nur einem Arbeitsgang erzielt werden. Das Material zeichnete sich dabei durch gute Untergrundhaftung und ein hohes Deckvermögen aus. Die Verarbeiter profitierten aber auch von der langen Offenzeit, dem sehr guten Verlauf, der zeitsparenden Verarbeitung und der schnellen Trocknung des Airless-Spritzlackes, da die Arbeit damit sehr zügig voranging. Der Auftraggeber erhielt einen Beschichtungsaufbau, der seinen Ansprüchen an eine tadellose und dauerhaft stabile Oberfläche entsprach.

Im Eintopfsystem

Auch bei den Fensterrahmen wurden zunächst alle losen Anstrichteile entfernt. Danach wurde der zum Teil stark vergraute Holzuntergrund gereinigt und sorgfältig geschliffen. In kurzen Abständen folgten dann Grund-, Zwischen- und Schlussanstrich mit einem Acryl-Fensterlack. Das Eintopfsystem für den Grund-, Zwischen- und Deckanstrich auf Holz und maßhaltigen Holzbauteilen ist umweltschonend und geruchsneutral und kann im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden. Seine Blockfestigkeit und seine Verträglichkeit mit allen modernen Fensterdichtprofilen geben dabei die notwendige Sicherheit für eine professionelle Fensterlackierung. Darüber hinaus ist die Beschichtung vergilbungsbeständig und diffusionsfähig. Das Material wurde von dem Team um Malermeister Boris Steiner mit der Rolle und dem Pinsel appliziert und überzeugte dabei vor allem durch sein hohes Deckvermögen, die sichere Kantenabdeckung und die hohe Ergiebigkeit.

Nach Abschluss der Arbeiten war Boris Steiner besonders stolz auf die makellose seidenglänzende Optik der sanierten Kassettentüren, die inzwischen wieder das Prädikat „hochherrschaftlich“ verdienen. Die sorgfältige Aufarbeitung von alten Haus- und Innentüren ist ein spezielles Arbeitsgebiet und auch ein Aushängeschild des Malerbetriebes. Mit diesem Objekt hat das Malerteam seiner Referenzliste wieder ein eindruckvolles Beispiel hinzugefügt.

Die sanierten Kassettentüren verdienen inzwischen wieder das Prädikat „hochherrschaftlich“.

Dagmar Riefer
Quelle: Malerblatt Wissen 10/2013
Fotos: CD-Color, Leit
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