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Umweltfreundliches Lacksystem von Auro

Umweltfreundliche Lacke
Mehr als ökologisch

Umweltfreundliche Lacke und Farben werden von Endverbrauchern – und damit auch den Kunden des Malers und Stuckateurs – immer stärker nachgefragt. Doch sind diese Produkte nur etwas für Heimwerker oder taugen sie auch für den Profi? Das Malerblatt hat sich ein neues ökologisches Lacksystem genauer angesehen.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Auro

Ökologische Lacke und Farben sorgen nicht nur für ein angenehmes Raumklima, sondern geben dem Verbraucher gleichzeitig das gute Gefühl, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Kein Wunder also, dass immer mehr Kunden solche Produkte nachfragen. Während derzeit immer mehr Farben- und Lackhersteller umwelt- und gesundheitsfreundliche Produkte in ihr Sortiment aufnehmen, bedient die Auro-Pflanzenchemie dieses Marktsegment seit über 30 Jahren.

Innovatives ökologisches Lacksystem

Neueste Ergebnisse aus der Forschung und die jahrelange Erfahrung mit Naturprodukten ermöglichten es dem Naturfarbenhersteller, jetzt ein neues ökologisches Lacksystem zu entwickeln. Laut Hersteller zeichnen sich die neuen Lacke durch Nachhaltigkeit, die mit Leistungsstärke gepaart wurde, aus. Doch worin unterscheiden sich die neuen Lacke von herkömmlichen Wasserlacken? Dr. Markus Lettau, Forschungs- und Entwicklungsleiter bei Auro, erklärt: „Diese Lacke befinden sich bezüglich der technischen Leistungsfähigkeit auf dem Niveau konventioneller Lacke, enthalten jedoch den höchsten Anteil an biogenen Rohstoffen in dieser Produktklasse. Sie sind physikalisch trocknend und nicht gilbend.“ Im Technischen Merkblatt stoßen wir auf das Bindemittel „Decovery“. Von Dr. Lettau wollen wir wissen, worum es sich bei dieser Bindemittelbasis handelt. „Decovery ist ein einzigartiges, innovatives Bindemittel, welches Auro in dieser biogenen Qualität exklusiv zur Verfügung steht. Es wird aus Pflanzenalkoholestern aus Kiefern und Rizinus und mit einem kleinen Restanteil fossiler Monomere hergestellt. Decovery unterliegt dabei einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Mit jedem Entwicklungsschritt werden fossile Bestandteile durch biogene ausgetauscht, bis diese vollständig ersetzt sind“, lässt uns der Entwicklungsleiter wissen.

Positiv fällt uns auf, dass Auro für das ökologische Lacksystem ausschließlich mineralische Pigmente einsetzt. Das wirkt sich nicht nur auf die Farbpalette aus, die dadurch rund 800 sehr authentische Farbtöne beinhaltet. Lettau bestätigt unsere Vermutung: „Die eingesetzten, rein mineralischen Pigmente zeichnen sich durch eine hohe Lichtechtheit und UV-Stabilität aus. Die Pigmente sind für den Außeneinsatz konzipiert und zeigen in der künstlichen UV-Bewitterung nur eine minimale Abweichung des ursprünglichen Farbwertes.“ Darüber hinaus bescheinigt Auro den neuen Lacken nach zweimaligem Auftrag Witterungsbeständigkeit.

Umweltfreundliche Lacke für den Innen- und Außenbereich

Doch selbstverständlich sollen die neuen Lacke nicht ausschließlich im Außenbereich zum Einsatz kommen. Die Anstrichstoffe, die der Klasse 1 gemäß DIN EN 13300 angehören und damit beste Deckkraft- und Nassabriebwerte liefern, werden ihre vorrangigen Anwendungsgebiete im Innenraum finden. Deshalb erfüllen sie auch die Normen für Spielzeugsicherheit nach DIN EN 71-3 sowie die Schweiß- und Speichelechtheit nach DIN 53160. In geschlossenen Räumen dürfte außerdem der ökologische Aspekt im Vordergrund stehen. Hier bleibt allerdings auch bei dem neuen Lacksystem ein kleiner Wermutstropfen zu verzeichnen: um die Lacke vor mikrobiellem Befall zu schützen, enthalten sie zur Konservierung Isothiazolinone, die für ihre sensibilisierende Wirkung bekannt sind. Auro nutzt zwar Benzisothiazolinon, das als weniger kritisch gilt und auch in anderen „Blauer Engel“-Produkten zum Einsatz kommt, dennoch wollen wir von Dr. Lettau wissen, weshalb Auro nicht komplett auf diese Stoffe verzichtet. „Wässrige Produkte benötigen einen Schutz vor mikrobiellem Befall. Die Auro Forschung & Entwicklung arbeitet jedoch ständig daran, Rohstoffe, die nicht zur Unternehmensphilosophie passen, durch andere, unbedenkliche zu ersetzen“, erklärt uns der Entwicklungsleiter. Bei konservierungsmittelfreien Wandfarben wird der hohe pH-Wert als Schutz vor mikrobiellem Einsatz längst umgesetzt. Warum wird diese Alternative zur Konservierung bei den Lacken nicht eingesetzt? „Dieser Schutz ist durchaus denkbar, jedoch nicht auf die gleiche Art und Weise erreichbar wie wir es bei unseren Wandfarben bereits erfolgreich eingeführt haben. Bei Lacken liegt die Herausforderung darin, das richtige pH-Stellmittel zu finden, welches die Verarbeitung und die Eigenschaften des Produktes nicht ungünstig beeinflussen. Neben der Konservierung über den pH-Wert, arbeiten wir zudem in Forschungsprojekten an alternativen Möglichkeiten, die Produkte im Gebinde zu konservieren. Hierzu zählen unter anderem auch mineralische Komponenten, die dann gegebenenfalls auch als Filmschutz wirken können“, gibt uns Dr. Lettau zur Antwort.

Umweltfreundliche Lacke: Wie gewohnt zu verarbeiten

Die (Verarbeitungs-)Eigenschaften spielen bei den ökologschen Lacken also eine führende Rolle, obwohl Auro traditionell ja sehr stark den Endverbraucher bedient. „Der typische Kunde ist momentan sicher eher im Endverbrauchersegment zu finden, jedoch sind die Lacke der neuen Generation aufgrund der hervorragenden Verarbeitungseigenschaften absolut profitauglich!“ stellt Markus Lettau klar und ergänzt: „Die Lacke sind rheologisch so eingerichtet, dass sie sowohl bei Pinsel-, Roll- als auch Spritzapplikation sehr gut verarbeitbar sind. Die Grundviskosität ist dabei so eingestellt, dass der Lack gut vom Werkzeug aufgenommen wird und nicht abtropft. Zudem ist die Streichbremse so eingestellt, dass ein sehr guter Materialauftrag auf dem Werkstück erfolgt.“ Umstellungen für den Verarbeiter, der mit herkömmlichen Wasserlacken vertraut ist, gibt es demnach keine: „Die neue biobasierte Lackgeneration lässt sich analog der am Markt befindlichen Produkte applizieren“, ist sich Lettau sicher. Konkret heißt das: „Der Lack ist so konzipiert, dass er zweimal aufgetragen werden muss. So wird sowohl der Wetterschutz als auch der korrekte Farbton sowie Glanzgrad des Produktes erreicht. Für Beschichtungen auf inhaltsstoffreichen Hölzern wird zusätzlich eine Grundierung („Auro Colours for life Holzgrundierung Nr. 510“) empfohlen, um eventuell vorhandene Tannine und Gerbstoffe zu blockieren. Für Metalluntergründe wird es in naher Zukunft eine Rostschutzgrundierung geben, um auch diese Untergründe professionell mit den neuen Colours-for-life-Lacken zu beschichten“, erläutert der Experte.

Das neue ökologische Lacksystem umfasst Weißlack, Klarlack und Buntlack jeweils in matt und glänzend.

Profitaugliches Lacksystem

Der Buntlack ist über den Auro-Farbfächer in fast 800 Farbtönen maschinell abtönbar. Nach etwa zwei Stunden ist der Lack staubtrocken, nach etwa sechs Stunden kann er überarbeitet werden. Vollständig durchgetrocknet ist er nach 24 Stunden.

Auch die Gebindegrößen, in denen die umweltfreundliche Lacke angeboten werden, sind profitauglich. Neben den Kleingebinden mit 0,375 und 0,75 Litern Inhalt sind auch größere Töpfe, die 2,5 bzw. 10 Liter fassen, erhältlich. Das neue ökologische Lacksystem scheint also für den Baustelleneinsatz geeignet zu sein. Auch preislich können sich die Lacke mit konventionellen Produkten messen: „Hier sind wir sehr gut gegenüber den konventionellen Wegbegleitern aufgestellt. Der Unterschied ist nicht groß, hochwertige Lacke haben im Vergleich einen ähnlichen Literpreis“, sagt Lettau und ergänzt mit Hinblick auf den relativ geringen Verbrauch von 60 bis 90 Millimetern pro Quadratmeter und Auftragsschicht: „Hier kommt es auf den Verbrauch pro Quadratmeter an. Ist die Deckkraft zum Beispiel Klasse 1 gemäß DIN EN 13300, wird bei jedem Anstrich weniger verbraucht.“

Weitere Informationen:
www.auro.de


Dr. Markus Lettau, Forschungs- und Entwicklungsleiter bei Auro

Die neue biobasierte Lackgeneration lässt sich analog der am Markt befindlichen Produkte applizieren.

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