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Fassadenbekleidungen aus Faserzement

Faserzement
Kombinations möglichkeiten

Fassadenbekleidungen aus Faserzement sind dünn und leicht, gleichzeitig jedoch fest und robust. Die Montage ist einfach, die Bruchgefahr gering. Voraussetzung dafür, dass die spezifischen Vorteile zum Tragen kommen, ist eine fachgerechte Verarbeitung. Wir erklären, worauf es ankommt, und geben Tipps, die die Arbeit erleichtern.

Autoren: Rita Jacobs / Martin Mansel | Fotos: James Hardie

Wenn es um die Fassade geht, heißt es mittlerweile nicht mehr entweder oder, sondern gerne auch und. Das gilt sowohl für den Neubau als auch für An- und Umbauten. Fassadenplatten aus Faserzement sind eine sinnvolle Alternative zu Putz und Steinfassaden oder können auch ästhetisch einwandfrei mit diesem kombiniert werden. Wer sie verarbeiten möchte, sollte allerdings wissen, was er tut. Daher nachfolgend einige Hinweise.

Trotz ihrer hohen Widerstandsfähigkeit müssen auch Fassadenbekleidungen aus Faserzement sorgfältig behandelt und richtig verarbeitet werden. Dies beginnt beim Transport und setzt sich mit einer ebenen und trockenen Lagerung der Platten auf der Baustelle fort. Idealerweise werden die Platten an einem überdachten, trockenen Ort waagerecht gelagert und mit einer Staubabdeckung geschützt. Dabei sollten nicht mehr als fünf Paletten übereinander gestapelt werden. Wenn eine Lagerung im Freien nicht zu vermeiden ist, müssen die Fassadenplatten liegend auf Lagerhölzern gelagert und mit einer wasserdichten Plane abgedeckt werden, um den direkten Kontakt mit Wasser und Staub zu vermeiden. Durchfeuchtete Platten dürfen erst nach völligem Austrocknen montiert werden.

Die Unterkonstruktion

Die Montage von Faserzement-Fassadenbekleidungen kann in Form einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade sowohl auf Massivbau- als auch auf Leichtbauwänden mit einer Unterkonstruktion aus Holz oder Metall erfolgen. Eine richtig montierte Unterkonstruktion ist die Voraussetzung für ein optimales Endergebnis. Daher ist es unbedingt notwendig, ein paar grundsätzliche Punkte zu berücksichtigen. So sollte die Unterkonstruktion mindestens 40 mm dick sein, um eine ausreichende Belüftung zu gewährleisten. Je nach vorhandener Windlast darf der Achsabstand der Traglattung maximal 600 mm betragen. Die Unterkonstruktion muss über die gesamte Fläche hinweg exakt nivelliert werden, um später eine ebene Fassadenfläche zu erreichen. Ferner ist bei der Montage darauf zu achten, dass zwischen dem Boden und der Unterkante der Traglattung ein Abstand von mindestens 160 mm sowie zwischen der Oberkante der Traglattung und dem oberem Abschluss ein Abstand von mindestens 20 mm besteht. Um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern, empfiehlt James Hardie zum Beispiel, die Holzunterkonstruktionen durch die Verwendung eines EPDM-Bandes ( 10 mm breiter als die Unterkonstruktion) zu schützen. Wenn die darunterliegenden Baumaterialien nicht wasserresistent oder hydrophobiert sind, muss vor Montage der Unterkonstruktion auch eine wasserundurchlässige, diffusionsoffene Unterspannbahn mit entsprechender Überlappung (mindestens 150 mm) auf der Wand aufgebracht werden.

Eckausführung

Wenn die Unterkonstruktion montiert ist, können die Ecken ausgeführt werden. Zierleisten sorgen hier für einen perfekten, witterungsbeständigen Abschluss, der gleichzeitig besondere Akzente setzt. Die verschiedenen Hersteller bieten unterschiedliche Varianten an. So hat zum Beispiel James Hardie mit dem HardiePlank MetalTrim (Länge 3000 mm) und dem HardieTrim NT3 Eckprofile aus Metall bzw. aus Faserzement im Portfolio. Dabei können die Metallprofile für Innen- und Außenecken eingesetzt werden und sind farblich an die Fassadenbekleidungen angepasst. Die Faserzementzierleisten dagegen stehen in den Farben Weiß, Schwarz und Cashmere zur Verfügung. Bei beiden Varianten stellt die Montage keine großen Anforderungen und kann einfach mit Edelstahlnägeln erfolgen, die bündig oder maximal 1 mm versenkt eingetrieben werden. Alternativ ist es auch möglich, Edelstahlschrauben mit Senkkopf zu verarbeiten. Um einen bündigen Abschluss der Fassadenbekleidungen nach oben und unten zu gewährleisten, sollten die Faserzementzierleisten bzw. Eckprofile so montiert werden, dass jeweils ein Überstand von 10 mm besteht.

Montage der Bretter

Im nächsten Schritt können die Fassadenbretter montiert werden. Hilfreich ist hier die Verwendung eines kombinierten Starter- und Lüftungsprofiles. Damit gelingt es, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Zum einen kann so eine ausreichende Hinterlüftung der Konstruktion sichergestellt sowie das Eindringen von Insekten oder Kleintieren weitgehend verhindert werden und zum anderen ist dies der einfachste Weg, die Fassadenpaneele der untersten Reihe fachgerecht zu montieren. Die Platten der ersten Reihe werden mit 10 mm Überstand über dem Starter-Lüftungsprofil befestigt, das damit unsichtbar dahinter verborgen ist. Die zweite und alle folgenden Reihen werden dann im Fugenversatz mit jeweils 30 mm Überstand zur darunterliegenden Reihe verarbeitet. Der Überstand sollte bei der Montage über die gesamte Fläche hinweg eingehalten werden, um ein einheitliches Fassadenbild zu erreichen. Hilfreich ist, auf der Unterkonstruktion eine entsprechende Markierung über der Oberkante des jeweils obersten Brettes einzuzeichnen. Noch besser und einfacher ist jedoch der Einsatz der Justierungshilfe GeckoGauge. Sie funktioniert wie ein zusätzliches Paar Hände und macht damit eine schnelle und präzise Installation der Fassadenbekleidung als Stülpschalung sogar in Ein-Mann-Montage möglich. Die letzte Reihe wird wieder mit einem Überstand von 10 mm zum nach oben abschließenden Lüftungsprofil montiert. Außer der hier beschriebenen horizontalen Montage ist es alternativ auch möglich, HardiePlank-Fassadenbekleidungen vertikal oder mit offenen Fugen zu montieren.

Befestigung

Die Paneele können einfach mit einem Nagelschussgerät auf der Unterkonstruktion (ein Nagel pro vertikalem Rahmen, Rillennägel, mindestens 2,8 mm x 45 mm, Nagelkopfdurchmesser von 6,5 mm) befestigt werden. Wichtig ist, auf ein flächenbündiges Versenken der Nägel zu achten. Ein Vorbohren ist nicht erforderlich. Auch Schrauben ist möglich (Länge der Schrauben mindestens 40 mm, Durchmesser 4 mm, 8 mm Senkkopf mit Fräsrippe). Um Produkt- und Gebäudetoleranzen auszugleichen empfiehlt James Hardie, die Paneele mit einer Fuge von 1 bis 4 mm zu den Eckprofilen bzw. zu Tür- und Fensterrahmen zu montieren.

Fassadenplatten aus Faserzement können grundsätzlich mit handelsüblichen Werkzeugen (z. B. Fuchsschwanz oder Pendelhubsäge) zugeschnitten werden. Eine besonders einfache Lösung, die zudem ohne Strom auskommt und praktisch keinen Staub produziert, ist der Einsatz des HardieGuillotine Schneidwerkzeugs. Saubere Schnitte sorgen dabei für perfekte Stöße an den Ecken. Alle Schnittkanten müssen vor der Installation mit ColourPlus Kantenversiegelung nachbehandelt werden.

Gut zu wissen: James Hardie hat eine ausführliche Anleitung für die Verarbeitung von HardiePlank Fassadenbekleidungen herausgegeben, die genau erklärt, worauf es ankommt. Anschauliche Bilder illustrieren die einzelnen Verarbeitungsschritte, Tabellen fassen die wichtigsten Fakten zusammen. Hilfreich ist auch ein Verarbeitungsvideo, dass unter www.fermacell.de in nur vier Minuten zeigt, was bei Planung und Verarbeitung von HardiePlank Fassadenbekleidungen wichtig ist und das die einzelnen Arbeitsphasen von der Vorbereitung bis hin zur Fertigstellung Schritt für Schritt erläutert.

Fassadenkonfigurator

Fassaden sind die Visitenkarte eines Hauses. Als erster optischer Eindruck prägen sie nachhaltig die Wahrnehmung. Kein Wunder, dass Hausbesitzer über das Aussehen ihres Hauses besonders intensiv nachdenken. Denn die Gebäudehülle soll das Haus und seine Bewohner nicht nur vor Witterungseinflüssen sowie Schadstoffen aus der Umwelt schützen und eben entsprechend robust sein, sondern darüber hinaus auch noch gut aussehen. Mit dem neuen Fassadenkonfigurator von James Hardie Europe können sich Hausbesitzer, Architekten und Verarbeiter sehr schnell und ganz einfach einen Eindruck von den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten verschaffen.

Die Anwendung dieses neuen virtuellen Tools von James Hardie Europe ist denkbar einfach. Zur Wahl stehen insgesamt zwölf verschiedene Beispielhäuser, die beliebig mit Farbe und Textur gefüllt werden. Den Anwendern steht dabei eine Farbpalette mit 5 ansprechenden Farbthemen sowie zwei Texturen mit glatter Oberfläche oder Holzstruktur zur Verfügung.

Materialrechner

Ist die Auswahl getroffen, kommt ein digitaler Materialrechner zum Einsatz. Er berechnet auf Basis der projektspezifischen Angaben des Nutzers die für die Ausführung benötigten Produkt- und Zubehörmengen (materialrechner.jameshardie.com).

Umfangreiche digitale Kenntnisse sind dazu nicht erforderlich. Die Anwendung ist denkbar einfach. Der Nutzer muss dazu lediglich die Maße für die zu bekleidende Fläche angeben sowie die gewünschte Bekleidungsart, also ob die Beplankung horizontal oder vertikal ausgeführt werden soll. Zusätzlich abgefragt werden die Textur – hier hat der User die Wahl zwischen glatter Oberfläche oder Holzstruktur –, die Farbe – es steht eine moderne Farbpalette mit fünf ansprechenden Farbthemen zur Verfügung – sowie der Abstand der Unterkonstruktion.

Nach Eingabe aller Parameter erscheint im Display die für die Ausführung benötigte Menge Fassadenbekleidungen. Die Angaben werden ergänzt durch Hinweise auf das weitere Zubehör, das für die Verarbeitung benötigt wird (Platten für die Tür- und Fensterlaibungen, EPDM-Band, Kantenversiegelung, Befestigungsmittel und Holzunterkonstruktion). Der Anwender kann mit diesen Informationen direkt ein Angebot anfordern oder einen Händler aufsuchen. James Hardie hat die Trends bei der Gebäudegestaltung beobachtet und seine Farbpalette entsprechend aktualisiert: Die klassisch-zeitlosen Nuancen Anthrazitgrau, Schiefergrau, Perlgrau und Espresso ergänzen die gleichzeitig neu strukturierte Farbpalette mit fünf Farbthemen. In Kombination mit zwei unterschiedlichen Dekoren (glatte Oberfläche für modernes Design bzw. natürlich anmutende Holzstruktur für den klassischen Look) verfügen Architekten, Bauherren, Planer und Hausbesitzer damit zukünftig über noch mehr Möglichkeiten zur Realisierung einer modernen Fassade im klassisch-zeitlosen Look. Auf der Messe Dach und Holz in Stuttgart wurden außerdem noch Platten angekündigt, die lediglich grundiert sind und so eine noch bessere Anpassung an persönliche Farbwünsche ermöglichen.

Weitere Fotos:
www.malerblatt.de


PraxisPlus

Kostenfreie Online-Seminare

Auch wenn zur Zeit social distancing angesagt ist: Auf Weiterbildung muss trotzdem niemand verzichten. James Hardie bietet jetzt europaweit kostenfreie Online-Seminare an. Das Angebot ist breit gefächert um ein möglichst großes Interessenspektrum abzudecken. Es bezieht sich mit Fachvorträgen unter anderem zu den Themen Brandschutz, Schallschutz oder Bodensysteme sowie Holzbau und Trockenbau. Dabei bleibt auch in den Webinaren der direkte Austausch weiter bestehen: Zu jedem Zeitpunkt ist es möglich live und im Chat Fragen an die Experten von James Hardie zu stellen, die dann auch direkt beantwortet werden.

Einen laufend aktualisierten Themenüberblick erhalten Interessenten unter fermacell.de/aktuelles/jetzt-neu-online-seminare oder unter:

www.jameshardie.de/aktuelles/jetzt-neu-online-seminare

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