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Putzstrukturen für die Fassade

Putzstrukturen
Putzige Vielfalt

Putzstrukturen für die Fassade: Kaum eine Fassaden-Schlussbeschichtung bietet so viele Gestaltungsmöglichkeiten wie der Putz. Neben unzähligen Farbtönen gibt es unterschiedlichste Qualitäten und Strukturen – von fein- bis grobkörnig, von Kratz– und Rillenputzen bis hin zu individuell strukturierbaren Glattputzen. In der Kombination ergeben sich beinahe unendliche Gestaltungsvarianten.

Autoren: Dirk Pöhlker, Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Brillux

Häufig wird Wärmedämm-Verbundsystemen nachgesagt, dass sie Häuser monoton aussehen ließen, ihnen „das Gesicht“ raubten. Das kann passieren – muss es aber nicht! Gerade Putze, die in den meisten Fällen ein WDVS abschließen, bieten eine enorme Gestaltungsvielfalt. Zum einen ist die Farbpalette heute dank moderner Technologien auch auf WDVS kaum noch eingeschränkt. Zum anderen überzeugen Putze mit einer großen Strukturvielfalt. Und zu guter Letzt können Putzen auch noch Partikel zugesetzt werden, die etwa ein geheimnisvolles Glitzern an die Fassade zaubern.

Geheimnisvolles Funkeln

Eine Fassade, die je nach Sonnen- und Lichteinfall geheimnisvoll glitzert? Die Zugabe von Siliciumcarbid macht‘s möglich! Siliciumcarbid besteht aus Silicium und Kohlenstoff und ähnelt damit in Aufbau und Eigenschaften einem Diamanten. Die Verarbeitung ist denkbar einfach, denn das Material wird als glitzerndes Korn mit einer Trichterpistole in den frischen, strukturierten Putz eingeblasen. Das Ergebnis sind Fassadenflächen mit aufregendem Glitzereffekt. Besonders eindrucksvoll wirkt dieser Effekt bei dunkelgrauen Farbtönen, da das ebenfalls graue Korn des Siliciumcarbids kaum mehr sichtbar ist und sich nur das Glitzern zeigt.

Neben Siliciumcarbid sorgt auch Spiegelbruch für Aufsehen an der Fassade. Spiegelbruch wirkt durch die kleinen gebrochenen Spiegelstücke im Putz wie Sterne an einem weißen oder farbigen Himmel. Die Verarbeitung ist denkbar einfach, denn das Material wird – wie auch beim Siliciumcarbid – mit einer Trichterpistole in den frischen, strukturierten Putz eingeblasen. Der Vorteil bei diesem Material: Es sind nicht unbedingt dunkle Farbtöne oder bestimmte Lichtverhältnisse erforderlich, um einen Effekt zu erkennen.

Putzstrukturen für die Fassade: Farbe plus Struktur

Eine attraktive Variante eines Reibeputzes ist der Rillenputz. Dazu wird ein Putzmörtel mit rundem Korn nach dem Auftrag mit einer Glättekelle scharf abgezogen und gerieben. Abhängig von der Korngröße sind die Rillen mehr oder weniger stark ausgeprägt, mit unterschiedlicher Rillentiefe und -breite. Außerdem kann auch die Richtung des Rillenverlaufs variiert werden – das heißt, es lassen sich quer, rund oder längs verlaufende Putzstrukturen gestalten.

Noch spannender wird es, wenn zur Struktur noch Farbe ins Spiel kommt, wie beim zweifarbigen Rillenputz. Beim Auftragen zweier Fassadenfarbschichten in unterschiedlichen Farbtönen kommt die Putzstruktur dann richtig zur Geltung, weil in den Vertiefungen der erste Farbton, der möglichst intensivfarbig ist, eindrucksvoll hervortritt. Der dezentere zweite Farbton färbt nur die erhabenen Stellen der Putzstruktur ein.

Moderner Klassiker

Kaum eine andere Putzstruktur hat in den letzten Jahren eine solche Renaissance erlebt wie der Besenstrich. Die klassische Putzstruktur ziert inzwischen zahlreiche (auch äußerst moderne) Gebäude. Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, wird der Putz mit einem Besen horizontal strukturiert. Um das Handling zu vereinfachen, hat Brillux den Besen gar durch eine eigens dafür angefertigte Bürste ersetzt. Die rillenartige, sehr natürlich anmutende Struktur sorgt abhängig vom Tageslicht für interessante Schatteneffekte auf den damit ausgeführten Fassadenflächen. Je nach Druckausübung und Verlaufsrichtung entstehen die unterschiedlichsten Optiken. Für die Ausführung eignet sich beispielsweise ein Mineral-Leichtputz.

Monotonie ade!

Selbst diese kleine Auswahl an Putzstrukturen und -zusätzen zeigt, dass bei Putzfassaden so schnell keine Langeweile angesagt sein muss. Wo Putzfassaden monoton aussehen, mangelt es daher wohl eher an der Experimentierfreude des Planers oder des Bauherren, an der Bereitschaft und dem Mut, neue Wege einzuschlagen oder sich von der breiten Masse abzuheben. Also: Mit Mut gegen die Monotonie!

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