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Eingefügter Keil

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Eingefügter Keil

Das Militärhistorische Museum wurde in Dresden von 1873 bis 1877 als Arsenalhauptgebäude errichtet. Während des Zweiten Weltkrieges ging ein Drittel der Bausubstanz als Folge der Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 verloren. Im Jahr 2001 wurde der gesamte Komplex zur Neugestaltung ausgeschrieben. Das Architekturbüro des bekannten US-amerikanische Architekten Daniel Libeskind gewann den Wettbewerb. Nach einer siebenjährigen Umbauzeit wurde das Militärhistorische Museum in Dresden am 14. Oktober 2011 wiedereröffnet. Auffällig ist der keilförmige, asymmetrische Neubau, der den Altbau durchdringt.

Nina Donath, Objektberaterin und Lutz Trautmann, Verkaufsfachberater bei Baumit, berichten über die massiven Herausforderungen und die Besonderheiten des Objektes und des Umbaus.
Welche Anforderungen wurden an die Sanierung des Militärhistorischen Museums gestellt? Nina Donath: Auflage war, die ursprüngliche historisch-klassische Fassadenansicht wieder herzustellen. Die Produktauswahl musste dabei dem verbliebenen Altbestandsmauerwerk (am alten Gebäudeteil) weitgehend angepasst werden.
Wie erreicht man eine möglichst originalgetreue Fassade? Nina Donath: Die Wiederherstellung wurde in zwei Bauabschnitte aufgeteilt: Am bestehenden Gebäude musste der Altputzbestand untersucht und ausge-bessert bzw. nach historischem Vorbild wiederhergestellt werden, einschließlich aller bestehenden Schmuckelemente, wie Bossen, Gesimse und weitere Zierelemente aus Stuck (Halb-Kapitelle und -Basen, Konsolen). Am neu gemauerten Anbau musste der Putzaufbau ebenfalls dem historischen Vorbild nachgeahmt werden, einschließlich Neuherstellung von Bossen und zahlreichem Stuck: Gesimse, Fensterbekrönungen und weitere Stuckelemente.
Die Arbeiten erfordern sicherlich viel handwerkliches Geschick und Erfahrung der ausführenden Handwerker?
Lutz Trautmann: Auf jeden Fall, diese Aufgabe war eine große Herausforderung für die ausführende Baufirma und wurde optimal realisiert. Für die historische Fassade gab es die Auflage die Bossierung und die Linienführung von Bestandsflächen zu übernehmen und mehrlagig mit Kalkputz bis zum Originalbestand aufzubauen. Die Gesimsbereiche wurden zum Teil mit Feinputz überarbeitet Große Bereiche wurden mit Stuckmörtel traditionell direkt am Gebäude gezogen. Bei der Arbeit am Objekt sind Erfahrungen für den sicheren Umgang mit Schablone, Lattengang und Zugschlitten erforderlich. Kopfzerbrechen bereiteten allen Beteiligten die Anschlüsse an den als Beton- und Stahlkonstruktion in das Gebäude eingefügten Keil. Gemeinsam mit allen Bau- beteiligten wurden Detaillösungen gefunden, um sichere und dichte Anschlüsse zu gewährleisten.
Wurden am Gebäude auch energetische Sanierungen vorgenommen?
Lutz Trautmann: In Teilbereichen erhielt die Rückseite des Gebäudes ein WDV-System mit Brandriegeln. Die eigentliche Herausforderung lag dabei nicht in der Anbringung des Dämmsystems, sondern in der Koordinierung der zeitlichen Abläufe mit anderen Gewerken wie Rohbau und Natursteinrestauratoren. Fenstergewände aus Sandstein mussten verändert und erneuert werden. Ein großes Sandsteingurtgesims wurde ebenfalls verändert und ergänzt.

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Das Militärhistorische Museum
Der keilförmige, asymmetrische Neubau durchdringt den massiven klassisch gegliederten Altbau. Der Keil ist ein Symbol organisierter Gewalt. Er bricht mit alten autoritären, starren Strukturen und steht in seiner Transparenz für die Offenheit der demokratischen Gesellschaft und die veränderte Rolle des Militärs in Deutschland.
Im Zuge der Sanierung des Museums wurde der erweiterte Rohbau des keilförmigen Museumsgebäudes errichtet, der in vielfältiger Form das denkmalgeschützte Bestandsgebäude durchdringt.
Bauausführende: WLK Fassaden-Bau-Maler, Pulsnitz
Wuttke Fassadengestaltung, Pulsnitz
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