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Spachtel: Eine kleine Werkzeugkunde

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Volle Kelle

Für jedes Material und jeden Einsatzzweck gibt es den passenden Spachtel. Eine kleine Werkzeugkunde.

Autorin: Caroline Rüggeberg | Fotos: Pajarito

Viele verschiedene Spachtel für unterschiedliche Einsatzzwecke: Welcher eignet sich zum Entfernen von Tapetenresten, welcher zum Schließen von Bohrlöcher oder zum Überspachteln von Gipskartonfugen und mit welchem erzeuge ich die perfekt glatte Wand? Die Spachtel unterscheiden sich durch das Blattmaterial und die Griff-formen.

Welche Spachtel gibt es?

Malerspachtel sind für den universellen Einsatz konzipiert, eignen sich zum Entfernen von Tapeten und zum Verspachteln von kleinen Löchern oder werden zum Öffnen von Lackdosen eingesetzt. Sie sind mit einem gehärteten, biegsam geschliffenen und gepliesteten (besonders fein geschliffenen) Stahlblatt ausgestattet. Die Eckenausformung ist spitz, damit man genau in die Ecken gelangen kann. Der Griff ist für eine einhändige Verarbeitung entwickelt und sollte gut in der Hand liegen. Die Niete am Ende des Holzhefts darf nicht hervorstehen, um die Handinnenfläche zu schützen.

Fugenspachtel eignen sich zum Verspachteln von Gipskartonfugen und werden zur Verarbeitung von Wandspachtelmassen verwendet. Ihr Blatt besteht aus 0,5 mm starkem, gehärtetem, rostfreiem Federbandstahl mit rostfreiem Verstärkungsblech. Auch beim Fugenspachtel ist die Eckenausformung spitz. Der Griff ist zur einhändigen Verarbeitung ausgelegt. Gut in der Hand liegen gewachste Holzgriffe.

Japanspachtel hingegen verwendet man hauptsächlich zur Verarbeitung von Lack- oder Ölspachteln auf Oberflächen, die anschließend lackiert werden. Sie eignen sich aber ebenso zum Ausspachteln von kleinen Unebenheiten und Löchern auf Wandflächen. Ihre Klingen bestehen aus einem 0,3 Millimeter starken, gehärtete rostfreie Federbandstahl mit angedrücktem Aluminiumrücken. Ihre Flexibilität ist sehr wichtig. Die Eckenausformung ist spitzkantig, damit man in jede Ecke kommt.

Mit der starren Klinge der Universalspachtel lassen sich Wandbeläge oder Putzreste entfernen. Sie besteht in der Regel aus einem Kunststoffhandgriff mit angeschraubtem rechteckigem Blatt aus poliertem Federbandstahl.

Zum Einsatzgebiet der Stuckateurspachtel gehört das Anrühren von Putz- und Spachtelmassen oder das Entnehmen von Putz- und Spachtelmasse aus einem Gebinde. Er besteht aus poliertem rostfreiem Edelstahl, mit Griffen aus Holz oder 2-Komponenten-Kunststoff.

Der Breitspachtel hingegen wird häufig im Trockenbau zum Ausziehen und Verspachteln von Gipskarton verwendet. Das Blatt besteht aus einem gehärteten, rostfreien Edelbandstahl. Am Edelstahlrücken ist das Holzheft befestigt. Der Breitspachtel ist für die einhändige Verarbeitung ausgelegt.

Der Zahnspachtel findet seinen Einsatz beim Aufziehen von Klebstoffen oder Mörteln. Über die verschiedenen Zahnformen lassen sich die Auftragsmengen und die Verteilung steuern. Das Blatt besteht aus 0,5 Millimeter starkem, gehärtetem rostfreiem Edelbandstahl. Das Stahlblatt mit einer 76 Millimeter Blatthöhe ist am Edelstahlrücken befestigt.

Der Stoßspachtel entfernt mit seinem gehärteten, biegsam geschliffenen und gepliesteten Stahlblatt Putz- oder Spachtelreste auf der Oberfläche. Die Eckenausformung ist spitz, damit er in die Ecken gelangt. Der Griff ist für eine einhändige Verarbeitung ausgelegt und sollte gut in der Hand liegen. Die Niete am Ende des Holzhefts darf nicht hervorstehen, um die Handinnenfläche zu schützen.

Mit dem Eckenspachtel lassen sich Innenecken und Außenecken formen. Das Blatt ist scharfkantig gebogen – der Winkel beträgt 90 Grad – und aus gehärtetem, hochglanzpoliertem Federbandstahl gefertigt.

Für die vielfältigen Anforderungen an Materialien und Oberflächen entwickelte Pajarito in den letzten 15 Jahren ihre Werkzeuge immer weiter und entwarf zusätzliche Spezialwerkzeuge.

Spezialspachtel

Mit dem Laibungsspachtel lassen sich Laibungen aller Art in einem Zug spachteln oder verputzen. Der Laibungsspachtel ist dabei nur zum Glätten der Laibungsoberflächen geeignet und nicht zum Auftragen von Materialilen. Am gewachsten Holzgriff ist das gezogene Aluminiumprofil mit verstärkter Spachtelkante befestigt. Es garantiert ein schnelles, wellenloses Glätten. Durch die Aufkantung des Aluminiumprofils, lässt sich der Spachtel in der Laibung an den Fensterprofilen vorbeiführen.

Der Spezial-Inneneckenspachtel wurde zur einfacheren Ausführung von Innenecken entwickelt. Seine flexiblen, abgerundeten Flügel bestehen aus 0,4 Millimeter starkem, gehärtetem Edelstahl. Durch den 92-Grad-Knick rechts und links ermöglicht er ein Spachteln der Innenecken in einem Zug.

Das Blatt der Spachtelkelle besteht aus 0,5 Millimeter starkem Spezial-Edelstahl und ist an allen vier Ecken abgerundet. Durch das Verkleben von Stütze und Blatt ist die Kelle fast zu 100 Prozent gerade. Der Glätter unterscheidet sich in drei Größen mit 300, 350 und 450 Millimeter Blattlänge und einer Breite von 110 Millimeter. Durch die neuartige Kunststoffstütze hat die Spachtelkelle eine Gewichtseinsparung von ca. 30 Prozent. Diese Spachtelkellen sind zur Herstellung der optimalen Oberflächenqualitätsstufen Q3 und Q4 gedacht, da Materialauftrag und Glätten mit einem Werkzeug erledigt werden können.

Der neue Pajaquick Flächenspachtel aus Aluminium mit flexiblen, wechselbaren Edelstahlblättern ermöglicht das Spachteln von Großflächen. Mit den zwei unterschiedlichen Edelstahlblättern, welche in 80 und 90 Millimeter Höhe erhältlich sind, lassen sich nicht nur Spachtelmassen verarbeiten, sondern auch Gipsputze. Über das Gelenkset und die Teleskopstange ist es auch möglich Wanddecken nach dem Auftragen von Spachtelmasse zu glätten.

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