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Rundum-sorglos-Paket

Allgäuer Baufachkongress
Rundum-sorglos-Paket

Allgäuer Baufachkongress
Alle zwei Jahre bietet der dreitägige Event Trends, Wissenstransfer, Praxisvorführungen und Workshops für die Teilnehmer. Foto: Baumit
Alle zwei Jahre findet in Oberstdorf der Allgäuer Baufachkongress den Baumit ausrichtet, statt. Alle zwei Jahre bietet der dreitägige Event Trends, Wissenstransfer, Praxisvorführungen und Workshops für die Teilnehmer.

Autoren: Andreas Ehrfeld/Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Baumit

Unsere Branche steht vor großen Veränderungen“, sagt Heiko Werf, Geschäftsführer von Baumit zur Eröffnung des Allgäuer Baufachkongresses. Man müsse zum einen den Trend zur Gesundheit beachten, der immer stärker von den Kunden nachgefragt werden und sich zum anderen das Beste aus der Technologisierung herauspicken, um einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern zu haben. „Technologie darf uns keine Angst machen“, fordert Werf. Ziel des Kongresses sei es außerdem, zu zeigen, welche Technologie sich leicht in den Handwerkeralltag integrieren lasse.

„Digitalisierung praktisch gestalten“ lautete folgerichtig auch ein Vortrag auf dem Allgäuer Baufachkongress. Andreas Fischer, Geschäftsführer der G+F Verlags- und Beratungsagentur, erklärte, wie aus einem analogen Betrieb eine digitale Geschäftseinheit wird. „Analoge Betriebe haben keine Existenzberechtigung mehr“ lautet eine provokante These Fischers. Was gilt als analoger Betrieb? Fischer skizziert ihn so: „Die Kalkulation wird noch mit Excel gemacht, die Software wird durch CDs aufgespielt statt über die Cloud.“ Er ist sich sicher: „Ohne Cloud keine Digitalisierung“. Gemeinsam mit den zu beratenden Unternehmen entwickelt Fischer einen digitalen Fahrplan, in den nach Möglichkeit auch sämtliche Mitarbeiter mit einbezogen werden.

Weiter, viel weiter ging Zukunftsforscher Sven Gabor Jánszky: „Wie sieht das Leben mit künstlichen Intelligenzen aus?“ Die Zukunft sei, dass diese künstlichen Intelligenzen eine Prognose stellen und sich die Menschen danach richten. „Bis etwa 2030 oder 2035 werden die Arbeitsplatzeffekte der Digitalisierung dafür benötigt, den Verlust an qualifizierten Erwerbspersonen auszugleichen. Ohne Digitalisierung und Automatisierung könnten viele Wirtschaftszweige so tief in die Fachkräftefalle geraten, dass lebenswichtige Dienstleistungen nicht mehr verfügbar und Produktionsstandorte nicht mehr zu halten wären“, so die Vision Jánszkys.

Gegenwart

Von der Zukunft zurück in die Gegenwart, und diese bestimmt im politischen Alltag ganz wesentlich Donald Trump mit. Der ehemalige ZDF-Korrespondent in New York, Udo van Kampen, kennt den US-Präsidenten bereits von einigen Treffen und hat so manche Anekdote über ihn, im Gepäck: „Bereits vor 15 Jahren traf ich ihn um ein Porträt über ihn als Unternehmer zu machen. Am Ende sagte er uns, Amerika brauche einen Präsidenten wie ihn.“ Van Kampen und sein Team mussten sich damals das Lachen verkneifen – heute ist sich der Wirtschaftsredakteur ziemlich sicher, dass Trump wiedergewählt wird. Auch um Europas neue Wirklichkeit geht es in seinem Redebeitrag: So sei es beschämend, wie Europa auf den Nahostkonflikt als Zaungast schaue. „Das sind Kriege, die vor unserer Haustüre stattfinden und wir haben außenpolitisch nichts entgegenzusetzen. Ich wünsche mir, eine gemeinsame Wirtschafts- und Außenpolitik Europas.“

Mitarbeiter gewinnen und halten

Sich dem Fachkräftemangel entgegenzustellen, das geht am besten über Emotionen, die beim potenziellen Mitarbeiter geweckt werden, ist sich Jörg Mosler sicher. Um in die Köpfe der jungen Generation zu kommen, sei es enorm wichtig, Ziele, Werte und den Sinn des eigenen Tuns zu kommunizieren. „Was bedeutet es für die Mitarbeiter, wenn die Botschaft, die du sendest, nicht verstanden wird?, fragt Mosler eher rhetorisch. Auch in Sachen Stellenausschreibung sieht er noch Optimierungsbedarf bei vielen Betrieben: „Manche Anzeigen sehen aus wie Traueranzeigen“. Man müsse für etwas stehen und das richtig kommunizieren. Auch Gegenwind sei positiv. Dabei verwies er auf das Stellenangebot einer Metzgerei, die mit dem Slogan „Mach mal was mit Tieren“ erfolgreich um Mitarbeiter warb.

Volker Busch, Facharzt für Neurologie/Psychiatrie und AG-Leiter „Psychosozialer Stress“ an der Uniklinik Regensburg, erklärte, wie man Mitarbeiter begeistern und motivieren kann. „Lernen und entwickeln fördert Leistung und Motivation.“ Die Verbundenheit mit dem Betrieb fördere die Vertrauensbildung. „Diese Verbundenheit muss gelebt werden, es ist nicht damit getan, gemeinsam in einem Büro zu sitzen.“ Autonomie mache die Mitarbeiter frei. „Sind sie ständigen Kontrollen ausgesetzt, geht es beim Mitarbeiter irgendwann nur noch um Fehlervermeidung, was sich negativ auf die Leistung auswirkt.“

Stressmanagement

Ein Leben ohne Smartphone, Tablet und Co.? Für viele scheint das inzwischen unmöglich zu sein. Die Digitalisierung kann Nutzer auch in Stress versetzen. Wie man der Stressfalle entfliehen kann, erläuterte die Stressmanagement- und Gesundheitsexpertin Dr. med. Sabine Schonert-Hirz auf dem Allgäuer Baufachkongress. Man müsse nicht jede WhatsApp- oder E-Mail-Nachricht sofort lesen oder gar kommentieren. Sonst laufe man Gefahr, dem Multi-Tasking zu verfallen. „Multi-Tasking macht Stress, macht müde, produziert Fehler, bringt also nichts“, ist sich die Stressmanagerin sicher. „Versuchen Sie es mal mit der 15 Minuten-Regelung: 15 Minuten konzentriert arbeiten, erst dann wieder aufs Smartphone oder ins Postfach schauen – als Belohnung.“

Nachhaltigkeit

Welche Bedeutung gesunde und nachhaltige Produkte inzwischen beim Endverbraucher einnehmen, zeigte Barbara Wiedemann. „Gesundheit steht laut einer Umfrage an erster Stelle bei den Menschen, aber die Nachhaltigkeit holt auf“, sagte die Produktmanagerin Putz und Mörtel bei Baumit. Die Klimaschutzdebatte habe die Wohngesundheit in den Vordergrund gerückt. Welche Produkte sind gesund? Baumit versucht dies nachvollziehbar darzustellen. In Wopfing wurde der Viva-Forschungspark gebaut, in dem 13 hinsichtlich der Größe und des Grundrisses identische Häuser stehen. Unterschiedlich sind dagegen die Wandbildner, die Beschichtungen und die Dämmstoffe, mit denen sie erstellt wurden. Den Aufbau der Häuser erläuterte Dr. Jürgen Lorenz, Leiter Forschung und Entwicklung, bei Baumit in einem separaten Vortrag. Durch ständige Messungen habe man folgende Schlüsse ziehen können:

  • 1. Dämmen schafft Behaglichkeit: höhere Oberflächentemperaturen lassen kühlere Räume behaglicher erscheinen.
  • 2. Masse ist klasse! Eine massive Wand verzögert Temperaturschwankungen, dient als Energiepuffer und schneidet schalltechnisch besser ab.
  • 3. Putz beeinflusst das Raumklima: Ein Kalkputz (Klimaputz) sorgt für eine optimale Raumluftfeuchte und verhindert Schimmelbildung

Schimmel

Über die „Herausforderung Schimmelpilz“ referierte der Sachverständige und Energieberater Jürgen Gänßmantel in unterhaltsamer Art. Über den für den Schimmelpilz typischen Geruch etwa sagte der Schimmelexperte: der Pilz hat einen Stoffwechsel so wie wir. Bei uns kann man ihn auch riechen, beim Schimmel ist das genauso.“ Als Auslöser für Fäulnis genüge eine relative Luftfeuchtigkeit von 75 bis 80 Prozent, eine Kondensationsfeuchte müsse nicht vorliegen. Wenn dann noch organische Substanzen vorhanden sind, sei das ein Paradies für den Schimmel. Das sei auch die Krux, wenn Pilze lediglich (im schlimmsten Fall noch mit Dispersionsfarbe) überstrichen werde: „Da sagt der Schimmelpilz Danke und freut sich!“ Weitere mögliche Ursachen für Schimmel könnten Wasser- oder Bauwerksschäden sein. Hierzu gab Gänßmantel den Zuhörern folgenden Tipp: „Denken Sie das Unmögliche!“

Praxisvorführungen auf dem Allgäuer Baufachkongress

Dass Kalkputze nicht nur wohngesund, sondern auch äußerst dekorativ sein können, das konnten die Kongressbesucher live bei Praxisvorführungen erleben. Lutz Trautmann und Mario Filser moderierten die Putztechniken, die von den Anwendungstechnikern Dominik Dies, Andreas Ender, Thomas Stärke und Willi Wenig präsentiert wurden. Gezeigt wurden u. a. eine zweifarbige Fleckspachtelung, die ineinander verzogen wurde, ein „Bergrelief“ und eine Landhausoptik.

Weitere Informationen:
Baumit




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