Das Konzept der FarbTyp-Stilberatung wurde an die Natur angelehnt.

Grau

Farbharmonie mit System

Dorit Schankin, DS Colors

Farben haben ihre Eigentümlichkeiten, positive wie negative. Die absolute Stärke von Grau ist die Neutralität. Grau passt sich an, drängt sich nicht auf, lässt geschehen, rückt niemals in den Vordergrund. Aus dem Grund ist Grau im Gestaltungsbereich sehr beliebt als Übergangsfarbe. Sie steht zwar in der Mitte zwischen Weiß und Schwarz, sie muss jedoch nicht mittelmäßig sein. Mit den zu dem jeweiligen Grauton passenden Farbtönen wird Grau „lebendig.“ Grau wird durch andere Farben erst schön.
Wie die obere Grafik zeigt, sind die verschiedenen Farbtöne einer Farbe entscheidend für eine harmonische Gestaltung. Grau-Kombinationen der Sommerfarben u.a. Grau mit Gelb oder Grau mit Pink, auch Grau mit Blau erfreuen das Auge. Frühlingsgrau kombiniert mit Lachs, Hellrot, Orange wird als warm, weich und gemütlich empfunden. Schwer und melancholisch sind die Herbstkombinationen, wie Grau mit Orange, Tomatenrot, Petrol, und Olivgrün. Stark und kraftvoll sind die Kombinationen Silbergrau bis Anthrazit des Winters mit den leuchtenden kräftigen Farben wie Weinrot, kräftige Blautöne, Zitronengelb, Tannengrün u.a. Sobald die für das menschliche Empfinden „richtigen“ Farbtöne miteinander kombiniert werden, wird die Gestaltung von Fassaden, Wohnräumen und anderen Projekten von dem Betrachter oder Bewohner als angenehm empfunden. Wobei Farbkombinationen wie beispielsweise das Silbergrau des Sommers kombiniert mit dem Grau des Herbstes schmutzig und negativ wirken können. Gegebenenfalls tragen disharmonische Farbkombinationen dazu bei, dass Grau als „unbeliebte Farbe“ genannt wird.
Nicht nur Mittelmäßigkeit, sondern auch Langeweile, Unfreundlichkeit, Gefühlsarmut, Bescheidenheit, Farbe der Armut, des Alters und das Alte oder die „graue Eminenz“ sind Merkmale, die der Farbe Grau zugeschrieben werden. Tatsächlich ist uns allen „die graue Maus“ bekannt. Das äußerliche Bild muss jedoch nicht mit dem Innern übereinstimmen. Zum Beispiel ist zu beobachten, dass unsere Bundeskanzlerin zu Beginn ihrer Amtszeit Grau und gedeckte Farben trug. Zwischenzeitlich hat sie sich zu einer farbigen Persönlichkeit entwickelt. Sogar mit Pink hat sie sich „angefreundet“. Nicht zu ändern ist, wenn ein Mensch aus Krankheitsgründen „aschgrau“ aussieht oder das Wetter mitten im Hochsommer grau und regnerisch ist. Auch die graue Arbeitskleidung aus früheren Zeiten ist kaum mehr vorhanden. Die Kleidung der Gefängnisinsassen hat sich von Grau hin zu anderen Farben entwickelt. Graue Nahrungsmittel lassen sich nicht verkaufen, weil sie den Eindruck von alt und schlecht vermitteln. Das negative Grau-Image hat sich durch die Qualität der Produkte und Lebenseinstellungen verändert. Grau ist eine elegante Businessfarbe. Der Herr im „grauen Flanell“ ist heute öfter zu sehen als vor einigen Jahren, als noch die blauen Anzüge in den Chefetagen „in“ waren. Eine Farbe drückt ihre Merkmale und den Sinn und Zweck, den sie erfüllen soll, in Kombination mit anderen Farbtönen aus. Farbkombinationen sollten jedoch nicht dem Zufall überlassen werden, zumal jeder Mensch ein anderes und für ihn spezielles Farbempfinden hat. Ein Handwerkszeug für diese harmonischen Farbgestaltungen ist das DS Colors FarbTypFächer Set. Es ist kein Farbfächer im herkömmlichen Sinn, sondern ein Konzept in Fächerform mit vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten für eine moderne harmonische Farbgestaltung.