Betrieb & Markt

Argumentationshilfe

Ein attraktives Erscheinungsbild durch gelungene Wahl der Farbtöne. Foto:Caparol
Die Sanierung von Bildungseinrichtungen bietet attraktive Arbeiten für Malerbetriebe. Allerdings müssen die Maler ihre Kompetenz den Auftraggebern deutlich machen.

Kai Sonntag

Freinsheim ist eine Verbandsgemeinde an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz, etwas westlich von Ludwigshafen. Rund 15.500 Menschen leben in dem aus acht Orten gebildeten Gebiet, darunter der Ortsgemeinde Weisenheim am Berg. Der örtliche Kindergarten dort ist vor knapp vierzig Jahren eröffnet worden. Seitdem wurde das Gebäude zwar einmal aufgestockt, Maßnahmen zur Erhaltung oder Verbesserung der Substanz wurden jedoch nicht vorgenommen. Der Kindergarten in der kleinen Gemeinde passt damit in ein Bild, welches in nahezu allen Städten und Gemeinden in Deutschland zu sehen ist: Viele der Bildungseinrichtungen sind vierzig und mehr Jahre alt und meist noch im Originalzustand. So wurde etwa die Hälfte der Schulen in Westdeutschland vor 1950 gebaut. Brandschutz, Wärmedämmung, Akustik und Gestaltung sind vielerorts längst überholt und entsprechen nicht mehr den heutigen Standards. Denn in den Schulen und Kindergärten wurden über viele Jahre hinweg nur die allernötigsten Maßnahmen zur Sanierung ergriffen. Oft wurde dafür nicht einmal Fachpersonal eingesetzt, so mussten etwa häufig die Lehrer selbst ihre Räume streichen.
Konjunkturpaket
Die Bundesregierung hat daher im Rahmen des Konjunkturpaktes seit 2009 Mittel für Sanierungen an Bildungseinrichtungen bereitgestellt. Und auf einmal tut sich etwas in den Bauämtern der Städte und Gemeinden. „Uns haben die Mittel der Bundesregierung wesentlich geholfen, die dringend erforderlichen Maßnahmen endlich durchzuführen“, sagt Ulrich Schanzenbächer, zuständiger Projektleiter im Bauamt in Freinsheim. „Uns lag vor allem am Herzen, an dem Gebäude einen Vollwärmeschutz anzubringen, bislang waren die Außenwände aus Beton, teilweise mit einer Holzverkleidung. Außerdem mussten wir das Gebäude auf den neuesten Stand in Bezug auf den Brandschutz bringen.“ Insgesamt etwa 360.000 Euro hat die Gemeinde dafür veranschlagt, davon 160.000 Euro für den Wärmeschutz, von denen 80.000 Euro aus den Mitteln des Konjunkturpaktes beglichen werden konnten.
Mit der Ausführung der Arbeiten wurde der Malerbetrieb von Berthold Krug aus Mutterstadt beauftragt. 18 Mitarbeiter beschäftigt der 52-jährige Malermeister in seinem Betrieb, der neben dem Malergeschäft auch eine Autolackiererei beinhaltet. „Wir haben hier an einer beschränkten Ausschreibung teilgenommen, etwa 450 Quadratmeter Fassadenfläche mussten an dem Kindergarten saniert werden. Das bedeutete, dass die bestehende Holzfassade komplett entfernt werden musste und dann ein Vollwärmeschutz aufgebracht wurde, inklusive neuer Fenster.“
Unterstützung
Das Projekt wurde von Caparol begleitet, das dafür eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen für die Maler erarbeitet hat. Dazu gehört auch eine eigene Broschüre, die Argumentationshilfen, Produkte und Referenzen für hochwertige Sanierung in Bildungseinrichtungen enthält. Vor allem im Vorfeld des Auftrages wurde dabei die neue Schulbroschüre des Unternehmens eingesetzt. Andreas Gradinger ist Leiter des Planungs- und Objektmanagements bei Caparol. „Für die Malerbetriebe gibt es derzeit eine Riesenchance, an qualitativ hochwertige Aufträge zu kommen. Denn ganz deutlich merken wir, dass in Bezug auf die Sanierung der Bildungseinrichtungen die Qualität und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielt. Das bedeutet, dass Arbeiten nicht mehr nur nach dem Gesichtspunkt ‚Es darf nichts kosten’ ausgeschrieben und vergeben werden, sondern Hochwertigkeit und Langlebigkeit im Vordergrund stehen.“ Ulrich Schanzenbächer aus der Bauverwaltung in Freinsheim bestätigt diese Einschätzung. „Wenn wir jetzt einmal die Möglichkeit haben, Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, dann wollen wir das auch in hoher Qualität machen.“
Argumentationshilfen
Das Konzept zur Unterstützung der Malerbetriebe durch die Schulbroschüre sieht vor, dem Maler Argumentationshilfen bei der Auftragsakquise zu geben. Andreas Gradinger ist Initiator der Broschüre. „Unser Ziel ist es, den Maler bei der Auftragsakquise in diesem Bereich so weit es irgend geht zu unterstützen. Der Maler muss aus unserer Sicht versuchen, seine gesamte Kompetenz im Bereich der Sanierung und Gestaltung in die Waagschale zu werfen.“ Und da haben die Maler einiges anzubieten. „Wir können etwa durch unser Melapor-Akustik-System die Nachhallzeiten in Räumen deutlich reduzieren. Studien haben ergeben, dass diese geringeren Werte in der Akustik Notenverbesserungen von 10 bis 15 Prozent nach sich ziehen!“ Im Bereich der Fassade ist natürlich das Wärmedämm-Verbundsystem ein gewichtiges Argument. Aber auch der Schutz gegen mechanische Belastungen spielt eine große Rolle. „Wir haben hier eine Carbonlösung entwickelt, mit der die Haltbarkeit wesentlich verbessert wird, etwa gegen Beschädigungen durch mechanische Belastungen.“ Nach seinen Angaben würde sich bereits nach dem fünften Schadensfall der höhere Aufwand amortisiert haben. Und im Innenbereich weist Andreas Gradinger beispielsweise auf die Möglichkeit hin, die Wandflächen reinigungsfähig zu machen. „Gerade hier sehen die Wände oft schon nach kurzer Zeit nicht mehr schön aus, da die Schulranzen dagegen geknallt werden oder Trittspuren vorhanden sind. Wir haben daher ein System entwickelt, mit dem die Optik erhalten bleibt, weil es sehr leicht zu reinigen ist.“
Neben den Argumentationshilfen in der Broschüre bietet das Unternehmen den Malern auch Demonstrationen bei potenziellen Auftraggebern vor Ort an. „Da verwenden wir dann beispielsweise ein Fallrohr, um die Widerstandsfähigkeit gegen Beschädigungen zu zeigen, oder wir zeigen Musterplatten, auf denen die Reinigungsmöglichkeiten demonstriert werden.“
Farbkonzepte
Wenn die Städte Geld für die Verbesserung ihrer Bildungseinrichtungen ausgeben, gibt es neben der Sanierung noch ein weiteres interessantes Angebot, das Maler den Auftraggebern unterbreiten können: die Farbgestaltung. Margit Vollmert ist Leiterin des FarbDesignStudios von Caparol und hat sich mit diesem Themenbereich intensiv beschäftigt. „Ein Kind, das zwölf Jahre Ganztagesunterricht erhält, verbringt zwischen 18.000 und 20.000 Stunden in der Schule. Und im Kindergarten unterhalten wir uns heute über die Verbesserung von frühkindlicher Förderung. Wir haben daher gemeinsam mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim (HAWK) konkrete exemplarische Farbwelten speziell für Bildungseinrichtungen entwickelt.“ Die drei entstandenen Farbwelten, die in dem neuen Faltblatt „Lernwelten“ dargestellt sind, zeigen alternative Farbkonzepte: „Monotone Klassenzimmer können so ermüden, dass der Anblick schon zum Gähnen provoziert, während Reizüberflutung keine Konzentration zulässt“, erklärt Margit Vollmert die Bedeutung einer stimmigen Farbkonzeption. Ausgewogene Helligkeits- und Kontrastverhältnisse bilden die Basis einer guten Farbgestaltung und der gezeigten Collagen in den „Lernwelten“. „Die Malerbetriebe sollten mit Gestaltungskompetenz gegenüber den Auftraggebern aktiv werben.“ Caparol bietet daher konkrete Unterstützung bei der Entwicklung solcher Konzepte an.
Für Berthold Krug war der Auftrag ein Erfolg. „Wir haben uns gegenüber den Kunden vor Ort als qualifizierter Malerbetrieb präsentieren können.“

kompakt
Jeder gute Malerbetrieb muss versuchen, seine Kompetenz in den Bereichen Sanierung und Gestaltung dem Kunden plakativ zu vermitteln. Als Argumentations- hilfen eignen sich Broschüren von Herstellern.
Die Broschüre „Kindergarten, Schule, Universität“ ist erhältlich bei
Caparol Farben Lacke Bautenschutz Roßdörfer Straße 50
64372 Ober-Ramstadt
Tel.: (06154) 71-0

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