Anwendungstechnik Malerblatt Wissen

Ökologische Bodenbeläge

Bio-Polyurethanböden sollen als ökologische Alternative umwelt- und gesundheitsbewusste Bauherren überzeugen.

Ölokolgische Alternative

PVC-Beläge sind die in Deutschland am häufigsten verkauften elastischen Bodenbeläge. Kein Wunder: die Beläge lassen sich leicht verlegen, sind reinigungsfreundlich und strapazierfähig und obendrein meist preiswert. Die Farben- und Mustervielfalt ist riesengroß. Doch immer wieder geraten PVC-Beläge in die Kritik. Zum einen gelten sie bei der Herstellung als auch bei der Entsorgung als umweltbelastend. Außerdem stehen sie im Verdacht, etwa durch die enthaltenen Weichmacher, die Gesundheit zu gefährden. Auch wenn in Deutschland heute ausschließlich PVCBeläge verkauft werden dürfen, die auf Schadstoffe und gesundheitsgefährdende Stoffe hin untersucht und als gesundheitlich unbedenklich eingestuft wurden, so ist bei vielen Bauherren doch eine gewisse Verunsicherung geblieben. Vor allem in sensiblen Bereichen, wie etwa in Kindergärten, Krankenhäusern oder Altenheimen, aber auch im privaten Wohnbereich, sind die Ansprüche der Kunden an Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit in den letzten Jahren stark gestiegen.


Im Health- & Care-Bereich punktet der Boden durch seine hohe Strapazier- und gute Reinigungsfähigkeit.

Natürlich und nachhaltig

Linoleum und Kork, die ebenfalls zu den elastischen Bodenbelägen zählen, bieten nur bedingt eine Alternative zu PVC-Böden. Zwar haben sie ähnliche Eigenschaften hinsichtlich des Gehkomforts, doch spätestens bei der Farben- und Mustervielfalt müssen deutliche Abstriche gemacht werden. Sowohl einem Kork- als auch einem Linoleumbelag sieht man seine „Natürlichkeit“ auf den ersten Blick an – und das ist eben nicht immer erwünscht. Seit einiger Zeit wird ein Bio-Polyurethanboden angeboten, der diese Lücke eventuell schließen könnte. Hergestellt wird der Boden aus Raps- und Rizinusölen sowie Kreide als Füllstoff. Bei der Produktion wird komplett auf den Einsatz von Chlor, Weichmachern oder Lösungsmitteln verzichtet. Ein Ausgasen von gesundheitlich bedenklichen Stoffen ist daher unmöglich. Auch in puncto Nachhaltigkeit schneidet der Bioboden gut ab. Neben einer hohen Strapazierfähigkeit, chemischer und mechanischer Unempfindlichkeit bescheinigt der Hersteller dem Boden ein nahezu 100-prozentiges Rückstellvermögen und eine extrem hohe UV-Beständigkeit. Da Abdrücke und Farbtonveränderungen durch Möbel daher ausbleiben, macht eine neue Einrichtung einen Bodenbelagswechsel nicht zwingend nötig. Durch seine geschlossene Oberfläche lässt sich der Boden außerdem sehr gut reinigen, weshalb Wasser und Pflegemittel über die Lebensdauer hinweg eingespart werden können. Und zu guter Letzt kann der Boden am Ende seiner Nutzungsdauer problemlos über den Hausmüll entsorgt und recycelt werden.


Der Bio-Polyurethanboden bietet durch seine naturidentische Oberfläche nicht nur eine behagliche Wohnatmosphäre, sondern sorgt durch den Verzicht auf Weichmacher und Lösungsmittel auch für eine schadstofffreie Raumluft.

Von der Rolle oder als Planke

Erhältlich ist der Bio-Polyurethanboden seit einiger Zeit schon als Rollenware. In dieser Form hat sich der Boden im Objektbereich
bereits erfolgreich etabliert. Auf der Bodenleitmesse Domotex in Hannover, im Januar dieses Jahres, wurde er erstmals auch im Plankenformat präsentiert und ist dadurch nun auch in kleineren Räumen, wie etwa im privaten Wohnbereich, schnell und einfach zu verlegen. Mit seiner geringen Aufbauhöhe von nur 2,5 Millimetern ist der Boden auch für die Sanierung sehr gut geeignet. Die Rollenware im Format 2 x 20 Meter ist vorrangig in dezenten Mustern in verschiedenen – sowohl pastelligen als auch intensiven – Farbtönen erhältlich. Hinzu kommen 7 Holzdekore und drei kindgerechte Dessins, zu denen die passenden Hochzüge für die Ausbildung von Wandabschlüssen, wie sie üblicherweise im Health- & Care-Bereich zur Ausführung kommen, erhältlich sind. Bei den Planken beschränkt sich das Designangebot der Serienfertigung auf Holz- und Steindekore, die sehr authentisch wirken, was nicht zuletzt auf die verschiedenen Oberflächenstrukturen zurückzuführen ist. Bei den Hölzern wird zwischen einer feinen, groben und exklusiven Struktur unterschieden, bei den Steindekoren gibt es eine feine Perlstruktur sowie eine realistische Schieferstruktur. Sowohl die Holzdekorplanken als auch die Fliesen im Steindekor sind neben einem Standard-Format in einem XL-Format erhältlich, das großzügig und elegant wirkt. Für die exklusive Objektgestaltung kann der Bioboden im Plankenformat auf Kundenwunsch auch im individuellen Design gefertigt werden. Dies wird durch den Aufbau des Bodens ermöglicht. Unter der PU-Deckschicht befindet sich ein Dekorpapier, das entsprechend bedruckt werden kann. Eine Glasfaserarmierung darunter stabilisiert den Boden, die PU-Basisschicht ist der Kern des Bodenbelags, die spezielle Vliesunterseite ermöglicht seine leichte und komfortable Verlegbarkeit.


Produktaufbau des Bio-Polyurethanbodens im Plankenformat.

Innovativer Bodenbelag

Hinsichtlich seiner Eigenschaften, wie Pflegeleichtigkeit, Strapazierfähigkeit und Designvielfalt steht der innovative Bioboden herkömmlichen PVC-Belägen in nichts nach. Seine besonders ökologische Zusammensetzung bringt einen weiteren Vorteil in der Kundenberatung mit sich. Dass es sich bei dem Boden um eine echte Innovation handelt, belegen auch zahlreiche Auszeichnungen, die der Bioboden bereits bekommen hat. 2013 erhielt er den Materialpreis der raum-PROBE in der Kategorie Ökologie und der Rat für Formgebung kürte ihn jüngst mit dem „Interior Innovation Award 2014“, einem der renommiertesten Designpreise der Einrichtungsbranche.

Fotos: wineo
Susanne Sachsenmaier-Wahl
Malerblatt 04/2014

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