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Vollmineralisches Wärmedämm-Verbundsystem - Neubau trifft Denkmal

Vollmineralisches Wärmedämm-Verbundsystem
Neubau trifft Denkmal

Die um 1907/08 errichtete Villa Steyer in Leipzig wurde im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen. Nur das Untergeschoss und Nebengebäude wie Stall, Remise, Kutscherwohnung und der Verbindungsbau zur Jugendstil-Villa ließen sich seitdem nutzen. Diese Gebäude wurden jetzt denkmalgemäß saniert. Verabschiedet wurde ein Farbkonzept, das an die Farbigkeit der zerstörten Jugendstilvilla erinnert.

Fotos: Heck Wall Systems GmbH

Hinsichtlich seiner Dimension und Ausrichtung erinnert das neue Mehrfamilienhaus an die Jugendstilvilla, die hier einmal stand. Als im besten Sinne des Wortes raffiniert kann man die farbliche Gestaltung großer Teile der Fassade bezeichnen. Sie entstand durch eine umfangreiche Bemusterung und im Einklang mit den Wünschen der Denkmalschutzbehörde. Verabschiedet wurde ein Farbkonzept, das an die Farbigkeit der zerstörten Jugendstilvilla erinnert. Die Basis für die Gestaltung wurde mit einem in sanftem Grau eingefärbten Oberputz geschaffen. Er gehört zu einem vollmineralischen Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) von Heck Wall Systems mit einem Dämmkern aus 160 mm nicht brennbarer Steinwolle, das auf rund 2.000 m2 Fassade zur Anwendung kam. Mit einer kreativen Putztechnik und einer Beschichtung mit unterschiedlich intensiven Lasuren schufen die Handwerker auf der Fassade des Hauptgebäudes und des vorgelagerten Pavillons eine ansprechende Natursteinoptik in verschiedenen, natürlichen Grautönen. Um deren Wirkung zu betonen, wurde ein angrenzender Gebäuderiegel schlicht weiß gestrichen.

Mineralischer Werktrockenmörtel

Als Oberputz eingesetzt wurde ein mineralischer Werktrockenmörtel. Zunächst wurde der faserarmierte Mörtel in einer Schichtdicke von fünf bis sechs Millimetern mit der Zahnkelle auf die armierte Dämmlage aufgezogen und mit einer Glättkelle klassisch zu einer gleichmäßigen Oberfläche verzogen. In dem noch nicht abgebundenen Material wurden dann mit Strukturbürste und Stachelwalze unregelmäßige Muster eingedrückt, so wie sie auch in einer Natursteinoberfläche zu finden wären. Danach wurden hervorstehende Mörtelreste und Grate mit der Venezianerkelle verzogen und etwas eingeebnet. Es folgte das Einziehen von waagerechten und senkrechten „Fugen“ unter Zuhilfenahme einer Maßschiene. Diese Fugen wurden dann händisch mit einem Cutter etwas ausgeräumt, also vertieft und gestaltet. Die nun hervorstehenden Grate wurden mit einem weichen Besen vorsichtig abgefegt. Nach zwei Tagen Trocknungszeit begann die Beschichtung der Oberfläche mit Lasuren in verschiedenen Farbabstufungen.

Farbtonvarianz wie aus der Natur

Die Lasuren wurden aus einer Siliconharzfarbe Basis 2 durch Zumischungen der klassischen Heck-Siliconharzfarbe erstellt. Mit unterschiedlichen Mischungsverhältnissen wurden so verschiedene Grautöne erzeugt, mit denen die einzelnen „Steine“ gegeneinander abgegrenzt wurden. Der Auftrag erfolgte partiell mit einem Lasurpinsel und anschließendem Einwischen mit einem Schwamm in die Vertiefungen der Oberfläche. Auf diese Weise entstand ein harmonisches Ganzes, ganz so, als ob aus einem Natursteinvorkommen gehauene Steine verarbeitet worden wären, die leichte Farbvariationen zeigen.

Gut geschützt

Als mineralischer Putz soll der Heck K+A Plus die Bildung eines Wasserfilms auf der Fassadenoberfläche reduzieren. Dabei werden zwei natürliche Effekte genutzt: Die hohe Wärmespeicherkapazität eines vollmineralischen Putzes verringert die Betauungszeit einer Putzoberfläche. Gleichzeitig unterstützt ein vollmineralischer Putz die Feuchtigkeitsregulierung in der Putzschicht, die vorhandenes Wasser aufnimmt. Er sorgt für eine schnelle Rücktrocknung.

Durch die Entscheidung für das vollmineralische WDVS wurde zweierlei erreicht: Zum einen die höchste Brandschutzklasse an der Fassade durch den Dämmstoff Steinwolle und zum anderen eine besonders langlebige Beschichtung in einer naturnahen Lage.


PraxisPlus

Die ursprüngliche Villa wurde vom Leipziger Architekten Max Bösenberg (3. Juli 1847 – 23. Mai 1918 ) errichtet.

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