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Aromatenfreie Lacke: Lösemittel- oder wasserbasiert?

Aromatenfreie Lacke
Lösemittel- oder wasserbasiert?

Aromatenfreie Lacke auf Alkydharzbasis oder doch lieber wasserbasierte Beschichtungsmaterialien, z. B. auf PU-Basis? Wie unterscheiden sich lösemittel- und wasserbasierte Lacksysteme hinsichtlich ihrer Anwendung, Eigenschaften und Verarbeitung? Johannes Gerdes, Brillux Produktmanager Lacke/Lasuren und Marcel Strothoff, Leiter der Anwendungstechnik bei Brillux, geben Antworten.

Fotos: Brillux

Herr Gerdes, Herr Strothoff, welches Lacksystem findet wo Anwendung? Wie unterscheiden sich die Einsatzgebiete?

Johannes Gerdes: Mittlerweile werden im Innenbereich fast ausschließlich wasserbasierte Produkte eingesetzt. Im Außenbereich dominieren nach wie vor die lösemittelhaltigen Lacke. Außen gibt es viele spezielle Anwendungsgebiete, bei denen lösemittelhaltige Lacksysteme z. B. bezüglich der Verarbeitung unter kritischen Bedingungen Vorteile bieten.

Marcel Strothoff: Das sehe ich genauso! Im Außenbereich überzeugen lösemittelhaltige Lacke durch ihre Haftungseigenschaften und die Verarbeitung. Im Innenbereich sind lösemittelhaltige Produkte bei vielen Ausschreibungen inzwischen gar nicht mehr erwünscht. Auch wer zur Bestätigung der Nachhaltigkeit eine DGNB-Zertifizierung anstrebt, wählt wasserbasierte Produkte.

Was sind die entscheidenden Vorteile beider Systeme?

Johannes Gerdes: Wässrige Lacke bieten die Vorteile einer schnellen Trocknung und damit auch einer schnelleren Nutzbarkeit. Aufgrund der geringen Geruchsentwicklung sind sie zudem deutlich angenehmer in der Verarbeitung. Und die Werkzeugreinigung mit Wasser ist einfacher. Lösemittelhaltige Lacksysteme zeichnen sich insbesondere durch ihr hervorragendes Deck- und Füllvermögen aus. Ein weiterer Vorteil ist ihre Haftung – da bieten Alkydharzlacke mehr Sicherheit auf unterschiedlichsten Untergründen. Was jedoch die Strapazierfähigkeit, Belastbarkeit und Oberflächenhärte betrifft, sind die wässrigen Lacke heute gleichwertig oder sogar besser als die lösemittelhaltigen.

Marcel Strothoff: Ein weiterer wichtiger Pluspunkt wässriger Lacksysteme ist die Farbtonstabilität. Lösemittelhaltige Alkydlacke neigen zu Vergilbung bzw. bei Intensivfarben zu Kreidung.

Wie unterscheiden sich die lösemittel- und wasserbasierten Lacksysteme hinsichtlich ihrer Verarbeitung?

Johannes Gerdes: Lösemittelhaltige Lacke kann man rollen, streichen und spritzen. Eine solche universelle Verarbeitung gibt es bei den wässrigen Lacken nicht. Um Premium-Ergebnisse zu erzielen, müssen Beschichtungsmaterial und Verarbeitungstechnik perfekt aufeinander abgestimmt sein. Deshalb haben wir bereits bei der Entwicklung unserer wasserbasierten Lacke konsequent die jeweiligen Verarbeitungsparameter berücksichtigt. Generell kann man sagen, dass lösemittelhaltige Lacke etwas gutmütiger in der Verarbeitung sind, sie verzeihen etwas mehr. Da muss man beim wässrigen Lack mehr aufpassen.

Marcel Strothoff: Bei Brillux entwickeln wir für jede Verarbeitung eigene wasserbasierte Lackprodukte. Für die Verarbeitung mit Rolle und Pinsel bieten wir zum Beispiel den Hydro-PU-Tec Seidenmattlack 2088 sowie den Hydro-PU-Tec Hochglanzlack 2084 an, die sich durch eine relativ lange Offenzeit auszeichnen. Speziell für die Spritzverarbeitung im Airless- und AirCoat-Verfahren eignet sich der Hydro-PU-Spray Seidenmattlack 2188, der ein besonders hohes Standvermögen hat. Der Einsatz empfiehlt sich bei größeren Flächen oder einer hohen Anzahl wiederkehrender Bauteile. Mit den Hydro-PU-XSpray-Produkten stehen zudem speziell eingestellte Lacke zur Verfügung, die auf die rationelle Spritzverarbeitung mit der XVLP-Technologie ausgelegt sind – die praktischen kleinen Gebinde kann der Fachhandwerker direkt zum Spritzen einsetzen. Die Hydro-PU-XSpray-Produkte eignen sich sehr gut für die Beschichtung von Türen, Zargen und anderen kleinen Flächen.

Johannes Gerdes: Wichtig zu wissen ist noch, dass alle wasserbasierten Lacke bei Brillux trotz der individuellen Rezeptierung perfekt aufeinander abgestimmt sind. Wenn zum Beispiel die Zargen per Pinsel und Rolle und die Türen farbgleich im Spritzverfahren beschichtet werden, bieten die Hydro-PU-Lacke höchstmögliche Farbtonübereinstimmung. Ein Pluspunkt, den viele Kunden zu schätzen wissen.

Mehr zum Thema:
www.brillux.de


Johannes Gerdes

Generell kann man sagen, dass lösemittelhaltige Lacke etwas gutmütiger in der Verarbeitung sind, sie verzeihen etwas mehr.


Marcel Strothoff

Im Innenbereich sind lösemittelhaltige Produkte bei vielen Ausschreibungen inzwischen gar nicht mehr erwünscht.

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