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Eleganter Durchblick: Fenster im Trockenbau

Trockenbau
Eleganter Durchblick: Fenster im Trockenbau

Komplett planebene Wände lassen sich auch beim Einbau von Fenstern im Trockenbau umsetzen: Ein neues Systemfenster wird flächenbündig eingebaut und sorgt für helle Räume und eine moderne Wandoptik. Innovativ daran ist, dass dabei nicht nur das Glas bündig mit der Wandfläche verläuft, sondern auch der Rahmen.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl / Fotos: Knauf

Die Gründe für Fenster im Trockenbau sind vielfältig: mal sollen sie mehr Durchblick ermöglichen oder die Kommunikation fördern, dann wieder für zusätzliches Licht sorgen. Doch Fenster im Trennwänden kommen teilweise auch aufgrund von Vorschriften zum Einsatz, wenn beispielsweise die Arbeitsstättenrichtlinie verlangt, dass Räume von außen einsehbar sein müssen. Außer in Bürozwischenwänden und Besprechungsräumen sind Fenster auch in Patienten-, Aufwach- und Wartezimmern sowie in Laboren anzutreffen. Selbst in Wohnräumen – man denke nur an Kuben, die in den Raum gestellt werden – sind Fenster in Innenwänden denkbar. Und in Restaurants lockern Glasflächen Trennwände zwischen einzelnen Bereichen, etwa dem Raucher- und dem Nichtraucherbereich, auf.

Egal, aus welchen Gründen Fenster im Trockenbau eingebaut werden sollen – das optische Erscheinungsbild soll durch sie nicht negativ beeinflusst werden. Insbesondere Architekten, aber auch viele Bauherren empfinden überstehende Fensterrahmen in der Trennwand als störend. Stattdessen werden bündig eingebaute Fenster bevorzugt. Mithilfe eines neuen Fertigfensters lässt sich dieser Wunsch nun schnell und sicher verwirklichen.

Fenster im Trockenbau: Durchdachtes System

Das innovative Fertigfenster erlaubt Glasflächen bis zu einer Größe von drei Quadratmetern. Sind größere Fensterflächen gewünscht, lassen sich die einzelnen Fenster mit einem dazwischen- liegenden UA-Profil zu einer Reihe verketten. Bodentiefe Ausführungen, wie sie in der modernen Architektur gerne eingesetzt werden, und Oberlichter sind problemlos möglich. Der Einbau kann sowohl im Hoch- als auch im Querformat erfolgen. Wo keine erhöhten Anforderungen an den Brand- und Schallschutz bestehen, kann das Fertigfenster in der Standardversion eingebaut werden. Höhere Ansprüche bis hin zum Strahlenschutz werden durch spezielle Varianten, die beim Hersteller erfragt werden können, abgedeckt.

Die Lieferung des Fensters erfolgt in zwei Teilen, dem Grundrahmen und den Glaselementen. Letztere bestehen aus zweimal acht Millimeter dickem Einscheibensicherheitsglas und werden nach der Fertigstellung der Wand einfach in den Alurahmen eingeklipst. In der Nut des Fenstergrundrahmens sind werkseitig bereits Kunststoffklipse im Abstand von ca. 150 Millimetern beidseitig angebracht. Diese dienen später der Aufnahme der beiden Fensterhälften. Neben den üblichen Trockenbauwerkzeugen und Saughebern für das Einsetzen der Glaselemente benötigt der Verarbeiter keine Hilfsmittel. Da der Einbau aufgrund der Vorfertigung relativ einfach ist, sind Standardkenntnisse im Trockenbau ausreichend.

Erstellen der Unterkonstruktion

Das Fertigfenster ist für den Einbau in zweilagig beplankte Metallständerwände mit einer Gesamtstärke von 125 Millimetern vorgesehen. Der Hersteller fertigt das Fenster im vom Kunden gewünschten Maß an.

Die Montage der Metallständerwand erfolgt in gewohnter Weise. Der Einbau des Fenstergrundrahmens wird zusammen mit der Unterkonstruktion vorgenommen. Der Grundrahmen ist durch Spanplatten für den Transport gesichert. Diese Transportsicherung verbleibt bis zur Fertigstellung der Wand im Rahmen, um die Rechtwinkligkeit des Rahmens sicherzustellen. Zur Befestigung des Grundrahmens wird ein Anschlagprofil senkrecht in die an Decke und Boden befindlichen U-Profile eingestellt und mithilfe der Crimperzange befestigt. Dann wird der Rahmen in der gewünschten Höhe mit dem Anschlagprofil verschraubt. Bei der Ein-Mann-Montage kann der Rahmen während des Verschraubens durch eine Montagehilfe (ein Brett, o.Ä.) abgestützt werden. Nachdem der Rahmen am ersten Anschlagprofil befestigt wurde, wird ein zweites Anschlagprofil auf der anderen Rahmenseite montiert.

Nun folgen die horizontalen Wechselprofile. Die Flansche werden entsprechend des lichten Abstands der beiden Anschlagprofile schräg eingeschnitten und in Flanschrichtung um 90 Grad umgeknickt. Die Flansche werden mit den Anschlagprofilen durch Schrauben verbunden. Um das Gewicht des fertigen Fensters abzustützen, platziert man unterhalb und oberhalb der horizontalen Wechselprofile zusätzliche Ständerprofile. So entsteht eine stabile Konstruktion, die das Gewicht des Fensters, das rund 54 Kilogramm pro Quadratmeter beträgt, ohne Schäden aufnehmen kann.

Planebene Fläche

Nun kann die Beplankung der Metallständerkonstruktion erfolgen. Die Gipsplatten werden dabei bis an den Rahmen herangeführt. Die Schnittkanten der Gipsplatten an den Fensteröffnungen müssen angefast werden, damit das Rahmenprofil des Fensters später angespachtelt werden kann. Ist die Unterkonstruktion beplankt, kann die Transportsicherung im Grundrahmen entfernt werden.

Nachdem alle Plattenstöße verspachtelt und geschliffen sind und die Wandfläche ihr gewünschtes Oberflächenfinish (Anstrich, Putze, Wandbelag etc.) erhalten hat, können die Glasscheiben auf beiden Seiten mithilfe zweier Saugheber eingesetzt werden. Die Scheiben rasten dabei in den Grundrahmen ein. Zu Reinigungszwecken kann die Glasscheibe auf gleiche Weise jederzeit wieder herausgenommen werden.

Der große Vorteil des Systems liegt darin, dass die komplette Wand inklusive der Fenster vom Fachunternehmer aus einer Hand gefertigt wird. Das freut nicht nur den Handwerker, da dadurch die Wertschöpfung erhöht wird. Auch der Bauherr profitiert, da der Bauablauf optimiert und der Aufwand für die Koordination der Gewerke reduziert wird.

Ein Video zum Thema gibt es hier:
bit.ly/2QVyxjy


Foto: Knauf

In die wie gewohnt erstellte Metallständerwand wird ein senkrechtes Anschlussprofil eingefügt.


Foto: Knauf

Die Beplankung wird bis an den Rahmen herangeführt, die Kanten werden angefast.


Foto: Knauf

Nach dem Beplanken kann die Transportsicherung im Grundrahmen des Fensters entfernt werden.


Foto: Knauf

Ist die Wand komplett fertiggestellt, können die Scheiben eingeklipst werden.


Foto: Knauf

Das Anschlagprofil wird an den U-Profilen an Decke und Boden durch Crimpern befestigt.


Foto: Knauf

Der vorgefertigte Fenstergrundrahmen wird in die Wand eingestellt (evtl. mit Montagehilfe).


Foto: Knauf

Den Fenstergrundrahmen verschraubt man mit dem ersten Anschlagprofil.


Foto: Knauf

Das zweite senkrechte Anschlagprofil wird wie das erste Profil mit dem Fensterrahmen verschraubt.


Foto: Knauf

Die Flansche der horizontalen Wechselprofile werden schräg eingeschnitten und umgeknickt.


Foto: Knauf

Vertikal werden unterbrochene Ständer zur zusätzlichen Stabilisierung eingebaut.


Foto: Knauf

Der fertig eingebaute Rahmen kann das Gewicht des Fensters aufnehmen.


PraxisPlus

Das flächenbündige Fertigfenster wird unter dem Namen „FlatWin“ von Knauf angeboten.

Weitere Informationen:

www.knauf.de



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