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Kleinod liebevoll restauriert

Farbe & Inspiration
Kleinod liebevoll restauriert

Direkt am Starnberger See liegt die Villa Bonsels. Bei der Restaurierung des denkmalgeschützten Objekts kamen rein mineralische Produkte und Farben auf Leinölbasis zum Einsatz.

Martin Mansel

Wenn man die Münsinger Seeuferstraße am Starnberger entlang bummelt fällt einem, gleich nachdem man ein kleines Kirchlein passiert hat, ein buntbemaltes Tor auf. Florales Dekor in Grün, Gelb, Rot und Weiß, eingerahmt von geometrischen Mustern, schmückt die Konstruktion aus Lärchenholz. Ein Willkommensgruß und ein Kolumbarium schließt das ganze nach oben ab. Diese Szekler-Tore haben Ihren Ursprung in Siebenbürgen und symbolisieren den Übergang zwischen Außenwelt und trautem Heim. Sie sollen das Böse fernhalten.
Hinter diesem Tor liegt, in leichter Hanglage mit zauberhaftem Blick auf den See, die Villa Bonsels. Der Autor Waldemar Bonsels hat 1912 mit „Die Biene Maja“ einen Klassiker geschaffen, der auch über hundert Jahre später noch in den Kinderzimmern präsent ist. 1912 kaufte er das 1885/1886 erbaute Haus und lebte und arbeitete dort bis zu seinem Tod im Jahr 1952. Seit 1978 gehört das Anwesen der Waldemar Bonsels-Stiftung, die sich im Jahr 2014 zu einer umfassenden Sanierung entschied, nachdem im Rahmen bautechnischer Untersuchungen Feuchte und Schadstellen an Sockel, Fassade und Fenstern festgestellt wurden.
Voll mineralisch
Die denkmalpflegerischen Maßnahmen wurden mit der zuständigen Denkmalschutzbehörden sorgfältig abgestimmt. Für eine hochwertige Ausführung sorgten Spezialfirmen aus der Region. Beteiligt waren die Unternehmen Stuck Weissenböck aus München, die Schreinerei Josef Wagner aus Ammerland und direkt aus der Gemeinde Münsing die Zimmerei Peter Braun und die Pixner GmbH, Werkstätten für feine Malerarbeiten. Deren Geschäftsführer, Stefan Pixner, ein Spezialist für mineralische Farben, führte uns durch das Objekt. Er war für die Befundung, die fachtechnische Beratung und die Ausführung der Malerarbeiten verantwortlich.
Stefan Pixner erläutert, dass bei diesem Projekt nur Farben auf rein mineralischer Basis für die Außenwandflächen zum Einsatz kamen. Fenster und Holzkonstruktionen erhielten einen Aufbau aus Leinölfarben. Er fährt gerne und regelmäßig bei der Villa Bonsels vorbei, um dort nach dem Rechten zu sehen und, falls erforderlich, kleinere Fehlstellen mit Leinöl aufzufrischen. Meist ist nicht mehr als ein wenig Kosmetik notwendig, da die verwendeten Produkte eine nachhaltige und langlebige Lösung darstellen.
Eine Besonderheit findet man an der Ostfassade des Hauses. Hier befindet sich auf Höhe der ersten Etage das Familienwappen der ursprünglichen Bauherren des Hauses, der Familie Benczur. Die Restauratorin Melissa Elena De Pellegrin rekonstruierte das Wappen im Rahmen der Sanierungsarbeiten. Unter anderem legte sie übermalte Bereiche wieder frei und festigte erhaltene Frescalfarben mit Kalksinterwasser.
Waldemar Bonsels ist übrigens immer noch hier. Die Urne mit seinen sterblichen Überresten liegt unter einer Grabplatte im Garten oberhalb der Villa.

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Weitere Informationen zum Autor und zur Villa Bonsels finden Sie hier:
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