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Schöner baden

Gebäudehülle & Innenraum
Schöner baden

Von der Nasszelle zur Wellness-Oase: Moderne Baumaterialien erlauben die Badmodernisierung ohne großen Aufwand, Lärm und Schmutz.

Susanne Sachsenmaier-Wahl

Wellness wird heute großgeschrieben. Bade- und Saunalandschaften – egal, ob im schlichten Asia-Look, im antiken römischen Stil oder orientalisch inspiriert – haben Hochkonjunktur. Und immer mehr Menschen wollen sich ein Stück dieser Wohlfühlatmosphäre auch in das heimische Bad holen. Das muss nicht gleich bedeuten, dass die Badewanne einem Whirlpool zu weichen hat oder eine Dampfgrotte eingebaut werden soll; die Zeiten, in denen das Badezimmer eine ausschließlich funktionelle Nasszelle war, sind aber definitiv vorbei. Kühl wirkende Fliesen weichen immer öfter wohnlichen Putzflächen und wo es der Platz zulässt, werden Sanitärobjekte gerne frei im Raum platziert.
Eine 2005 vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführte Umfrage ergab, dass bei 3,7 Millionen Bundesbürgern ab 18 Jahren in den nächsten zwei Jahren eine komplette Badrenovierung auf dem Programm steht. Weitere 1,2 Millionen Menschen planen die Erneuerung größerer Objekte und 6,1 Millionen eine Badverschönerung. Wenn man davon ausgeht, dass zum einen nicht alle dieser Modernisierungsmaßnahmen bereits realisiert wurden, jedoch weitere Renovierungswünsche dazugekommen sind, so steht in den nächsten Jahren eine Vielzahl an Bädern zur Renovierung an.
Auch der Maler kann von der neuen Lust zur Badrenovierung profitieren. Insbesondere bei der Badverschönerung ist er ein wichtiger Ansprechpartner. Moderne Beschichtungsstoffe erlauben etwa die Überarbeitung alter Fliesen. Und wo auch die Raumaufteilung verändert werden soll, bietet sich die Trockenbauweise mit speziellen feuchtebeständigen Platten und Elementen als ideale Lösung an.
Mehr als Kosmetik
Die besten Zeiten raumhoch gefliester Bäder sind vorbei. Längst weiß man, dass Bäder mit Putzflächen nicht nur wesentlich wohnlicher aussehen, sondern auch für ein angenehmeres Raumklima in den stark durch Feuchte belasteten Räumen sorgen können. Insbesondere Kalkputze und Lehmputze – Letztere sollten nur in Bereichen, die dem Spritzwasser nicht direkt ausgesetzt sind, zur Anwendung kommen – sind in der Lage sehr viel Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und diese bei Absinken der Raumluftfeuchtigkeit wieder abzugeben. Optisch haben diese Produkte ebenfalls einiges zu bieten. Lehmputze etwa sind in vielen natürlichen Farbtönen und verschiedenen Oberflächenstrukturen erhältlich. Bei den Kalkprodukten sind neben Putzen für die Badgestaltung insbesondere Glättetechniken beliebt.
Viele Wohnungsbesitzer scheuen aber den beim Abschlagen der alten Fliesen entstehenden Lärm und Schmutz. Deshalb wurden spezielle Produkte für die Überarbeitung alter Fliesen entwickelt. Zunächst müssen eventuelle Schäden, wie etwa gerissene Fugen, repariert werden. Hierfür eignet sich ein Polyester- oder Acrylspachtel. Wo die Fliesen nicht erhalten bleiben sollen, werden diese mit einem schnell trocknenden Fliesenspachtel zweimal vollflächig überzogen. Die hoch kunstharzvergütete Zementspachtelmasse haftet ohne vorherige Grundierung auch auf glasierten Fliesen und kann für ansatzfreie Spachtelarbeiten auf Null ausgezogen werden. Grate und Unebenheiten in der Spachtelschicht können mit einem feuchten Schwamm verschlichtet werden. Nun kann beispielsweise ein Kalkmarmorputz, eine Glättetechnik oder ein Streichputz, der anschließend lasiert wird, aufgebracht werden. Auch die Verklebung einer Tapete ist auf der Zementspachtelmasse möglich.
Wo ein Fliesenspiegel erhalten bleiben soll, Farbe und Design der Fliesen aber nicht mehr dem Geschmack entsprechen, müssen diese, sofern sie noch intakt sind, ebenfalls nicht gleich abgeschlagen werden. Ein spezieller, zweikomponentiger lösemittelfreier Fliesenlack lässt die Kacheln in der gewünschten Farbigkeit erstrahlen. Der hochglänzende Lack, der übrigens auch für die Beschichtung von Sanitärobjekten geeignet ist, ist extrem haltbar, beständig gegenüber thermischer und mechanischer Beanspruchung und vergilbt nicht. Er wird in fünf gängigen Sanitärfarbtönen angeboten, kann aber auch beliebig eingefärbt werden. Das Produkt ist Grundierung, Deckanstrich und Versiegelung in einem. Nachdem die Fliesenfläche gründlich gereinigt wurde, streicht man mit dem Pinsel zunächst die Fugen vor. Anschließend wird die gesamte Fläche mit der Schaumstoffwalze abgerollt. Durch das hohe Deckvermögen des Fliesenlacks genügt in der Regel ein Anstrich.
Multitalent Bauplatte
Bäder sollen heute immer öfter nicht nur in punkto Farbgestaltung, sondern auch hinsichtlich der Raumaufteilung zum Erlebnis werden. Eingestellte halb- oder raumhohe Trennwände, freistehende Badewannen und Duschen oder Treppen und Podeste sind heute keine Seltenheit mehr, sofern es der Platz zulässt.
Ideal für den Badausbau und -umbau eignen sich Bauplatten mit einem Kern aus Polystyrol-Hartschaum, der beidseitig mit Glasfasergewebe armiert und ebenfalls beidseitig mit kunststoffvergütetem Mörtel beschichtet ist. Dieser Aufbau bewirkt, dass die Platten nicht nur extrem leicht, sondern auch äußerst stabil und steif sind. Außerdem sind sie wasserundurchlässig und wirken wärmedämmend. Die Bauplatten finden in Feuchträumen vielfältige Einsatzgebiete: sei es zur Boden- oder Wandverkleidung, zur Erstellung von Trennwänden oder zum Bau von verflies- oder verputzbaren Badmöbeln, wie Sitzbänken, Waschtischen oder Regalen. Dabei sind dem Gestaltungsspielraum kaum Grenzen gesetzt. Längs oder quer vorgeschnittene Platten ermöglichen auch runde Formen; mithilfe von Winkelgestaltungselementen in U-Form lassen sich Regale oder Rohrverkleidungen schnell und unkompliziert realisieren. Spezialitäten wie Wannenträger, runde oder schneckenförmige Duschkabinen oder Unterbodenelemente für bodengleiche Duschen, die werkseitig mit einem dicht montierten Ablauf und einem vorgegebenen Gefälle ausgestattet sind, sorgen für die einfache und technisch einwandfreie Umsetzung auch ausgefallener Ideen.
Gegenüber Gipskarton- und Gipsfaserplatten bringt die Bauplatte den Vorteil, dass eine zusätzliche Abdichtung in Bädern mit haushaltsüblicher Nutzung in der Regel entfallen kann. Dadurch können Bauzeiten verkürzt und Kosten gespart werden. Außerdem ist die Platte in Verbindung mit einer geeigneten Verbundabdichtung auch für die Erstellung von Wänden in öffentlichen Duschen, Schwimmbädern und Freizeitanlagen freigegeben.
Auf ebenen Untergründen werden die Platten mit einem handelsüblichen Dünnbettkleber (z.B. kunststoffvergüteter Zementkleber), der mit der Zahntraufel aufgezogen wird, verklebt. Weist der Untergrund eine sperrende Oberfläche oder eine Trennschicht auf, sollten die Platten zusätzlich gedübelt werden. Eine Verdübelung ist auch auf unebenen Untergründen notwendig, der Kleber wird in diesem Fall in Batzen auf die Plattenrückseite aufgebracht. Soll eine Trennwand errichtet werden, empfiehlt sich der Einsatz eines Metallständerwerks.
Die Stöße der Platten müssen mit einem zum System gehörenden Armierband und Dünnbettmörtel geschlossen werden. Um die wasserundurchlässigen Eigenschaften der Bauplatte jedoch voll ausnutzen zu können, empfiehlt der Hersteller die Armierung der Bauplattenfugen mit einem Dichtband. Die Konstruktion aus den beschriebenen Bauplatten kann als optimale Basis für die Fliesenverlegung im Dünnbettverfahren – etwa im direkten Spritzwasserbereich – als auch für das Aufbringen von Putz eingesetzt werden. Der kreativen Badgestaltung dürfte somit nichts mehr im Wege stehen.

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