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Bodentrends 2020 - Rückblick auf die Domotex

Bodentrends 2020
Böden neu inszeniert

Gute Raumakustik, Wärmedämmung, angenehme Haptik, wohnklimastische und ästhetische Ausstattungsdetails – das sind die Bodentrends 2020. Auf der Bodenbelagsmesse Domotex wurden diese Bodentrends kreativ inszeniert.

Autorin | Fotos: Bärbel Bosch

Gesundheit war einer der Bodentrends 2020 auf der Domotex in Hannover. Eigenschaften wie Akustik, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit rückten in den Mittelpunkt. Eigenschaften, die das Wohlbefinden fördern und eine gesunde Raumatmosphäre schaffen sollen. Zugleich beschreibt der Begriff „Atmysphere“, das Leitthema der Messe, das Erleben eines bestimmten, persönlichen Umfelds, in dem Bodengestaltung wirksam wird.

Bodentrends 2020

Dieses Leitthema „Atmysphere“ gliederte sich in die Bereiche Sustainable Flooring, Wellbeing, Green Living, Floor & More, Outdoor und Akustik. Mit ideenreichen Inszenierungen, Präsentationen innovativer Produkte und einem inspirierenden Rahmenprogramm bildete die Sonderfläche „Framing Trends“ in Halle 8 ein kreatives und kommunikatives Herzstück der Messe.

Contract Frames

Dort wurden vor allem an Lifestyle interessierten Besuchern vielseitige Möglichkeiten zum Netzwerken sowie zum Gedankenaustausch geboten. Eine zentrale Rolle bei den Framing Trends spielten die „Contract Frames“. Das Format umfasste vier Pavillons, die als Inspirationsquelle dienten, um das Leitthema in praktischer Anwendung zu präsentieren. Akustisch wirksame Lösungen von Materialien und Möbeln waren in allen Bereichen integriert.

Sustainable Frame

Der „Sustainable Frame“ demonstrierte den nachhaltigen Umgang mit Materialien durch einen Boden aus dem schnell nachwachsenden Rohstoff Kork, Textilien aus ökologisch orientierter Produktion und langlebige Massivholzmöbel. Der „Wellbeing-Room“ betonte gesundheitsfördernde und umweltfreundliche Aspekte, die eine Balance zwischen Körper und Seele herstellen sollten, unter anderem mit einem naturbelassenen Holzboden.

Floor & More

„Floor & More“ zeigte die Vielseitigkeit von Bodenbelagsmaterialien, indem sich ein Teppich der Balta Group zu einem gepolsterten dreidimensionalen Sitzobjekt ausweitete. Im Frame Green Living waren neben umweltfreundlichen Bodenbelägen (elastischer Boden von Windmöller, Teppich von Tisca) satte Grüntöne, pflanzliche und florale Elemente zu sehen, auch an den Wänden. Ein zentraler Freiraum verband die vier Räume und veranschaulichte die Vorzüge typischer Outdoorböden mit einem fließenden Übergang von innen nach außen.

Nachhaltigkeit

Tarkett und Uzin Utz präsentierten ihre nachhaltigen Produkte gemeinsam unter dem Motto „let‘s take care of our atmosphere!“ Die belgische IVC Group zeigte ihre umweltfreundlichen Luxus-Vinyl-Böden der Kollektion Moduleo „LayRed“ aus Recyclingmaterial mit einer soften Oberfläche und einer roten, akustisch wirksamen Rückseite. Fußböden in Messehallen so nachhaltig wie ästhetisch auszustatten, hat sich das Start-up „paprfloor“ vorgenommen. In Zusammenarbeit mit einer Papiermanufaktur entwickelten die Gründer das Ausgangsmaterial für ihre Papierböden, die sich individuell gestalten lassen und inzwischen weltweit zur Verfügung stehen. „Warmup“ nennt sich ein raumbezogenes Konzept von Studierenden der Hochschule Hannover. Heizschläuche einer Fußbodenheizung, die normalerweise unsichtbar im Boden installiert sind, zeigen sie als Bestandteil eines mobilen Raumteilers. Die neuartige Heizung könnte als skulpturale Wärmequelle jeweils dort von Nutzen sein, wo sie gerade gebraucht wird.

Teppiche

Im Bereich Teppiche gab es Blüten- und Pflanzenmuster zu sehen. Ein weiterer Trend bei den handgefertigten Teppichen sind geometrische Muster, einige sind von Motiven aus den Bauhauswerkstätten inspiriert. Balta Industries stellten mit „Re-Generation“ ein Programm mit Teppichen aus recycelten Plastikflaschen und PET-Fasern vor. Best Wool Carpets war mit der „Monasch“-Kollektion aus reiner Schurwolle vertreten. Deren Material wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv aus: Durch Regulierung der Luftfeuchtigkeit trägt es zu gesundem Wohnklima bei, es gilt als antiallergisch und dämpft den Trittschall. Girloon zeigte seine selbsthaftenden und emissionsarmen „Style“-Teppichmodule, mit einem akustisch wirksamen Komfort–rücken. Freudenberg Performing Materials bewarb seine nachhaltig produzierten und recycelbaren Tuft-Teppichträger mit einem Messestand, der zum beliebten Fotomotiv wurde: Der Boden des Standes zeigte das Dekor einer Streuobstwiese, darauf real abgestellt waren Kisten mit roten Äpfeln.

Natürlich und akustisch

Kork gehört zu den rasch nachwachsenden Rohstoffen mit positiven Eigenschaften, die zur Gestaltung von Belägen für Wand und Boden verwendet werden. Kork wirkt dämmend, reduziert Schallübertragungen wie Temperaturschwankungen, zugleich verbessert er das Raumklima. Mit „Dekwall“ zeigte Wicanders eine Produktlinie aus dem Naturmaterial, das dem aktuellen Trend „Floor & More“ nach ganzheitlich gestalteten Räumen entspricht. Dabei handelt es sich um einen aus zwei Korkschichten bestehenden Wandbelag, der auf die Böden des Herstellers abgestimmt ist. Die Oberflächen gibt es von fein bis stark strukturiert. Ebenfalls aus dem umweltfreundlichen Material bestehen die Wandelemente „3D Forms“ von Granorte im Retrostil, die dem Namen entsprechend geometrisch und dreidimensional geformt sind. Mit ihnen kann eine Wand ausgestattet oder einzelne Akzente gesetzt werden.

Windmöller zeigte „Purline Bioboden wineo 1500“ in zahlreichen Farbvarianten und Mustern. Dieser Bodenbelag basiert auf dem Verbundwerkstoff ecuran, der überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen wie Raps- oder Rizinusöl und Kreide hergestellt wird. Auf Wunsch lässt er sich individuell bedrucken. „Purline Bioboden“ ist nachhaltig, widerstandsfähig und ästhetisch. Im Bereich der Holzböden liegen Kollektionen mit kunstvoll gestalteten geometrischen Mustern ebenso im Trend wie Böden im Vintage und Used Look. Der scheinbare Makel wird zum authentischen Merkmal. Ein natürlicher, nachhaltiger wie sehr robuster Boden aus 100 Prozent organischem Material ist „Dureco“ von ter Hürne. Seine hohe Wasserbeständigkeit wird durch die sogenannte Seal Technologie erreicht, eine Kombination aus verschiedenen Komponenten, die im Verbund einen wirksamen Schutz aufbauen.

Bodenoptiken: die Bodentrends 2020

Ungebrochener Trend bleibt Eiche in allen Nuancen der Natur, auch mit optisch unverändert belassenen Schönheitsfehlern wie Ästen und breiterem Farbspiel. Bei Steindekoren behauptet sich die ganze Palette der Grautöne, und im Kontrast dazu die farbenfrohen Zusammenstellungen der portugiesischen Fliesen. Immer wichtig die „natürliche“ und „authentische“ Optik: Der Boden muss aussehen wie das Original. Es tauchen weniger Verfremdungen auf, stattdessen vereinzelt die Spuren von Sägeschnitten. Die Formate der einzelnen Bodenmodule bestimmen nicht nur die technische Seite der Installation, sondern auch die Optik des fertig verlegten Bodens im Raum.

Holzoptik als einer der Bodentrends 2020

Fachleute sehen für Böden mit Holzoptik einen Trend zu breiteren und längeren Dielen, bis hin zu 200 cm und mehr. Als Alternative zu Eiche gewinnen subtile Reproduktionen der Kastanie an Popularität. Zu den Hölzern stellen die Fliesendekore, Beton-, Granit- und Rohstahloptiken einen Kontrast dar. Bei Steindekoren behaupten sich die Grautöne, insbesondere bei der angesagten Betonoptik. Dazu harmonieren matte und supermatte Oberflächenstrukturen. Insgesamt gesehen werden Oberflächen noch tiefer und markanter, Unterschiede zum echten Holz sind fast nicht mehr spür- oder sichtbar.

Wasserresistentes Laminat

Mit mehreren Stunden Wasserresistenz können die neuen Laminatböden in Räumen eingesetzt werden, die ihnen in der Vergangenheit eher verschlossen waren. So ist die neueste Generation der Laminatböden in der Lage, auch in Badezimmern, Küchen oder anderen Funktionsräumen eingesetzt zu werden, wo generell mit Feuchtigkeit zu rechnen ist. Dazu modifiziert man die Qualitäten der Trägerplatten, Hand-in-Hand mit Kantenversiegelungen bzw. -imprägnierungen durch hydrophobierende Öle und Lacke, um in der Summe Laminatböden bis zu 24 Stunden wasserbeständig zu machen.

Praxis

Der Treffpunkt Handwerk in Halle 13 wurde optimiert: ein moderner gestaltetes Standkonzept, ein Vortragsprogramm zu branchenaktuellen Themen sowie noch mehr Live-Demos machten die Sonderfläche attraktiv für junge wie erfahrene Handwerker. In Fachvorträgen berichteten Spezialisten über aktuelle Themen aus der Praxis und stellen neue Lösungswege vor, von denen der berufserfahrene Handwerker ebenso lernen kann wie der Nachwuchs. Ergänzend dazu konnten sich Raumausstatter, Parkett- und Bodenleger, Maler und Lackierer über branchenrelevante neue Inhalte informieren. Zu den Themen gehörten Digitalisierung, Fachkräfte und Nachwuchs, juristische Aspekte, Restaurierung, Marketing und vieles mehr.

„Der Treffpunkt Handwerk ist 2020 ganz auf das Hier und Jetzt und die Zukunft ausgerichtet“, sagt Richard Kille. Das Fachthema Boden stehe, kombiniert mit Fachkräfte- und Nachwuchs-Motivation, genauso im Vordergrund wie Vorträge zur Digitalisierung im Handwerk, so Kille. „Besonders wichtig: Endlich ist der Vertrieb von Leistungen aus dem Handwerk zum Fachthema geworden! Für Handwerker/-innen zeigt das neue Standkonzept einen kommunikativen Treffpunkt, der mit dem Besuch der DOMOTEX 2020 unverzichtbar ist“.

Auf den Aktionsflächen gaben Aussteller und Industriepartner Tipps zum Vorbereiten und Verlegen von Parkett und Holzfußböden und zeigen neue Werkzeuge im Einsatz. Neben spannenden Produkten konnten Besucher neue Lösungen für die Anwendungs- und Verlegetechniken von Unternehmen kennenlernen. Zu den Ausstellern aus diesen Bereichen zählen zudem Unternehmen wie Küberit, Mapei, Selit, Välinge, Unifloor sowie Uzin Utz.

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