Nach außen kommunizieren sollten Sie unbedingt alles, was Ihr Betrieb in Sachen Umweltschutz leistet.
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Punkten mit sozialem Engagement

Fast jeder Betrieb engagiert sich in seiner Gemeinde oder Stadt als Sponsor, Spender oder als Initiator gemeinnütziger Aktionen. Wie man das die Öffentlichkeit wissen lässt, so wichtige Sympathien erntet und mit internem, sozialem Engagement sogar Mitarbeiter gewinnen kann? Hier steht’s.

Nina Leutermann

Bevor Sie nach dieser Überschrift in hektisches Überlegen verfallen, wie Sie sich sozial und gesellschaftlich engagieren könnten – nur die Ruhe. Sie tun es wahrscheinlich längst. Denn Einsatz für die Gemeinschaft hat im Handwerk eine jahrhundertelange Tradition. Schon die Zünfte des Mittelalters hatten beispielsweise die Armen- und Krankenfürsorge in ihren Statuten festgeschrieben. Kaum ein Wirtschaftszweig ist seit jeher so nah an den Menschen – ob Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten – und in seinem Umfeld so verwurzelt wie das Handwerk. Ob unentgeltliche Arbeitsstunden für Vereine oder soziale Einrichtungen, ob Spenden und Sponsoring für Gruppen vor Ort, ob persönliches oder finanzielles Engagement für Bedürftige – fast jeder Betrieb hängt sich in eine oder mehrere freiwillige Aufgaben rein. Die wenigsten allerdings koordinieren ihr soziales Engagement, verbinden es mit ihren Unternehmenszielen und kommunizieren es nach außen. Lassen Sie uns auf die Möglichkeiten blicken.
Herzenssache
Was ist soziales Engagement eigentlich? Mit Sicherheit eine Tätigkeit, die nicht nur dem Ego, sondern auch der Gemeinschaft nützt. Gemeinschaften im Umfeld des Betriebes gibt es viele. Zunächst einmal die Firmengemeinschaft selbst – das Team der Mitarbeiter und auch die Lieferanten. Als nächstes fällt die Gemeinschaft ein, die man mit Kunden pflegt. Das örtliche Umfeld ist natürlich eine weitere. Und gemeinnützig handelt sicherlich auch, wer ökologisch und nachhaltig arbeitet, um unsere Welt für nachkommende Generationen zu erhalten. Überall kann man mehr als rein ichbezogen agieren. Wo man sein Engagement besonders stark verwirklicht, das hängt zunächst von der Unternehmerpersönlichkeit ab. Anschließend es ist sicher mehr als statthaft, ehrliches Engagement auch dafür einzusetzen, das betriebliche Profil nach außen zu schärfen. Von selbst ergeben sich dann Eigenschaften des Betriebs (wie „an Menschen und einem guten Miteinander interessiert, umweltbewusst, loyal, verantwortungsbewusst“), die allgemeine Beschreibungen (wie „zuverlässig, termintreu, kreativ“) ergänzen und so dem Betrieb einen unverwechselbaren Charakter geben. Und genau das ist das Stück Marketing, das im sozialen Engagement verborgen liegt: die Chance, sich durch ein solchermaßen ergänztes Gesicht vom Wettbewerb abzuheben. Sie sollten es nur sichtbar machen. Im Detail:
Engagement im Betrieb
Die meisten Handwerksbetriebe pflegen eine betriebliche Gemeinschaft. Gemeint ist damit nicht nur die alljährliche Weihnachtsfeier. Echte Gemeinschaft beinhaltet bei sehr vielen Betrieben eine gute Gesprächskultur, Weiterbildungsmöglichkeiten und das Wissen darüber, was die Mitarbeiter auch nach Feierabend bewegt. Kaum jemand außerhalb von Handwerksbetrieben weiß, wie viele Chefs sich Gedanken über die Weiterentwicklung ihrer Lehrlinge und Gesellen machen, wie oft sie einem ihrer Mitarbeiter, der aufgrund privater Probleme in der Bredouille steckt, direkt aushelfen – oder wie oft sie z. B. Frauen und Männern in ihrem Betrieb eine berufliche Chance geben, nach der diese lange gesucht haben. Zugegeben, nicht jede betriebliche Geschichte gehört an die große Glocke gehängt. Doch bevor Sie in Ihrem Flyer, auf Ihrer Website oder in sozialen Medien nur von dem guten Betriebsklima berichten, das bei Ihnen herrscht – machen Sie es beispielhaft. Sagen Sie in Facebook-Posts oder auf der News-Seite Ihrer Website, wenn ein Mitarbeiter eine Fortbildung absolviert hat. Berichten sie dort, wenn Sie junge Leute oder auch scheinbar schlecht vermittelbare, ältere Mitarbeiter einstellen. Erzählen Sie, wenn ein Mitarbeiter einen Verbesserungsvorschlag gebracht hat, den Sie umgesetzt haben. Damit schaffen Sie ein lebendiges, positives Bild Ihres Betriebsalltags, das auch für neue Bewerber wichtig ist, damit man Ihre Firma einer anderen vorzieht.
Völlig offensiv nach außen kommunizieren sollten Sie unbedingt alles, was Ihr Betrieb in Sachen Umweltschutz leistet. Das beginnt bei der Verwendung ökologischer Materialien und Beschichtungen und endet noch längst nicht bei der umweltfreundlichen Entsorgung von Farbresten. Unsere heutige Gesellschaft hört auf dem „grünen Ohr“ immer besser und wird dieses Engagement sicher registrieren.
Außerhalb des Betriebs
Einsatz für die Gemeinschaft außerhalb der eigenen Werkstatt? Denken Sie hier zunächst an Naheliegendes. Schließlich sind Sie Unternehmer und können aus Ihrem Arbeitsleben wertvolle Erfahrungen weitergeben. Haupt- und Realschulen suchen oft händeringend nach Menschen aus der Praxis, die ihren kommenden Schulabgängern Berufsbilder vorstellen. Ebenso gesucht sind echte Chefs, die mit Schülern Bewerbung trainieren und ihnen viel eindringlicher als Lehrer klarmachen können, was ankommt und was nicht. Ihr freiwilliger Einsatz an Schulen hat natürlich den Vorteil, dass Sie selbst direkte Kontakte knüpfen können. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass örtliche Zeitungen über solche Anlässe berichten. Als Handwerksbetrieb werden Sie regelmäßig von lokalen, sozialen Einrichtungen angefragt, ob Sie deren Arbeit nicht mit kostenlosem Arbeitseinsatz oder einer Spende unterstützen wollen. Wählen Sie hier nur wenige Projekte aus, mit denen Sie sich identifizieren können und die Sie langfristig fördern wollen. Das erhöht die Glaubwürdigkeit Ihres Engagements, macht Ihnen mehr Freude und lässt sich besser nach außen transportieren. Versäumen Sie nicht, alle o. g. Aktivitäten in Ihren Werbemitteln – online und offline – angemessen zu erwähnen. Besonders zu Weihnachten sind monetäre Spenden an gemeinnützige Vereine statt Kundengeschenke zu Recht beliebt. Wählen Sie auch hier einen Spendenempfänger aus, dem Sie sich verbunden fühlen, und lassen Sie Ihre Kunden im Weihnachtsbrief wissen, an wen Sie spenden.
Richtig kommunizieren
Klassische Pressearbeit, Facebook & Co., die eigene Website, die Unternehmensbroschüre und Anschreiben an die Kunden – über all diese Kommunikationskanäle können und sollten Sie auf Ihr soziales Engagement hinweisen. Falls ein schlüssiges Konzept oder manchmal auch nur die Worte fehlen, helfen Werbeprofis weiter, wie sie z. B. beim Brillux KundenClub zu finden sind. Club-Mitglieder erhalten dort persönliche Beratung und alle Werbemittel zu besonders fairen Konditionen.

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David Recker
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