Betrieb & Markt

Aufs Neue

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Foto: Malerblatt

Lackieren geht über Studieren – So eine reißerische und dazu noch berufsbezogene Überschrift wie diese in einer der bedeutendsten Zeitungen Deutschlands findet man nicht alle Tage. Der ganzseitige Artikel berichtet zunächst von einer ganz außergewöhnlichen Werbung für unseren Beruf: Jessica Jörges, Medaillen-Gewinnerin bei der Berufsweltmeisterschaft, ist Influencerin. Die Gesellin mit Hochschulreife postet nach Feierabend in ihrem Blog „Bunte Zukunft“ Botschaften und Bilder von sich und ihrer Arbeit. Sie ist eine großartige Botschafterin des Maler- und Lackiererhandwerks – und ihre Botschaften kommen an:

Sie hat bereits 3 500 Follower, darunter sicher auch viel Abiturienten. Und von denen wären, so meint auch der Journalist in dem Artikel, viele im Betrieb glücklicher und erfolgreicher als an der Uni *– wo so mancher am Ende der Lackierte ist.

Geschichten statt Litaneien

Sie suchen nach wirksamer Werbung? Erzählen Sie den potentiellen Kunden doch einfach Geschichten – Ihre Geschichten. Erzählen ist envogue und die Werbeprofis haben natürlich dafür auch einen Namen parat: Storytelling. Sie müssen ja nicht gleich ein ganzes Buch schreiben, wie Dirk Rossmann, der mit seinem Bestseller „Und dann bin ich auf den Baum geklettert“ seine Drogeriekette noch bekannter gemacht hat. Erzählen Sie einfach die Geschichte Ihres Betriebes oder die Story eines außergewöhnlichen Auftrags, beschreiben Sie in Ihrer Werbung eine lustige Begebenheit – und haben Sie auch keine Scheu, von einer Panne im Betrieb oder auf der Baustelle zu berichten.

Für Geschichten um Betriebe und Produkte nimmt sich der Kunde mehr Zeit und Sie erreichen eine höhere Aufmerksamkeit als mit einer Litanei von Leistungsbereichen.

Flüchtlinge als Fachkräfte

Fast 40 Prozent der Flüchtlinge haben bereits Arbeit gefunden, 80 Prozent davon in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen – die Hälfte inzwischen schon als Fachkräfte, obwohl die meisten ohne Ausbildung zu uns kamen. Man sieht: Die schaffen das.

Durch Werken was werden

„Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir!“ Das Zitat konnte man früher an vielen Schulen lesen. Mittlerweile hat man manchmal den Eindruck, die Lehrpläne basierten auf dem umgekehrten Ursprungszitat aus der Zeit des 1. Jahrhunderts nach Christus. Vor diesem Hintergrund hat jüngst der Präsident des Hessischen Handwerkstages, Bernd Ehinger, die Abschaffung des Werkunterrichtes als schulpolitischen Fehler bezeichnet und gefordert, dass man in der Schule auch lernen sollte, wie mit Werkzeugen, Werkstoffen und Maschinen umzugehen ist, weil sonst Fähigkeiten verloren gehen, die man nicht nur im Berufsleben brauchen kann.

Für ein Unterrichtsfach „Werken und Technik“, das auch Interesse an Handwerksberufen wecken könnte, müssten natürlich auch Lehrer entsprechend aus- und weitergebildet werden. Dann könnte man Nägel mit Köpfen machen.

Windige Werbung

„Der Goldene Windbeutel“ für dreiste Werbeversprechen ging jetzt an den Hersteller einer lediglich überteuerten Tomatensoße für Kinder. Auch Nestle und Coca Cola waren schon unter den Preisträgern. Uns kann das nicht passieren. Wir beuteln unsere Kunden mit sowas nicht, machen aber bisweilen auch viel Wind: Wenn wir sagen „selbstreinigend“, macht sich der Anstrich von alleine sauber und „atmungsaktive“ Beschichtungen kann man sogar schnaufen hören. Oder?

Auch eine Toskana-Fraktion

Die Handwerkskammer Stuttgart schickt im Rahmen des Programms „Erasmus Plus“ seit 20 Jahren Gesellen für drei Monate in die Toskana, wo sie sich in italienischen Betrieben weiterbilden. Inzwischen waren schon fast 400 junge Handwerker dort. Und die nächsten bereiten sich darauf vor.

Lesen gefährdet die Dummheit

Dieser Buchhändlerspruch fiel mir spontan zur aktuellen Pisa-Studie ein, nach der jeder fünfte Fünfzehnjährige nicht richtig lesen kann. Dazu meint jeder Dritte, Lesen sei Zeitverschwendung. Stellt sich die Frage: In welchen Berufen gibt es für die mal Verwendung? Da werden einige scheitern – scheitern, wie’s im Buch steht.

Memory für Maler

Zum Einprägen von Fachausdrücken habe ich für meinen afrikanischen Sprachschüler ein Memory gemacht. Könnte ich mir für werdende Maler mit Migrationshintergrund auch vorstellen. Bloß: Wer machts?

Auf Teufel komm raus

Aufmerksame Leser waren irritiert: Der Anfang meines Beitrags im Dezember geriet etwas wunderlich. „Vom Himmel hoch …“ sollte der Startartikel überschrieben sein und so weitergehen: „Die erste Strophe des bekannten Weihnachtsliedes könnte auch diese aktuelle Nachricht einleiten: In der Schweiz hat erstmals eine computergesteuerte Drohne eine Fassade beschichtet.“ Aber der Druckfehlerteufel schert sich bekanntlich nicht um himmlische Botschaften und hat die Überschrift unterschlagen. Er ist halt nicht auszurotten – aber wir bekämpfen ihn auf Teufel komm raus.


PraxisPlus

Autor Werner Schledt war jahrzehntelang Betriebsberater und Verbandsgeschäftsführer im hessischen Maler- und Lackiererhandwerk.

Werner Schledt

Gangstraße 35 c

60388 Frankfurt/Main

werner@schledt.de


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