Der Umgang mit Blattgold im Außenbereich

Blattgold: Haltbarkeit im Außenbereich

Anhand eines mit Blattgold überzogenen Metallbaldachins wurden die Einflussfaktoren auf die Haltbarkeit durch Schädigungen und Verschmutzungen untersucht und Reinigungsempfehlungen entwickelt.

Autor | Fotos: Wolfgang Conrad

Allgemein gilt die Regel: Eine gut ausgeführte Blattvergoldung sollte im Außenbereich ohne mechanische Berührung durch Menschenhand ca. 20 bis 25 Jahre halten. Die Aussage „ohne mechanische Berührung“ gilt auch für Reinigungskontakte. Deshalb sind diese normalerweise im Außenbereich unüblich. Bei einer Beschädigung wird neu vergoldet.

Die Reinigung von Blattvergoldungen ist aus dem Innenraum bekannt, wo Ölvergoldungen und andere Blattmetallauflagen auf Ölbasis feucht mit einem weichen Schwamm (unter Zusatz von fettlösendem Spülmittel) abgewischt werden. Die Verhältnisse im Außenraum unterscheiden sich hier, da Witterungs- und Umgebungseinflüsse den Erhaltungszustand bestimmen.

Blattgold Schadstellen

Am Beispiel der Überwachung eines blattvergoldeten Metallbaldachins nach vier Jahren Standzeit konnten Einflussfaktoren der Oberflächenschädigung in Verbindung mit anfänglichen Verschmutzungen erkannt und für das weitere Vorgehen ausgewertet werden.

Das Verteilungsbild der festgestellten partiellen Fehlstellen in der Blattvergoldung erinnert an eine Oberfläche mit abtrocknenden Wassertropfen. Bei genauer Inaugenscheinnahme fällt auf, dass sich mittig in der oft rundförmig aufgerissenen Fehlstelle ein eingedrückter Rest Blattgold befindet, der nur von punktuellen mechanischen Einwirkungen stammen kann, wie sie z. B. auftreffende Hagelkörner hervorrufen.

Bekräftigt wird diese Aussage durch die aufgerissenen Ränder der Schlagstellen in der doppelten Goldblattauflage sowie die sichere Haftung der weitergehenden, nicht beeinträchtigten Randzonen und alle übrigen Bereiche des Baldachins. Die Hagelschlagstellen bilden mit den freien gelben Lackfarbschichten willkommene Ansatzpunkte für stellenweise Schmutzansammlungen.

Verschmutzungen auf Blattgold-Oberflächen

Um die Schmutzauflagen näher charakterisieren zu können, erfolgten einfache Reinigungsversuche mit feuchten Wattestäbchen und destilliertem Wasser. Dabei konnten diese schnell, leicht und vollständig mit einer Wischbewegung vom Blattgold abgenommen werden. Bei den Verschmutzungen handelt es sich um anfängliche biogene Schmutzauflagen, die sich teilweise an benachbarten Fassadenbereichen im vergleichbaren Zeitraum gebildet hatten.

Diese verursacht die schleierhaften Mattglanzstellen im Goldglanz, die einfach regengereinigte Oberflächenstellen von früheren Verunreinigungen darstellen. Für die vorgesehene restauratorische Reinigung konnten die Ergebnisse der beschriebenen Probereinigung auf die Gesamtfläche übertragen werden.

Auswertung

Biogener Bewuchs findet auf schräg angeordneten Flächen nur kurzzeitig Halt. Er wird von der glatten Edelmetalloberfläche größtenteils von Regen und Schnee abgewaschen. Das führt allerdings stellenweise zum Verlust des Goldglanzes. Nur an senkrechten Flächen können Blattvergoldungen ihre prognostizierte lange Standzeit von ca. 20 Jahren erreichen, horizontal und schräg angeordnete Objektflächen unterliegen zeitig den mechanischen Einflüssen von Hagelschlag, Schlagregen und Vogelkratzern, die zum partiellen Verlust führen.

Da diese „Abnutzungen“ separiert nur auf den horizontalen Flächen auftreten, und damit meistens vom Betrachter nicht einsehbar sind, wird insgesamt die goldgestaltete Oberflächensituation für einen längeren Zeitraum als stabil wahrgenommen; dabei kann keine Notwendigkeit für eine vorzeitige Neuvergoldung erkannt werden.

Die Goldfläche ist aufgrund ihrer sehr dünnen Goldblätter für Reinigungsvorgänge nur sehr wenig, vielleicht nur mit ein bis zwei streng restauratorisch auszuführenden Reinigungen belastbar.

Empfehlungen

Für die Zwischenreinigungen von Blattvergoldungen gilt es zu beachten:

  • Immer nur stellenweise Verunreinigungen abnehmen.
  • Nicht mit Reinigungslösung anlösen und abwaschen wollen, da bei dieser Verfahrensweise die Verunreinigungen in verdünnter Form verteilt werden und sich beim Nachwaschen Schleier ergeben, die den metallischen Glanz mindern.
  • Zur sektionsweisen Reinigung nur Wattestäbchen und Wattepads sowie neutrale Reinigungslösungen aus destilliertem Wasser mit tröpfchenweisem Zusatz von z. B. rückstandslosem Handgeschirrspülmittel verwenden.

Blattgold vom Hersteller

den Beitrag  „Richtig Außenvergolden“ finden Sie hier

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