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Interview mit Influencer Kreativtobi

Interview mit Influencer Kreativtobi
„Mein Ziel sind 100.000 Youtube-Abonnenten“

Malermeister Tobias Haubner erreicht mit seinem YouTube-Channel über 20.000 Abonnenten. In seinen Videos präsentiert Haubner als Kreativtobi Technik- und Praxistipps. Wir haben ihn besucht und durften sogar selbst mit anpacken. Im Interview gibt er Einblicke in sein aufwendiges Hobby.

Malerblatt: Wie bist du dazugekommen deinen Beruf auf Social Media zu präsentieren?

Kreativtobi: Ich habe im Oktober 2019 mit der Meisterschule in Regensburg angefangen und im Januar 2020 hat der praktische Teil der Meisterprüfung angefangen. Dafür habe ich einen Instagram-Kanal gestartet, um die Menschen mitzunehmen und zu zeigen, wie die Meisterprüfung abläuft. Später habe ich ein Video über Betonoptik aufgenommen und bei YouTube hochgeladen. Das hat dann ebenfalls mein Interesse geweckt und ich wollte Menschen mitnehmen auf die „Reise Meisterschule“. Dabei wollte ich zeigen, was in der Meisterschule gemacht und welcher Input vermittelt wird. Ich habe dann immer mehr Videos produziert, bekam immer mehr positives Feedback, die Videos wurden sehr oft aufgerufen: Deshalb habe ich dann regelmäßig Videos hochgeladen.

Was war dein Ziel bzw. deine Vorstellung als du mit Social Media angefangen hast?

Kreativtobi: Ich wollte die Menschen einfach mitnehmen. Mein Ziel war nicht, damit Geld zu verdienen. Es war als Hobby gedacht. Da ich mich schon früher mit dem Thema Video schneiden und Bildbearbeitung beschäftigt habe. Das war jetzt für mich die Chance, diese Kenntnisse einzusetzen.

Wie entstehen deine Videos? Machst du alles allein?

Kreativtobi: Ich mache alles allein, vom Filmen und Schneiden der Videos über Bildbearbeitung und die Erstellung von Thumbnails. Ich konnte mir selbst vieles aneignen und mittlerweile bin ich geübt darin. Es geht dann auch relativ schnell.

Kannst du dich noch an dein erstes Video erinnern?

Kreativtobi: Ja, da ging es um eine Betonoptik. Das war zu der Zeit voll im Trend. Dadurch hoffte ich auf viele Zuschauer/Aufrufe. Anfangs gab es nicht viele Aufrufe, mit der Zeit wurden es immer mehr. Mittlerweile hat dieses Video ca. 18.000 Aufrufe.

Was waren deine erfolgreichsten Online-Projekte?

Kreativtobi: Am Anfang habe ich die Basic-Tätigkeiten abgegriffen, die auch Heimwerker suchen könnten, zum Beispiel Reibe- oder Kratzputz. Das erreicht eine sehr viel größere Zielgruppe, deshalb sind meine Basic-Videos auch meine erfolgreichsten. Auch meine praktische Meisterprüfung, die ich von Anfang an mitgefilmt habe, ist sehr erfolgreich geworden. Als ich das Video zur Meisterprüfung hochgeladen habe, haben mir auch viel angehende Meister geschrieben, ob ich ihnen Tipps geben könnte und nach Materialien gefragt, die ich verwendet habe.

Wie ist dein Feedback? Beantwortest du all die Kommentare?

Kreativtobi: Ich lese fast jeden Kommentar und versuche allen zu antworten. Das braucht viel Zeit. Die meisten Kommentare sind positiv, es gibt aber auch negative. Ist es konstruktive Kritik, gehe ich darauf ein. Man darf sich davon aber auch nicht verrückt machen lassen. Bei dem Video zu meiner Meisterprüfung haben mir sehr viele geschrieben, allen konnte ich leider nicht antworten.

Setzen dich die Follower unter Druck regelmäßig neuen Content und Videos zu produzieren?

Kreativtobi: Ich mache mir da keinen Druck. Zwar versuche ich schon mindestens alle zwei Wochen ein Video hochzuladen, es ist aber auch nicht schlimm, wenn das mal nicht funktioniert. Ich schaue, dass regelmäßig etwas Neues kommt, ansonsten verlieren die Zuschauer das Interesse oder vergessen den Kanal. Durch die Social-Media-Kanäle geht das bedauerlicherweise schnell. Ich merke, dass die Aufrufe geringer sind, wenn ich länger nichts poste. Wenn wieder regelmäßig etwas Neues kommt, steigen die Zahlen wieder.

Wie ist dein Arbeitsaufwand in der Woche für deine Kanäle?

Kreativtobi: Jeden Freitag mache ich einen Büro- und YouTube-Tag. Da kümmere ich mich um Social Media und meine Firma. Die Firma heißt „modernhandwerk“, darüber verkaufe ich Online-Workshops für fugenlose Bäder und kreative Spachteltechniken. Außerdem wickele ich an dem Tag meine Aufträge von Social Media ab, zum Beispiel die Produktplatzierungen. Freitags drehe ich Videos und schneide diese direkt im Anschluss. Sonntags schalte ich die Videos frei, lade sie hoch und beantworte erste Kommentare. Bei größeren Projekten brauche ich mal länger und kann mir einen Tag zusätzlich freinehmen. Unter der Woche beantworte ich meist abends die Kommentare und kümmere mich um mein Instagram-Kanal. Es ist meist ein sehr knapper Zeitplan von dem Dreh am Freitag bis zum Hochladen am Sonntag.

Woher kommen deine Ideen bzw. entscheidest du, was du genau drehst?

Kreativtobi: Dafür habe ich eine extra Tafel an meinem Arbeitsplatz. Wenn mir eine gute Idee kommt, schreibe ich die da auf. Ansonsten fragen mich auch meine Partner wie Jägerlacke oder Kip an und so entsteht ein entsprechendes Video.

Eignet sich jedes Projekt bzw. Baustelle für ein Video?

Kreativtobi: Theoretisch ja, aber ich versuche erstmal die ganzen Grundlagen aufzunehmen.  Dadurch erreiche ich eine größere Zielgruppe, zwischendurch mache ich Spezialvideos, zum Beispiel über Rostoptik oder eine nahtlose Tapete. Beim Filmen auf der Baustelle frage ich zuerst den Kunden. Das sind dann meist auch Spezial-Videos. Passen Thema und Gegebenheiten, filme ich auch auf der Baustelle.

Braucht es besonderes Equipment?

Kreativtobi: Für Instagram reicht ein Handy und bei Youtube wäre eine Kamera und ein passendes Schnittprogramm sinnvoll. Es gibt extra Software-Pakete, die Programme zum Schneiden und Bildbearbeitung enthalten.

Erreichst du über dein Social Media potenzielle Kunden?

Kreativtobi: Ab und zu kommt das schon vor, dass jemand aus der Umgebung anfragt. Viele wohnen zu weit weg, sodass die Anfahrt nicht lohnt.

Ist der Social Media-Auftritt auch eine Chance, Azubis zu gewinnen?

Kreativtobi: Letztens hielt ich eine Nachricht, dass ein junger Mann meinetwegen seine Ausbildung zum Maler- und Lackierer angefangen hat und das ist schon ein großartiges Gefühl. Solche Nachrichten bekomme ich des Öfteren oder auch, dass meine Videos beim Lernen oder der Vorbereitung auf die Gesellenprüfung geholfen haben. Mein Video über Spachtel wurde schon im Unterricht von einem Lehrer als Lernmittel eingesetzt.

Welche Tipps hast du für Maler, die mit Social Media starten wollen?

Kreativtobi: Grundsätzlich kann das jeder machen. Jeder kann Bilder schießen, einen Text verfassen und hochladen. Mit der Zeit entwickelt man auch ein Gefühl für den Winkel, passende Motive etc. Man wird auch automatisch den Leuten in der Region vorgeschlagen und dadurch spricht sich das herum.

Wie sehen deine nächsten Schritte mit Social Media aus?

Kreativtobi: Ich will das weiter ausbauen. Großartig wäre es, auf YouTube 100.000 Abonnenten zu erreichen. Ich habe demnächst ein neues Projekt, dass mir hoffentlich noch etwas Push gibt. Zudem will ich ab 2022 zwei Tage die Woche in meine Social-Media-Kanäle investieren.

Ging auch schon mal was unerwartet in die Hose?

Kreativtobi: Nicht direkt, aber bei manchen Videos denkt man, die kommen richtig gut an und das ist dann nicht so. Ein paar Videos sind dafür richtig oft aufgerufen, was ich selbst immer nicht verstehen kann.

Wie findest du deine Partner, mit denen du Videos machst?

Kreativtobi: Die meisten schreiben mich an und fragen nach Interesse an einer Zusammenarbeit. Dann überleg ich mir, ob das passt und manche Anfragen lehne ich auch ab.

 


Weitere Infos:

Kreativtobi

Maler Haubner

modernhandwerk

 

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