Kreativtechnik-Serie von Malermeisterin Marion Tichy

Schöne Trennung

Malermeisterin Marion Tichy stellt in dieser Serie neue, exklusiv für das Malerblatt entwickelte Kreativtechniken vor. In der vierten Folge akzentuiert sie Farbübergänge mit farbig gestalteten Trennstreifen.

Autor/Fotos: Marion Tichy

Von Sockelbereichen abgesehen wurden früher Farbwechsel in Räumen meist „von Wand zu Wand“ direkt am Eck durchgeführt. Inzwischen werden Gliederungen innerhalb von Wandflächen immer beliebter. Die Möglichkeiten bei der Gestaltung erweitern sich dadurch enorm. Um Farbwechsel innerhalb von Flächen noch mehr aufzupeppen, bietet sich das Anbringen von Trennstreifen an den Übergängen an.

Sehr nobel sehen schmale Linien von ein bis zwei Millimetern aus, die man beispielsweise mit einem permanenten Filzstift mit Metalleffekt ziehen kann. Hier ist ein ruhiges Händchen gefragt. Sind etwas breitere Streifen gewünscht, können sie abgeklebt und auf unterschiedliche Weise ausgemalt werden. Strichbreiten von fünf bis zehn Millimetern etwa wirken hochelegant. Die farbliche Auflockerung dieser schmalen Bänder kann zusätzlich eine enorme Wirkung erzielen.

Durch eine Abgrenzung mit metallisch wirkender Lasur etwa erzielt man – dem Lichtspiel sei Dank – einen starken, unvergleichlichen Effekt. So spektakulär das Ergebnis ist, die Ausführung ist vergleichsweise banal.

Und so geht´s

Die Wandfläche wird im Hauptton vorgelegt. Den Bereich des zweiten Farbtones klebt man nach der Trocknung ab. Die Klebebandkanten sollte man mit dem Hauptton noch einmal leicht wischen, also die Klebebandränder dünn überstreichen. Dieses „Vorwischen“ mit dem Untergrundton ist enorm wichtig, damit die nächste Farbe nicht unter das Klebeband läuft. Wenn man Flächen mit Wandlasur gestaltet, kann man auch mit farbloser Lasur vorstreichen. Nach der Trocknung wird der zweite Farbton aufgebracht. Die Flächengliederung ist damit ausgeführt.

Akzente setzen

In den nächsten Arbeitsschritten setzt man den Akzent. Das Klebeband nicht entfernen, sondern im gewünschten Abstand für den Zierstrich erneut abkleben (mit einem Bleistift vorher dezent anzeichnen). Auch diese Kante sollte man wieder vorstreichen. Dann füllt man den Streifen mit einem weichen Plattpinsel mit wasserverdünnbarer Metalliclasur satt aus und strukturiert die Farbe sofort mit einem kleinen Malpinsel im Zickzackmuster. Durch die Reflexion der Glimmerpigmente ändert sich die Farbwirkung des Bandes, je nach Lichteinfall. Im spiegelfreien Bereich jedoch fällt die Musterung der Lasur ins Auge. Das ergibt ein interessantes Wechselspiel zwischen Glanz und Tiefe. Witzig dabei ist, dass dem fertigen Ergebnis die Art der eigentlich simplen Herstellung nicht anzusehen ist.

Andere Möglichkeiten

Man kann Zierlinien auch mit anderen lasierenden Farben auf die gleiche Weise ausmalen. Ebenfalls reizvoll sind Bemalungen mit deckenden Tönen, beispielsweise im Farbkontrast, in Farbabstufungen, in Grautönen, schwarz/weiß oder sogar bunt. Dabei einfach mit dem Malpinsel Querstreifen auf dem abgeklebten Bereich aufmalen.

Teile 1 bis 3:

www.malerblatt.de


Auf der zunächst im Hauptfarbton gestrichenen Fläche klebt man den Bereich, in dem der zweite Farbton appliziert werden soll, ab.

Foto: Marion Tichy

Um ein Unterlaufen der Klebekante zu verhindern, werden die Klebebandkanten im Grundfarbton vorgewischt.

Foto: Marion Tichy

Nach der Trocknung des Grundtons beschichtet man die abgeklebte Fläche in einem zweiten
Farbton.

Foto: Marion Tichy

Nun klebt man einen Streifen zwischen den beiden Farbflächen in zuvor definierter Breite mit Klebeband ab.

Foto: Marion Tichy

Auch die Klebebandkante des Trennstreifens muss, um ein Hinterlaufen zu verhindern,
vorgewischt werden.

Foto: Marion Tichy

Der Streifen wird mit wasserverdünnbarer Metalliclasur ausgemalt und sofort mit einem
kleinen Malpinsel im Zickzackmuster strukturiert.

Foto: Marion Tichy

PraxisPlus

Marion Tichy ist Malermeisterin mit Leib und Seele. Besonders kreative Techniken sind ihre Leidenschaft und so ist sie ständig auf der Suche nach neuen Gestaltungsideen und experimentiert mit Farben, Putzen, Lacken und Co.

Nachdem sie 2003 bereits (gemeinsam mit Malerblatt-Redakteurin Susanne Sachsenmaier-Wahl) eine Vielzahl an selbst entwickelten Kreativtechniken
im Buch „Effektvolle Malertechniken“ (erschienen bei der DVA) vorgestellt
hat, überrascht sie die Malerblatt-Leser nun mit neuen Ideen.

marion.tichy@gmx.de


Die Variante in schwarz/weiß setzt starke Akzente und erinnert an ein Zebramuster.

Foto: Marion Tichy