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Farbiges Orientierungssystem im Fahrradparkhaus

Inspiration
Hell, farbig, frisch

Am Eingang starten die Bodenlinien – und führen direkt dorthin, wo das Fahrrad parkt. Bei 600 Stellplätzen ist ein farbiges Orientierungssystem kein Fehler. Ein Besuch in der ausgezeichneten Karlsruher Radstation Süd.

Autor: Armin Scharf | Fotos: Nikolay Kazakov

Weniger Auto-, mehr Radverkehr: Die innerstädtische Mobilität wandelt sich rasant, auch wenn der Ausbau passender Infrastrukturen hinterherhinkt. Neben sicheren Radwegen fehlt es auch an Abstellplätzen, etwa für Pendler, Einkäufer oder Rad-Touristen. Wie Lösungen aussehen können, haben unsere europäischen Nachbarn bereits gezeigt, allen voran die Niederländer, die 2018 das weltgrößte Fahrrad-Parkhaus in Betrieb nahmen. Auf drei, mit fahrbaren Rampen erschlossenen Etagen finden unter dem Utrechter Bahnhof sagenhafte 13.500 Räder Platz – bewacht, trocken und geordnet.

Farbe und Licht

Auch hierzulande starten jetzt Städte die Planung von Fahrrad-Parkhäusern – so baute man am Karlsruher Bahnhof eine ehemals Autos vorbehaltene Tiefgarage zu einer Fahrradstation um. 600 Räder, darunter auch Cargo-Bikes und Anhänger-Gespanne, kommen dort auf rund 1280 Quadratmetern unter, in einem weiten und hellen Raum. „Farbe und Licht waren die zentralen Themen unserer Planung“, erläutert Tobias Göttert vom Architekturbüro Tafkal. „Wir wollten angenehme Räume schaffen und schnelle Orientierung bieten“. So beginnt beim zentralen Drehkreuz-Zugang eine intuitiv erfassbare Wegeleitung mittels farbiger Linien auf dem Boden, die wie ein Nahverkehrsplan zu den einzelnen, farblich gekennzeichneten Bereichen leiten. Auf diese Weise lässt sich das eigene Rad schnell wiederfinden. Die fünf Farben unterscheiden sich klar voneinander, sind frisch und zeitgemäß und tauchen in Form großer Kreisflächen auf Boden und Wänden wieder auf. Auch die abgependelten Leuchten, die für direkte sowie indirekte Ausleuchtung sorgen, tragen die jeweiligen Farbtöne.

Linien und Kreisflächen

Für die Grundhelle sorgt eine spezielle Dispersionsfarbe mit hohem Reflektionsgrad, die das Team von Hans-Peter Füg appliziert hat. Auch die Linien und Kreisflächen brachten Fügs Mitarbeiter mithilfe von Folienschablonen auf. „Wegen der mitunter groben Untergrundstruktur war auf den Wandflächen durchaus Fingerspitzengefühl gefragt, schließlich sollten die Kreise scharfe Ränder haben“, erinnert sich Hans-Peter Füg.

Neben den Radständern, die zur besseren Übersicht nur an den Wänden doppelstockig ausgeführt wurden, bietet die Station noch eine Werkstatt, Spinde mit Ladestationen und Umkleiden für Pendler, die von hier aus direkt zu den Bahnsteigen gelangen. Rund um die Uhr geöffnet, ist die Radstation Süd auch ein Signal für die Wertschätzung der Rad-Mobilität in Karlsruhe. Dass die Gestaltung beispielhaft ist, beweist unter anderem die Verleihung des Deutschen Fahrradpreises 2020 in der Kategorie Infrastruktur. „Daraufhin haben wir schon weitere Anfragen erhalten“, so Göttert.


PraxisPlus

Objekt: Radstation Süd, Karlsruhe

Standort: Hauptbahnhof Karlsruhe

Planung: Tafkal GmbH, Karlsruhe

Ausführung: Hans Füg GmbH, Karlsruhe


Wegen der mitunter groben Untergrunsstruktur war auf den Wandflächen durchaus Fingerspitzengefühl gefragt.

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