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Nebelfreies Spritzverfahren

Nebelfreies Spritzverfahren
Maskenbefreiung

Nebelfreies Spritzverfahren für Fassaden: Im Spritzverfahren können Farben schneller und kraftschonender an die Wand gebracht werden als mit Pinsel und Rolle – auch an der Fassade. Ein nebelfreies Spritzsystem macht dies möglich. Der Spritznebel ist dabei minimal, dass die Abdeckarbeiten gering ausfallen können, sodass selbst das Tragen einer Atemschutzmaske entfallen darf. In den aktuellen Zeiten sicherlich eine willkommene Abwechslung.

Autorin: Susanne Sachsenmaíer-Wahl | Fotos: Caparol

Fassaden spritzen? Da winken viele Maler sofort ab. Sie scheuen den Abdeckaufwand und befürchten, dass Sprühnebel in die Umwelt getragen und sich auf parkenden Fahrzeugen oder anderen Gegenständen niederschlagen könnte. Seit mehreren Jahren existieren jedoch nebelarme Spritztechnologien und sogar eine, die als nebelfrei ausgewiesen ist. Damit sollten diese Probleme der Vergangenheit angehören.

Nebelfreies Spritzverfahren: Sauberer und schneller

Vor 18 Jahren ging Caparol mit dem – bis heute einzigen – nebelfreien Spritzsystem Nespri an den Start. Sehr werbewirksam beschichtete damals ein Vorführmeister im schwarzen Anzug eine Fassade weiß. Selbstverständlich blieb der Anzug frei von weißen Farbsprenkeln, wodurch bewiesen war, dass bei dieser Spritztechnologie quasi kein Spritznebel entsteht. Aufwendige Abdeckarbeiten oder das Abhängen von Gerüsten durch Planen können entfallen. Des Weiteren lässt sich die Fassade im Spritzverfahren deutlich schneller beschichten, während der Abdeckaufwand verhältnismäßig gering bleibt.

Trotz dieser Vorteile wird auch heute noch der Großteil der Fassaden mit Pinsel und Rolle beschichtet. Daniel Bralic, Marketing-Manager Gebäudehülle bei Caparol, glaubt zu wissen, warum sich Nespri trotz aller Vorteile nur so schleppend etabliert: „Jede Veränderung im Arbeitsablauf birgt erst mal Unsicherheiten oder, wie man es so schön nennt, „fördert Berührungsängste“. Diesen müssen wir mit Überzeugung entgegenwirken und mit der effizienten Spritztechnologie Nespri haben wir hier schlagkräftige Argumente.“ Die Zeitersparnis ist dabei sicherlich das wichtigste. „Bis zu 30 Prozent schneller ist der Maler mit der Nespri-Spritztechnologie als mit der Rolle“, lässt uns Daniel Bralic wissen. Rüstzeiten sind dabei selbstverständlich bereits berücksichtigt. So kann Manpower auf der Baustelle eingespart werden – was beim derzeitigen Fachkräftemangel sicherlich ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt ist.

Zum Wohle des Verarbeiters

Doch die Effizienz des Systems ist nicht der einzige Vorteil. Die Gesundheit der Mitarbeiter wird durch das nebelfreie Spritzsystem ebenfalls geschont. So kann etwa das Schleppen von schweren Farbeimern auf das Gerüst entfallen. Das System ist mit einem 30 Meter langen Schlauch ausgestattet, über den die Farbe bequem vom Boden an die Fassade transportiert wird. Auch der Farbauftrag selbst geht mithilfe der Sprühpistole wesentlich leichter vonstatten als beispielsweise mit Pinsel und Rolle. Auch wenn auf letztere nicht komplett verzichtet werden kann (die Farbe wird nach dem Aufsprühen für ein ebenmäßiges Erscheinungsbild nachgerollt), sparen Anwender mithilfe des Spritzverfahrens viel Muskelkraft. Da das Eintauchen der Rolle entfällt, muss sich der Anwender weniger bücken, der Rücken wird geschont.

Weil der Spritznebel bei Nespri wirklich äußerst gering ausfällt, wurde dem System von der BG Bau bescheinigt, dass beim Einsatz im Außenbereich die Maskenpflicht entfallen kann. Das ist nicht nur in Pandemiezeiten, in denen viele Anwender „maskenfreie“ Phasen zu schätzen gelernt haben, ein Vorteil. Insbesondere auch an heißen Sommertagen betrachten viele Verarbeiter die „Maskenbefreiung“ als einen großen Vorteil.

Vier Komponenten als Lösung

Was unterscheidet das nebelfreie Nespri-System von nebelarmen Spritztechnologien? Das Verfahren funktioniert ohne den Einsatz zusätzlicher Luft. Ein klassisches Airless-System also. Von herkömmlichen Airless-Technologien unterscheidet sich Nespri aber dennoch. „Insgesamt besteht Nespri aus vier Komponenten, die für einen einwandfreien Betrieb unerlässlich sind: die einzigartige Doppeldüse für nebelfreies Spritzen, die eingestellte Temperatur für die optimale Farb-Viskosität, der vom System automatisch erzeugte richtige Spritzdruck und das spezielle Nespri-Farbsortiment, das exakt auf die genannten Komponenten abgestimmt ist“, erklärt uns Bralic. Die speziellen Beschichtungsprodukte werden in einem Heizschlauch erwärmt, wodurch eine konstant optimale Verarbeitungsviskosität erzielt wird. In Verbindung mit einem definierten Druck und mithilfe einer speziellen Doppeldüse verarbeitet, bleiben die lästigen Spritznebel-Emissionen aus.

Die Farbe macht den Unterschied

Einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie stark die Vorteile der Technologie zum Tragen kommen, haben die Farben und Grundierungen, die damit verarbeitet werden, dessen ist man sich bei Caparol sicher. Daniel Bralic rät deshalb dringend davon ab, andere Farben einzusetzen: „Wir empfehlen ausschließlich die Verwendung der darauf angepassten Farben für den Außen- und Innenbereich in der speziell rezeptierten Nespri-Qualität“, stellt er klar. Theoretisch können zwar auch herkömmliche Farben gespritzt werden – perfekte Ergebnisse und ein garantiert nebelfreier Farbauftrag sind dann jedoch nicht mehr gewährleistet.

Die für Nespri empfohlenen Caparol-Produkte werden bereits in der Produktion auf die maschinelle Verarbeitungsweise eingestellt – und, das betont der Hersteller, intensiven Tests unterzogen. Um eine hohe, gleichbleibende Qualität zu sichern, kommt ein eigens dafür entwickeltes, robotergestütztes Prüfverfahren zum Einsatz. Aktuell bietet Caparol neun Beschichtungsstoffe an, die speziell für das Nespri-System entwickelt wurden (siehe Kasten). Dazu gehören zwei Grundierungen, zwei Innenfarben, vier Fassadenfarben sowie eine Reinacrylat-Farbe für Anstriche innen und außen. Damit steht praktisch für jeden Anwendungsfall und jede Objektsituation eine passende Systemlösung zur Verfügung. Der Anwender kann sich darauf verlassen, dass die Nespri-Produkte dieselben technischen Eigenschaften besitzen wie andere vergleichbare Beschichtungen. Das für die spritznebelfreie Verarbeitung modifizierte Fassadenfarben-Flagschiff ThermoSan NQG beispielsweise unterscheidet sich in der Farbtonstabilität, der Verschmutzungsempfindlichkeit, der Wasserbeständigkeit und der Wasserdampfdurchlässigkeit nicht vom Standard-Produkt.

Selbstverständlich auch für innen

Wie das Farbensortiment schon andeutet, ist Nespri natürlich nicht ausschließlich für die Fassadenbeschichtung konzipiert. Die Vorteile des nebelfreien Spritzens können auch in Innenräumen zum Tragen kommen. Einziger Unterschied: In Innenräumen muss trotz des geringen Oversprays eine Atemschutzmaske getragen werden. Ansonsten profitiert der Verarbeiter auch im Innenbereich vom schnelleren, gleichmäßigeren Farbauftrag bei einem für die Spritzapplikation äußerst geringen Abdeckaufwand. Auch hier bietet der 30 Meter lange Schlauch wieder den Vorteil, dass die Farbe nicht in obere Stockwerke geschleppt werden muss. Sie kann über den Schlauch bequem (z. B. durch das Treppenhaus) in jedes Stockwerk befördert werden.

Einfaches Handling

Das Handling des Spritzsystems ist unkompliziert. Das bestätigen Malerbetriebe, die bereits mit Nespri arbeiten. „Wer Nespri einmal probiert hat, erkennt sofort die Vorteile für seine Arbeit“, freut sich Daniel Bralic. Die Inbetriebnahme ist binnen weniger Minuten möglich (wie die Inbetriebnahme erfolgt, zeigt ein Video, das unter folgendem Link zu sehen ist: bit.ly/3IQICHY). Der Spritzvorgang selbst unterscheidet sich nicht von dem mit herkömmlichen Airless-Geräten. Der Spritzabstand sollte 20 bis 25 Zentimeter betragen und die Pistole im 90-Grad-Winkel zur Wand in gleichmäßigen Bahnen geführt werden. Anschließend wird die Fläche nachgerollt. Für kleinere Flächen, wie etwa Fensterleibungen, steht eine kleinere Spritzdüse, eine so genannte Beschneidedüse, zur Verfügung. Die Reinigungsarbeiten nach Beendigung des Spritzvorgangs belaufen sich laut Caparol auf lediglich etwa 15 Minuten (wie die Reinigung durchgeführt wird, zeigt ein Video unter diesem Link: bit.ly/3GdSbij).

Und was ist nun mit den eingangs erwähnten Berührungsängsten? „Niemand braucht „Ängste“ vor der Anwendung mit Nespri zu haben“, beruhigt Daniel Bralic und fügt hinzu: „Zum einen unterstützen wir unsere Kunden mit unseren bundesweit agierenden Anwendungstechnikern, zum anderen finden sich zahlreiche Anwendungsvideos mit Tipps und Tricks auf unser Website (siehe Kasten), und es gibt Seminare der Caparol-Akademie.“ Konkret bedeutet das: Handwerker, die sich für den Einsatz des Nespri-Systems entscheiden, erhalten eine ausführliche Einweisung. Dabei werden die Maschinentechnologie und die Arbeit mit dem System erklärt und viele Tipps und Tricks rund ums nebelfreie Spritzen gegeben. Die Schulung erfolgt vor Ort auf der Baustelle, wenn das Gerät geliefert wird. Nach Inbetriebnahme wird direkt am Kundenobjekt gearbeitet. Zur Praxisschulung gehören auch die Erläuterung der richtigen Spritzabläufe und das fachgerechte Reinigen der Maschine.

Ein Feature dürfte für den Anwender auf der Baustelle durchaus praktisch sein: Auf den auf das System abgestimmten Farbeimern findet sich ein QR-Code, mit dem der Maler über sein Smartphone direkt zu den Videos auf der Nespri-Homepage gelangt. So kann er sich sofort anschauen, welche Handgriffe etwa bei Inbetriebnahme oder Reinigung erforderlich sind – für den Fall, dass es einmal zu Unklarheiten kommen sollte.

Mehr zur Entwicklung von Nespri:
bit.ly/3J9ZFVF


PraxisPlus

Die nebelfreie Spritztechnologie
Nespri
funktioniert im System mit den passend dazu abgestimmten Farbprodukten und Grundierungen von Caparol. Folgende Produkte werden in Nespri-Qualität angeboten:

  • die Fassadenfarben ThermoSan NQG Nespri, Nespri Reinacrylat, AmphiSilan FREE Nespri, Muresko Nespri,
    Sylitol Finish 130 Nespri
  • die Innenfarben Nespri MaXX und Nespri FiXX
  • die Grundierungen CapaGrund Universal-W, CapaGrund Universal

Weitere Informationen zum Nespri-System und zu den Farben:

www.caparol.de/nespri


Daniel Bralic, Marketing-Manager Gebäudehülle bei Caparol

„Bis zu 30 Prozent schneller ist der Maler mit der Nespri-Spritz-
technologie als mit der Rolle.“

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