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Holz im Außenbereich schützen

Technik
Holz im Außenbereich schützen

Holzöl oder Holzlasur? Diese Frage stellen sich viele Maler und Malerinnen. Besonders im Außenbereich ist der richtige Schutz von größter Bedeutung. Was es zu beachten gilt und welches die richtige Wahl ist, dazu haben wir Dr. Klaus Müller, Produktmanager Lacke bei Südwest befragt.

Autorin: Larissa Sailer | Fotos: Südwest

Wie schützt man Holz an der Fassade?

Klaus Müller: Für Hölzer an Fassaden kommen deckende oder lasierende Anstriche infrage. Deckende Anstriche wie Wetterschutzfarben sind länger haltbar als lasierende. Die Lasuren lassen die Holzoptik besonders schön zur Geltung kommen, sind aber pflegeintensiver.

Wann würden Sie ein Holzöl, wann eine Holzlasur hierfür empfehlen?

Klaus Müller: Lasuren und Öle sind beides halbtransparente Beschichtungen. Holzöle sind vorzuziehen, wenn Filmbildung nicht erwünscht ist. Dies ist z. B. bei waagerechten, bewitterten Holzoberflächen im Außenbereich der Fall. Bei senkrechten, schwer zugänglichen Fassadenhölzern raten wir eher zu Lasuren.

Was sind die Vor- und Nachteile von Holzölen?

Klaus Müller: Da Öle keinen Film bilden, platzen sie nicht ab. Stattdessen wird das Öl durch die Bewitterung gleichmäßig abgetragen. Die Pflege ist unkompliziert. Regelmäßig erneuert, erhalten Öle auf lange Sicht die matte, natürliche Holzoptik.

Was sind die Vor- und Nachteile von Holzlasuren?

Klaus Müller: Holzlasuren sind filmbildend. Das hat den Vorteil, dass sie Hölzer lange vor der Feuchtigkeit schützen. Lasuranstriche sind daher langlebiger als Öle. Auf der anderen Seite neigen Lasuren mit zunehmender Filmstärke zum Abplatzen. Dann ist die Renovierung aufwendiger als bei den Ölen.

Wenn man Hölzer möglichst natürlich belassen möchte, raten Sie dann zu Holzöl oder zu Lasur? Warum?

Klaus Müller: Je geringer die Filmbildung, desto natürlicher die Holzoptik. Öle bilden keine Filme, dringen komplett in das Holz ein, schützen auf natürliche Weise vor Feuchtigkeit und erhalten die Holzoptik. Wenn Holz möglichst natürlich bleiben soll, sind Holzöle ein sehr gute Wahl.

Welche Untergrundprüfungen und Vorbereitungen sind bei einem Renovierungsanstrich erforderlich?

Klaus Müller: Wichtig ist, den richtigen Zeitpunkt für die Erneuerung lasierender Anstriche zu erkennen. Wenn die Oberflächen rechtzeitig und regelmäßig gewartet und überarbeitet werden, bleiben geölte oder lasierte Hölzer lange schön. Der optimale Zeitpunkt für den Check ist das Frühjahr bei trockenem Wetter. Neben der optischen Begutachtung kann es hilfreich sein, ein feuchtes Tuch aufzulegen. Verfärbt sich das Holz dann schnell dunkel, ist die Wasseraufnahme hoch. Die optisch noch intakten Anstriche können dann einfach gereinigt und leicht angeschliffen werden. In der Regel genügt in dieser Phase ein einfacher Erneuerungsanstrich. Ist das Holz stärker geschädigt, steigt der Erhaltungsaufwand – oft ist aufwendiges Abschleifen unvermeidlich.

Wie sieht der Beschichtungsaufbau von Ölen und Lasuren aus?

Klaus Müller: Lasuren und Öle werden meist als Eintopfsysteme eingesetzt. Das bedeutet: Zwei bis drei Anstriche mit demselben Produkt. Heimische Nadelhölzer wie Fichte, Tanne oder Kiefer sind bläue- und pilzanfällig. Zur Verhinderung eines Pilzbefalls können diese Hölzer draußen mit biozidhaltigen, farblosen Grundierungen geschützt werden. Verwender von Ölen verzichten meist aus ökologischen Aspekten auf diesen zusätzlichen chemischen Schutz. Umso wichtiger ist es, dass geölte Flächen durch regelmäßige Wartung vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Welche Applikationsmethode wird beim Ölen empfohlen?

Klaus Müller: Öle sollten am besten mit dem Pinsel aufgetragen und in das Holz eingearbeitet werden. Nur so dringt das Öl optimal ein und schützt das Holz vor Feuchtigkeit. Es ist wichtig, dass die Öle keinen Film bilden, sondern komplett in das Holz eingearbeitet werden. Überschüssiges, flüssiges Öl muss weggenommen werden.

Wie wird Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den Ölen und Lasuren von Südwest berücksichtigt?

Klaus Müller: Wir verzichten in den Produkten Holzöl und AquaVision Holzöl komplett auf den Einsatz von bioziden Filmschutzmitteln. AquaVision Holzöl ist lösemittelfrei und basiert zum Teil auf nachwachsenden Rohstoffen.

Mehr zum Thema:
www.malerblatt.de


PraxisPlus

Neben den typischen Holzfarbtönen wie Teak, Lärche oder Douglasie werden die Südwest Holzöle in modernen Graufarbtönen angeboten. Alle Öle können mit den Südwest-Mischanlagen im Handel auf Kundenwunsch aus einer farblosen Basis hergestellt werden.

www.suedwest.de



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