Betrieb & Markt

Bodenständig

Der Kunde will es edel und robust: Die richtige Wahl des Materials für Bodenbeschichtungen ist für den Maler das A und O.
Das richtige Material bei Bodenbeschichtungen ist für den Maler sowohl aus wirtschaftlicher Sicht als auch vor dem Hintergrund der Kundenerwartungen wichtig.

Kai Sonntag

Die Beziehungen zwischen einem Malerbetrieb und seinen Kunden sind häufig ausgesprochen vielfältig und komplex. Für den Betrieb sind die Beziehungen zu den bestehenden und den neuen Kunden die Grundlage seines Geschäfts. Er ist auf die Aufträge angewiesen. Für die Kunden ist das komplizierter, seine Beziehungen zum Malerbetrieb hängen stark von den Erwartungen und der Art des Auftrages ab und sind damit enger oder weiter. Selbstverständlich erwarten sie eine hohe Qualität und Pünktlichkeit. Schwierig wird es dann, wenn ansonsten nur der Preis eine Rolle spielt. Die meisten Malerbetriebe sind zu klein, als dass sie hohe Preisnachlässe gewähren könnten, ohne dass sie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Herausforderung für den Malermeister ist es daher, sowohl der Preissensibilität der Kunden zu entsprechen und attraktive Angebote zu unterbreiten als auch zu versuchen, das eigene Angebot durch Wettbewerbsvorteile zu rechtfertigen.
Verarbeitungsfähigkeit
Eine zunehmende Bedeutung bekommt hier das Material. Das hat zunächst eine wirtschaftliche Bedeutung. Damit ist weniger der Preis gemeint, der spielt häufig in der Kalkulation nur eine untergeordnete Rolle. Teuer bei der Kalkulation sind die Personalkosten. Damit spielt die Verarbeitungsfreundlichkeit, -geschwindigkeit und Ergiebigkeit eine große Rolle. Vor allem bei großen Flächen summieren sich kleine Zeitvorteile pro Quadratmeter schnell zu bedeutenden Werten, die dann wirklich kalkulationsrelevant sind. Die Bedeutung der Verwendung des Materials ist weiter unter dem Aspekt der Nachbesserungen und Gewährleistung zu sehen. Nachträgliche Reparaturen sind ausgesprochen kostenintensiv, da sie verhältnismäßig viel Zeit beanspruchen und vom Kunden nicht bezahlt werden.
Ein weiterer Aspekt ist die Qualität des Materials in Bezug auf die Gesundheitsfreundlichkeit. Das betrifft etwa Allergien. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO könnte der Anteil der Weltbevölkerung, der unter einer Überempfindlichkeit leidet, derzeit etwa bei 40 bis 50 Prozent liegen. Zum Vergleich: 1960 waren es gerade einmal drei Prozent. Die Ärztezeitung berichtet unter Berufung auf das „Weißbuch Allergie in Deutschland“, dass etwa 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland an einer Allergie erkrankt sind, mehr als die Hälfte der Bürger trägt bereits entsprechende Antikörper in sich, sodass die Krankheit jederzeit ausbrechen kann. Die Experten berichten gleichzeitig über „immer schwerere Erkrankungsformen und komplexere Krankheitsverläufe.“ Insgesamt bezeichnen sie Allergien als die „Epidemie des 21. Jahrhunderts“.
Baubiologie
Natürlich spielen hier Pollen und Feinstaub eine besondere Rolle. Aber das Thema ist für die Malerbetriebe von großer Bedeutung. Denn Allergien werden auch durch Emissionen ausgelöst, bzw. zusätzlich verstärkt, zumal die Menschen davon besonders betroffen sind, weil sie sich jeden Tag über viele Stunden in den Räumen aufhalten. Auf alle Fälle Grund genug, dass sich der Malerbetrieb mit diesem Thema auseinandersetzt, was vor dem Hintergrund der Erwartungen der Kunden an ihn eine weitere große Herausforderung bereithält. Denn häufig hat er es mit Kunden zu tun, die sich absolutes Expertenwissen angeeignet haben und erwarten, dass der Maler ihnen „auf Augenhöhe“ in diesem Thema begegnet. Genauso schwierig wie Expertenwissen ist im Übrigen Halbwissen auf Seiten der Kunden, die irgendwann einmal etwas gehört haben, aber nicht so genau Bescheid wissen, vom Maler aber erwarten, dass er als Experte über die erforderlichen Kenntnisse verfügt.
In den letzten Jahren ist viel Transparenz in Bezug auf Baubiologie für Materialien in Innenräumen geschaffen worden, insbesondere für Farben und Lacke. Schwierig für den Maler, sich in den Bestimmungen zurechtzufinden, ist es aber nach wie vor bei Bodenbeschichtungen.
Olaf Schade ist Malermeister in Dresden. Seit sieben Jahren leitet der 51-Jährige seinen Betrieb mit elf Mitarbeitern. „Wir haben uns auf die Sanierung von Wohnungen und ganzen Wohneinheiten spezialisiert“, erklärt er. „Dazu gehören Balkon-, Treppenhäuser-, Strang- und Fassadensanierungen. Vor allem sind wir dabei für eine große Wohnungsbaugenossenschaft tätig.“ Gerade hier besteht ein hoher Modernisierungsbedarf, erläutert er. So habe er in den vergangenen Jahren sehr viele Arbeiten im Bereich Bodenbeschichtungen ausgeführt. Dazu gehörten eine Vielzahl von Trockenräumen, Fahrradkellern und Mieterkellern. „Wir haben alleine 160 Balkonfußböden saniert, die alle bereits 15 Jahre alte, bereits ausgewitterte und abgetretene Oberflächen gehabt haben.“ Ein Kern der Tätigkeit sei jedoch die Sanierung von Dachböden gewesen. „Im letzten Herbst haben wir beispielsweise in einem gesamten Wohngebiet über 3.000 m² Beschichtung auf neu verlegten CT-Speicherdämmplatten vorgenommen. Versiegelt wurden diese mit Disbon 404 Acryl-BodenSiegel von Caparol.“ Ausschlag haben sowohl die Verarbeitungsfreundlichkeit als auch die Unbedenklichkeit in Bezug auf den Gesundheitsschutz gegeben. „Wir haben dieses Material gewählt, weil es lösemittelfrei und geruchsarm ist und sehr einfach und unkompliziert zu verarbeiten ist.“ So berichtet er, dass es schnell trocknet und die Böden innerhalb kurzer Zeit begehbar sind. Zudem sei mit der Offenzeit des Materials sehr gut umzugehen.
Sichere Seite
Axel Kröning ist Produktmanager für Bautenschutz bei Caparol in Ober-Ramstadt. „Gerade die gesetzlichen Vorschriften im Bereich des Emissionsschutzes bei Bodenbeschichtungen haben uns in den vergangenen Jahren intensiv beschäftigt. Mit der Einführung der AGBB-Prüfkriterien in die Bauregelliste müssen die in Aufenthaltsräumen verwendeten Bodenbeschichtungen als emissionsverringert eingestuft werden. Für den Malerbetrieb ist das ein echtes Problem, da nicht genau definiert ist, was alles als Aufenthaltsraum gilt. Es gibt verschiedene Ausnahmen wie z.B. öffentliche Parkhäuser, aber auch schwierige Fälle wie z.B. die normale privat genutzte Garage, bei denen die Prüfkriterien wieder gelten. Da der Maler aber verpflichtet ist, seine Arbeit nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben auszuführen, riskiert er hohe Gewährleistungsaufwendungen, wenn ihm nachgewiesen wird, dass sein Material nicht den Anforderungen des AGBB entspricht.“ Das Unternehmen habe es daher in den vergangenen Jahren erreicht, dass fast alle Bodenbeschichtungsmaterialien, die in irgendwie denkbaren Aufenthaltsräumen eingesetzt werden könnten, mit dem entsprechenden Siegel des AGBB versehen wurden und damit als emissionsminimiert gelten. „Der Maler ist so auf der sicheren Seite.“ Olaf Schade hat die Sanierung der Dachböden innerhalb weniger Wochen abschließen können. Nachbesserungen seien nicht erforderlich gewesen, berichtet er.

PRAXISPLUS
Weitere Informationen bei Caparol Farben Lacke Bautenschutz Roßdörfer Straße 50 64372 Ober-Ramstadt Tel.: (06154) 71-0 info@caparol.de www.caparol.de

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