Das Alphabet der Farben: Rolf Erkens schreibt mit Farben

Betrieb & Markt

Das Alphabet der Farben

Der Künstler Rolf Erkens, ausgebildeter Maler, hat eine eigene, universelle Farbschrift entwickelt mit der er – ja was eigentlich? Malt- oder doch eher schreibt? Fest steht: Seine Bilder hängen in Botschaftgebäuden auf der ganzen Welt.

Autorin: Evelyn Becker | Fotos: Rolf Erkens

Gezeichnet und gemalt hat der Künstler schon sein ganzes Leben lang, das Malerhandwerk aber war ihm mehr Beruf denn Berufung: „Man hat mich vonseiten des Arbeitsamts förmlich in diesen Beruf gezwungen.“ Dennoch machte er nach seiner Ausbildung auch noch den Meister, gründete anschließend sogar einen eigenen Betrieb. Um 1980 herum erhielt Rolf Erkens von der Stadt Mönchengladbach Fördergelder für seine künstlerische Tätigkeit. Und das Malerblatt ist daran wohl nicht ganz unschuldig: „Nur weil ein Bericht über einige von meiner damaligen Firma gestalteten Fassaden im Malerblatt erschien, konnte meine künstlerische Begabung entdeckt und gefördert werden“, ist sich Erkens sicher.

Alles auf eine Karte

Die Fördergelder waren für den damaligen Maler der entscheidende Impuls, seinen Betrieb aufzulösen und komplett auf das „Pferd“ Kunst zu setzen. „1993 entwickelte ich mein System der lesbaren Bilder“, erinnert sich der Künstler. Wie funktioniert das? Der von Rolf Erkens entwickelte Ro-Erkens-Code ist eine Farbpalette, bei welcher sich jeder Buchstabe in einer bestimmten Farbe widerspiegelt, also ein Buchstabe – eine Farbe. Mithilfe des Codes lassen sich die jeweiligen Bilder lesen. Dem Buchstaben „S“ etwa wird ein moosiges Grün zugeordent, dem „Z“ ein knalliges Rot. Auch Umlauten wird eine Farbe zugewiesen, fliederfarben etwa ist das „Ä“, das „Ü“ wird mit mintgrün farbig übersetzt. Diesem System folgend, hat der Künstler alle Amtssprachen der Länder der Erde in Bilder übersetzt, es entstanden die sogenannten „Schriftbilder internationaler Amtssprachen.“ Um den Zyklus beginnen zu können, mussten zunächst einmal folgende Fragen beantwortet werden: „Wie viele Amtssprachen gibt es überhaupt weltweit? „Wer kann mir diese übersetzen?“ Und ganz wichtig: „Welchen zentralen Satz formuliere ich?“ Die Antwort auf letztere Frage lautet: „Dieser Text aus Farblettern ist ein Schriftbild in deutscher Sprache“. Auf Englisch lautet der gleiche Satz: „This Text made up of coloured characters is an english language script“. Der nahezu identische Satz wird also in jeder Landessprache anders farblich zusammengesetzt, sodass ein individuelles Ländergemälde entsteht.

Recherche

Die Frage nach den Amtssprachen war da schon deutlich schwerer, die Antwort darauf ist einigermaßen überraschend: 95 sind es weltweit, darunter auch exotische, wie etwa das in Ozeanien liegende Kiribati, oder Afrikaans (eine der 11 Amtssprachen in Südafrika). Erkens nahm also Kontakt zu den jeweiligen Botschaften auf, während einige nur den übersetzten Text lieferten, hatten andere Botschafter direkt Interesse am fertigen Bild. Botschafter und Konsulate der Länder Spanien, Neuseeland, Indien, Russland u.v.m. haben die Gemälde in Ihrer Landessprache im Atelier von Rolf Erkens bereits abgeholt. Die Bilder hängen nun in den Berliner Botschaften der jeweiligen Länder. Besonders begeistert zeigten sich die Vertreter der irischen Botschaft, die Erkens schriftlich mitteilten, sein Gemälde erhelle das gesamte Botschaftsgebäude. Mit der Abgabe seiner Werke verbindet der Künstler eine Hoffnung: „Die Gemälde sollen der Völkerverständigung dienen, im besten Fall dem friedlichen Zusammenleben der einzelnen Völker.“

Der Artikel aus MA 11/1979 zum Download: >> Jahrhundert-Fassaden<<


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